Inhalt: Eröffnung durch Präsident Ing. Penz (Seite 1281). Mitteilung des Einlaufes (Seite 1282). Ltg. 413/R-1/1: Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses

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Präsident Ing. Penz: Wir kommen zum Thema Sport. Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Schmidl.

Abg. Schmidl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Prä­sident! Frau Landesrätin! Hohes Haus!

Die Sportstrategie 2020 ist eine klare Vorstel­lung, wie sich der Sport in den nächsten sechs Jahren entwickeln soll. Sport ist wichtig für die Ge­sundheit, für die pädagogische und moralische Entwicklung junger Menschen. Für die Integration, aber auch Wirtschaft und Tourismus. Veränderun­gen in der Bevölkerungskultur, gesellschaftlicher Wertwandel und auch der strikte Grad an Sportausübungen und damit zusammenhängende gesundheitliche Entwicklungen auch von Kindern und Jugendlichen stellen den Sport vor neue Her­ausforderungen.

Im gesamten Entwicklungsprozess „Sport Land Niederösterreich im Dialog“ wurde auf die breite Einbindung der verschiedenen Interessensgruppen des NÖ Sportnetzwerkes großer Wert gelegt.

Die Visionen, Ziele und Erfolgsbausteine der Sportstrategie 2020 werden abgebildet in einer Vision, in klaren Zielen und Bausteinen, die der Hebel für die Zielerreichung sein sollen. Das Sportland Niederösterreich bewegt, begeistert, gewinnt.

Zwei klare Ziele der Sportstrategie bis 2020 im Breiten- und Spitzensport: 11 Bausteine sollen zur erfolgreichen Sportentwicklung führen. Einige da­von sind: Sicherstellung einer langfristigen finanzi­ellen Unterstützung der Sportler, Weiterentwicklung der Sportstruktur, Optimierung der bedarfsgerech­ten Versorgung mit Sportinfrastruktur. Stellenwert und Image des Sportes sollen verbessert werden. Auch die Breitensport-Aktivierung ist angesagt.

Die Realisierung der Sportstrategie ist Team­arbeit. Die Ziele sind nur zu schaffen, wenn die Partner im Sportnetzwerk, wie NÖ Verbände, Ver­eine, Sportorganisationen und Gemeinden sowie der Bund zusammen mit dem Sportland Nieder­österreich den Weg gemeinsam konsequent verfol­gen und ihren Beitrag für das große Ganze leisten.

Ein großer Schwerpunkt der Sportförderung liegt im Neu-, Um- und Ausbau einer modernen, bedarfsgerechten und sicheren Sportinfrastruktur. Rund 300 Sportvereine und Gemeinden erhalten jährlich die Modernisierung und den Neubau von Sportanlagen in der Höhe von 3 bis 5 Millionen Euro. Ein Investment in den Sport und damit auch generationsübergreifend in die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen. Ungefähr 4.000 Vereine halten die Sportanlagen samt der dazugehörenden Vereinsgebäuden vielfach durch freiwillige und ehrenamtliche Helfer in Schuss. Ehrenamtliche und freiwillige Helfer sind ein wichtiges Standbein im niederösterreichischen Sport.

Über den geförderten Sportstättenbau wurden 2009 bis 2013 ein Investitionsvolumen für die Wirt­schaft in der Höhe von 230 Millionen ausgelöst. Dadurch können jährlich an die 400 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Sportzentrum ist ein Kompetenz- und Dienstleistungszentrum, das insbesondere den Sportverbänden und Vereinen als Trainings- und Wettkampfstätte sowie als Veranstaltungsort für Spitzen- und Breitensport zur Verfügung steht.

Beim Liese Prokop Memorial habe ich tolle Leistungen gesehen und diese schöne Anlage be­wundert. Waren Sie auch schon einmal da? (Zwi­schenruf: Ja!)


Freut mich!

Moderne Bewegungsmöglichkeiten samt Gastronomie sowie Trainingsmanagement werden angeboten. Über 30 Sportarten können auf dem Areal ausgeübt werden. Jährlich sind mehr als 200.000 Besucher aus fast 200 verschiedenen Sportvereinen und Sportgruppen aus dem In- und Ausland zu verzeichnen.

