Geschichtlicher Überblick unseres Gebietes



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SCHRIFTENREIHE DES TÖRPINER FORUMS E.V.


Gehmkow

Zur Geschichte Vorpommerns


Herausgeber

Helmut G. Pratzel

Unter Mitarbeit von

Ulrich Michael, Kurt Fischer, Kornelia Böttcher,
Gabriele Schwertfeger, Renate Deage, Karin Hinz

Herausgeber:

Univ.-Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel
Törpiner Forums e.V.

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt:

I.S.M.H. Verlag

Törpin 13, D-17111 Sarow,

Tel. +49 (0) 39996 70135

Fax +49 (0) 39996 70137

Druck: I.S.M.H. Verlag

Alle Rechte, wie Nachdruck, Vervielfältigungen jeder Art, Vortrag, Funk, Tonträger- und Fernsehsendungen sowie Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, auch auszugsweise, behält sich der Verlag vor.

© Copyright 2010 by I.S.M.H. Verlag

1. Auflage Januar 2010


Inhaltsverzeichnis


Gehmkow hieß früher Stolzow 5

Die Beschreibung des Hauses und Dorfes Gehmkow 5

Beschreibung über das Amtsdorf Gehmkow von 1698 8

Eine Statistik aus dem Jahre 1771 9

Eine Beschreibung des Demmin-Treptowschen Kreises. 10

Familie Hyden-Linden und das Gut Gehmkow 14

Gäste und Feste auf dem Gut Gehmkow 22

Im Winter in Gehmkow: Schlachtezeit und Weihnachten 23

Das Gut Gehmkow 29

Wer wohnte wo? 38

Aus dem Leben von Dietrich von Heyden-Linden 39

Die Malerin Ilse von Heyden-Linden 42




Gehmkow hieß früher Stolzow


Gehmkow ist wahrscheinlich schon in der slawischen Zeit (10.-11. Jh.) besiedelt gewesen. Man vermutet hier das wüste „Stolzow“. Der Ort lag wahrscheinlich 1,3 km südwestlich der alten Dorfstelle auf einer Anhöhe im Bruch, wie aus Bodenfunden geschlossen werden kann. Wahrscheinlich hatten die Slawen dort eine Burg. Gehmkow hatte den Namen „Ull Dörpstäd“. Der Name Gehmkow hat sich aus der Zeit der germanischen Rückeroberung, zumindest aus der Zeit des 30-jährigen Krieges in unsere Zeit hinübergerettet, ist aber nicht genauer zu deuten. Die erste namentliche urkundliche Erwähnung geht in das Jahr 1448 zurück. Damals verkaufte Herrmann von Pentz das Gut an Klaus Drake.

1660 war das Gut im Besitz von Bogislav Balzer von Heyden, ein Vorfahre der von Heyden-Linden. 1663 kam es in den Besitz des Schlossgesessenen Jürgen von Platen und war in der Folge bis ins 19. Jh. ein landesherrliches Vorwerk des Amtes Lindenberg, d. h. es war im Besitz des Staates. Im Jahre 1811 wurde die Domäne verkauft, ein Rittergut mit 477 ha Land, an den Gutsbesitzer von Pressentin. Bis zum Jahre 1887 bewirtschaftete ein Herr Grönlund das Gut.

Dieser verkaufte es 1887 an Friedrich von Heyden-Linden. Sein Sohn Echard von Heyden-Linden, mit seiner Frau, übernahm das Gut im Jahre 1921. Es war bis nach dem 2. Weltkrieg 1945 in ihrem Besitz. Dann wurde die Familie von ihrem Land vertrieben. Der Besitz wurde verstaatlicht, das Land aufgeteilt und das Gutshaus in mehrere Wohnungen aufgeteilt.

Die Beschreibung des Hauses und Dorfes Gehmkow1


Das Haus daselbst ist ziemlich verbaut, weil aber die Zeit her darin niemand gewohnt, ist fast taghloß, auch inwendig etlichermaßen verfallen, und ist mit einem tieferen Wassergraben umgeben, um diesen Graben ist ein ziemlich guter Obstgarten. Zugehörig zu diesem Haus ist der Bauhof, so ziemlich mistreich, darauf steht ein Bauhaus, so inwendig mit 1 Stube und Kammern etlichermaßen billig erbaut. Zur linken Seite des Hauses steht eine lange Scheune, oben mit Stroh befestigt. Hinter dieser Scheune ist auch ein ziemlicher Garten, darin auch etliche Obst- und Kirschenbäume, darin auch Heuffars (?), zu Zeiten auch andere Küchennotdurft kann gesät werden. Zur rechten Seite des Bauhauses steht ein neues Viehhaus, da endet ein neues Kornhaus mit einem ziemlichen Boden, darunter der Hammelstall, ist oben mit Ziegel befestigt. Hinter diesen Gebäuden ist ein ziemlicher Garten, der zum Teil mit Hopfenkruden besamt, auch allerlei Küchennotdurft darin kann gesät werden. Sonsten steht quer über dem Viehhof ein Viehstall mit Rohr befestigt, darauf ein ziemlicher Teil Heu kann getrocknet werden.

1569 und 1590: Zeugen des Dorfes Gemekow:


Jochen Haneke - Achim Hanneke, der Vogt daselbst, 47 Jahre alt.
Carsten Schroder, 70 Jahre alt, hat daselbst 50 Jahre gewohnt.
Achim Kalsow, 76 Jahre alt, ist bei Tönnies Draken Zeiten stets bei ihm auf dem Hof gewesen, ist daselbst gebürtig.
Jaspar Kalsow, 52 Jahre alt, hat dort 30 Jahre gewohnt und gebürtig.