Das Sportzentrum hat sich vor allem im Sport­stättebau als Leitbetrieb in Niederösterreich etabliert. Aktuelle Planungs-, Bauprojekte im Sport­zentrum Niederösterreich für 2013 und 2014 sind die Errichtung einer Gymnastikhalle und eines Kunstrasenplatzes, die Generalisierung der Leicht­athletikanlage und Errichtung einer Hammer- und Diskuswurfanlage sowie einer Stabhochsprungan­lage.

Das Sportleistungszentrum in St. Pölten, ge­nannt SLZ, ist eine am Campus geführte Bundes­schule mit drei Schulformen. Außerdem gibt es noch die Fußballakademie St. Pölten, das ÖFB Fußballfrauenzentrum, ein nationales Zentrum für Frauenfußball, den Basketball Bundesligaklub, die Eishockeyakademie und den Fußball-Bundesliga­klub SKN St. Pölten.

Die Aktivitäten an Sportförderungen sind: Sportstättenbau, Sportgeräte, Jugendausbildung und Leistungszentren, Aus- und Fortbildung der Sportlehrer, sportmedizinische Betreuung, Sport­veranstaltungen, Jugendsport, Versehrtensport, Gesundheitssport und Seniorensport.

Beim Spitzensport werden Einzelsportler und Mannschaften in der jeweiligen Spielsaison auf Grund ihrer Leistungen in der Vorsaison unterstützt.

Einige für das Jahr 2015 geplanten, gespon­serten Top Events sind u.a. der Ironman in St. Pölten, Wachau Marathon, die Österreichradrund­fahrt, die Wachauer Radtage, das Beachvolleyball Masters in Baden, auch die Wahl der NÖ Sport­ler/Sportlerinnen des Jahres und die Waldviertel Ralley.

Gesponsert werden folgende Spitzensportler und –sportlerinnen und Mannschaften: Benjamin Karl im Snowboard, Beate Schrott in der Leichtath­letik, Andreas Haider-Maurer in Tennis, Kilian Fischhuber in Klettern, Corinna Kuhnle im Kanu, Doris und Stephanie Schwaiger beim Beachvolley­ball sowie Hypo Niederösterreich im Damenhand­ball, SVS Tischtennis (Damen und Herren) und Klaudia Lösch im Versehrtensport. Doris Schwaiger wird heuer leider ausscheiden, da sie dem Sport lange gedient hat. Vielen Dank für deine tollen Leistungen! (Beifall bei der ÖVP und SPÖ.)

Abgesehen von den Medaillen und Pokalen bleiben jährlich durch das Sponsoring von Events im Schnitt der letzten 10 Jahre 3,7 Millionen und durch das Sponsoring von Sportlern und Mann­schaften etwa 4,5 Millionen an medialer Wert­schöpfung für Niederösterreich. Gesamt also 8,2 Millionen rein an Werbewert für das Land Nieder­österreich.

Der neue Trainingslager-Tourismus hat mit dem 1. Jänner 2013 eine zusätzliche Aufgabe be­gonnen. Nationale und internationale Vereins­mannschaften, die ihre Trainingslager in Nieder­österreich abhalten, werden nach einem standardi­sierten System nach objektiven und transparenten Kriterien gesponsert.

Eine Reihe von Breitensportinitiativen sind auch 2015 vorgesehen. Das wird zum Beispiel sein, die Aktion Skikids für 800 Schi- und Snowboard-Einsteiger, die Schulsporttrophy, eine Auszeich­nung für die schulfreundlichsten Schulen. So wird Kindern schon im frühen Alltag der Sport schmack­haft gemacht.

Die Strategie bis 2020 lautet, 20 Prozent der Bevölkerung sollen Sport betreiben um die Ge­sundheit und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Der Bevölkerung im allgemeinen. Da gehören auch Sie dazu! (Beifall bei Abg. Razborcan.)


Es lebe der Sport! Danke! (Beifall bei der ÖVP.)

Präsident Ing. Penz: Zu Wort gelangt Herr Klubobmann Waldhäusl.

Abg. Waldhäusl (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Landesrätin! Kollegen des Hohen Hauses!

Zuerst möchte ich, wie jedes Jahr, an dieser Stelle mich bedanken bei dir, Frau Landesrätin, vor allem für die umsichtige Führung, vor allem für die unpolitische Führung dieses Ressorts. Ich sage das jedes Jahr gerne, weil es nicht nur meine Meinung ist, sondern weil ich es tatsächlich in ganz Nieder­österreich höre. Und ich glaube, das sollte man auch erwähnen. Es ist absolut etwas Wichtiges und zeigt, dass Sport tatsächlich mehr sein kann als nur unter Anführungszeichen politisch hier ein Ressort zu führen.

Und wenn ich beim Danke sagen bin, dann auch der Leiterin der Abteilung, die, glaube ich, auch in deinem Sinne diese Tätigkeit vornimmt. Und es ist ungewöhnlich, aber es gibt einen dritten Dank. Nämlich meiner Vorrednerin. Ich erspare mir jetzt nämlich sehr viel in meinen Ausführungen, weil die Kollegin Schmidl wie immer in gewohnter poin­tierter und sehr kompetenter Art beides geschafft hat. Sie hat den Sportbericht, aber auch die Zu­kunftsvision mit dem Ausblick 2020, beides kombi­niert vorgetragen. Und ich muss sagen, sie hat nichts ausgelassen. Danke liebe Doris! Und du hast auch keine Fehler gemacht. Denn es ist alles, was du sagtest tatsächlich richtig. Du hast, wenn ich mir das gestatten darf, nur vergessen, wo ich sage, und der Kollege Weiderbauer hat es auch gesagt, die Kürzungen in diesem Bereich muss ich schon er­wähnen. Auch wenn es nur ein wenig ist. Aber es geht auch in diesem Bereich auf die Rücklagen. Und letztendlich, ich bin ehrlich, ich sage es hier in diesem Bereich, weil in der nächsten Gruppe merkt man von Kürzungen nichts, die wir diskutieren. Und da würde ich mir auch von dir, Kollege Weider­bauer, dann auch den Mut erwarten zu sagen, na da gibt’s das nicht - da gibt’s das schon.

Für mich ist Sport sehr, sehr wichtig. Warum, das hat meine Vorrednerin bereits gesagt. Ich brauch auf keine dieser gesundheitspolitischen, wirtschaftlichen Komponenten bis zu Arbeitsplät­zen, die gefördert werden und unterstützt werden, eingehen.

Ich möchte aber die Situation nützen, einen Bereich wieder aufzuzeigen, den ich schon vor Jahren diskutiert habe. Und ich war mir dann nicht mehr sicher ob ich hier am richtigen Weg bin. Da geht’s darum, wie wir immer wieder hören, naja, wie schaut es aus im sportlichen Bereich. Es gibt jetzt nicht nur im Fußball, im Tennis, im Tischten­nis, immer mehr haben wir dieses Legionärwesen. Und ich habe im Zuge einer Ferialarbeit Jugendli­che gebeten, über eine Sommerarbeit, in allen vier Vierteln haben die hier Umfragen dazu gemacht. Befragungen auf Sportplätzen, mit Zuschauern, mit Fans, mit Funktionären. Weil es mir wichtig war zu erfahren, liege ich noch richtig mit dem was ich hier erfahre.

Ich bringe deshalb heute auch wieder diesen Antrag ein, weil ich feststellen musste, wir sind hier tatsächlich gefordert. Wir können es nicht bestim­mend machen, aber in Gesprächen und immer wieder im Drängen an die Verbände darauf hinzu­weisen, dass hier ein Umdenken stattfinden sollte. Ein Umdenken zu noch mehr Nachwuchsarbeit und Unterstützung dieser Nachwuchsarbeit und ein Weg von den unteren Klassen mit der Regelung, na, dann nehmen wir halt ein paar Legionäre.

Und ich sage es nur kurz zusammengefasst: Bei den Fans, bei den Zuschauern war es so, na­türlich haben die das unterstützt und haben gesagt, kein Problem. Kein Problem, wenn alle es machen würden, wäre es uns viel lieber. Bei den Funktionä­ren war es so, dass natürlich die Trainer und Funk­tionäre der Kampfmannschaften dagegen waren. Die haben gesagt, nein, nein, ohne Legionäre kön­nen wir nicht auf der Höhe, auf der Ebene. Und wenn man dann sagt, na, wie schaut es aus, wenn alle das Gleiche ... Nein, nein, die wollten es nicht.