Sagen alle einträchtig, dass zum Hause Gemekow sind belegen 10 Hakenhufe, die vom Hofe oder zum Bauwerk gebraucht werden, noch 2 Hufen brauch Jaspar Kalsow und wird das Dorf bebaut von folgenden Leuten: Jaspar Kalsow, 2 Hufen, gibt m. g. h. 5 M Pacht, 8 Schill. Flachsgeld, 1 Schill. oder 1 Rauchhuhn.

Kotzen:


Diderich Hornemann

1 Wort, 1 Wiese

gibt ½ Gulden Pacht, 16 Schill. oder 16 Pachthühner.

Claus Hagemann

1 Wort, 1 Wiese

gibt wie vorher.

Jasper Schultze

1 Wort, 1 Wiese

gibt wie vorher.

Achim Hacker

1 Wort, 1 Wiese

gibt wie vorher.

Carsten Schroder

1 Wort, 1 Wiese

gibt wie vorher.

Achim Rambow

1 Wort, 1 Wiese

gibt wie vorher, noch 1 Rauchhuhn.

Hans Hageman

1 Wort, 1 Wiese

gibt 1 Guld. Pacht, 4 Schill. oder 4 Pachthühner und 1 Rauchhuhn.

An Wiesen sind vorhanden:
Aus der Wiese am Dicke, wo nicht viel Wasser vorhanden, können wohl 40 Fuder Heu gewonnen werden,
aus der Papenwiese - 4 Fuder Heu,
aus dem Widsoll - weitsahele - 2 Fuder Heu,
aus dem Sarower Feld beim langen Broke - 1 Fuder Heu,
aus der Gronings Wische - 10 Fuder Heu,
im langen Felde aus den Kerksöllen - 1 Fuder Heu,
aus der Bornwische - 2 Fuder Heu,
aus den Ellersöllen - 2 Fuder Heu,
im Feld nach Boldentin aus der Kappe - 6 Fuder Heu.

Die Grenze des Dorfes Gemekow geht an vom Hofloddikbrocke bis ins Koppelbruck, von da weiter entlang bis an die Kappe, von derselben von Boldentin bis auf das Scheidesoll, von dort auf den Scheidenweg, ist die Scheide mit Boldentin, den Weg entlang bis auf das Dudder-Soll, im Soll die Gronings Wische hendal und weiter durch das Espenholdt achter Kasselin, ist die Scheide mit Caslin, vom Eschenholz den Mohlensterch entlang bis an die Beke, ist die Scheide mit Beggerow, die Mühlenbeke entlang bis an das Feld von Ganschendorf, von da die Schrenower Beke hinauf durch das Schrenower bruck, vom Broke die Ganschendorfer Beke hinauf bis zum Horst, das horstbrock hindurch bis an Otto Vire, ist die Scheide mit Ganschendorf, von Otto Vire die Beke hinauf bis ans Törpinsche Feld, ist die Scheide mit Sarow, vom Sarower Feld bis in die ...debeke, von derselben den Dick entlang bis an den owgang an das Lindenbergsche Feld, ist die Scheide mit Törpin, vom Törpinschen Feld die ...chte hinauf bis ans Hofloddikbrock, ist die Scheide mit Lindenberg.



In diesem Kretze sind belegen:

Busch- und Eichenholz

im Lindenberger Feld ist ungefähr 2 Morgen lang und 2 Morgen breit.

Das Koppelbrock

ein Eichenholz, nach Boldentin ist 2 Morgen lang und ungefähr 1 Morgen breit.

Die Fulensche

ein Ellerholz, nach Boldentin ist 1 Morgen lang, ½ Morgen breit.

Der Molenbarch

achter dem Hofe, darauf etliche Eichen, ist ½ Morgen lang und ¼ Morgen breit.

Bei der Beke

ein Ellerholz, 1 Morgen lang und 5 - 1 Rute Breit.

Das Schrenower

Holt mit Eichen und Boken ist 2 Morgen lang, ½ Morgen breit, auch wohl breiter oder schmäler.

Das Schrenower Brock

ist 1 Morgen lang, 4 Ruten breit, auch wohl mehr oder weniger.

Der Eichenremel

ist 1 Morgen lang und 4 Ruten breit.

Das lange Brock

ein Ellerholz, ist 2 Morgen lang, ½ Morgen breit, auch mehr oder weniger.

Ein Horst

darin Eichen und Hagebuchen, ist 3 Morgen lang und 1 Morgen breit und weniger.

Das Horstbrock

ein Ellerholz, ist 3 Morgen lang, zum Teil 10, auch 1 und 2 Ruten breit.

Ein Eichenholz

die Otto Vire, ist ½ Morgen Land.

Das Varchtwarder–Berkenwerder

ein Eichenholz, ist 1 Morgen lang und 1 Morgen breit.

Sölle oder Fischsölle - Fischpfuhle sind wenig vorhanden. Im Dicke sind wohl eher Fische gewesen, aber nun sind wenig vorhanden, weil das Wasser ausgemahlen wird. Hasenjagd ist nicht vorhanden. Die Gemekower geben m. g. h. den Zehnten von Lämmern und den Witteltag. Die Weide ist gar gering, sie müssen den Beggerowern ums 3. Jahr 1¼ Tonne Bier geben, dass sie deren Feld mit ihrem Vieh übertreiben.


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