Ist man ein, zwei Stufen in diesem Verein drunter gegangen, dann haben bereits auch die Funktionäre, die die Nachwuchsmannschaften trai­niert haben, hier abgegeben, auch schriftlich, mit Namen, wir wären dafür, denn wir verstehen es nicht, dass wir gute Nachwuchsarbeit leisten, die Eltern das unterstützen, die Kinder von Turnier zu Turnier führen, von Training zu Training. Und dann, wenn sie so weit sind, finden sie den Platz in der Kampfmannschaft nicht. Weil dann der Trainer sagt, naja, aber der 33, 34-jährige, der über der Grenze kommt, hat mehr Routine. Kommt zwar nicht billiger, er kostet ein bisschen was, aber wir nehmen doch den. Und dann sitzen die Jugendli­chen, wo bereits Geld in die Nachwuchsarbeit ge­flossen ist, am Bankerl, sind frustriert und beenden dann vielleicht ihren sportlichen Weg.

Und wir haben auch die Betroffenen befragt. Und bei den Betroffenen, bei den Spielern, war es so, dass auch in den Kampfmannschaften viele sagten, mir wäre es schon lieber, aber ich bin ein­deutig nicht so stark wie mein Freund mittlerweile oder Kollege, der hier spielt. Aber wenn es bei allen anderen auch so wäre, könnten wir uns vorstellen, bis zur Gebietsliga, manche sagen, bis zur Landes­liga, manche sagen einen Schritt drunter. Je nach­dem in welcher Sportart man hier auch diskutiert.

Ich glaube, wir sollten das ernst nehmen. Und mir war es wirklich ein Anliegen, damit ich auch weiß, ob ich hier richtig unterwegs bin. Denn wir Politiker neigen oft dazu, wenn wir selbst Ideen haben oder was fordern, dass wir glauben, nur weil es von uns stammt, dass es dann auch richtig sein muss. Und dann denkt man nicht mehr darüber nach.

Darum habe ich das gemacht. Das hat zwar ein bisschen Geld gekostet, aber den Jugendlichen hat das Freude bereitet. Und den Jugendlichen war komplett egal, was da raus kommt dabei. Für mich war es wichtig, eine Bestätigung, dass wir hier tat­sächlich umdenken sollen. Das muss man nicht mit Gewalt machen und muss man auch nicht politisch vornehmen. Sondern ich glaube, der Gedanken­prozess ist wichtig.

Ich sage es an einem Beispiel von einem Ver­ein im Waldviertel. Da hat, das war Gemeinde Windigsteig, der Hauptsponsor Hütte Reichenbach, gesagt: Ich will mit den Eigenen spielen. Ich geb euch das Geld, ich fahr auch mit euch auf Trai­ningslager, aber spielt bitte nur mit Eigenen. Sie waren natürlich immer Letzter, war ganz klar. Sie haben es nicht geschafft. Zuschauer hatten sie fast 50 Prozent mehr als vorher, weil die eigenen Leute, die Familienangehören alle am Fußballplatz waren. Der Hauptsponsor war jedoch nach fünf Jahren dann weg oder hat nicht mehr so viel hergegeben und jetzt ist es wieder so wie vorher. Es gibt diese Legionäre. Und jetzt ist aber bereits dort das so, dass die Funktionäre, die es vorher gewohnt waren, sagen, die 2, 3 Tage Kirtag, die wir jetzt veranstal­ten, machen wir eigentlich dafür, dass wir unsere Legionäre bezahlen können.

Auch darüber sollten wir nachdenken, ob es nicht wirklich vernünftig ist, hier ganz ruhig und sachlich einmal darüber zu diskutieren. Und die Diskussion muss man auch in den Verbänden an­regen. Genau dort ist ja das Problem, dass viele dort das tatsächlich nicht hören wollen. Ich stelle daher gemeinsam mit dem Kollegen Naderer den Antrag (liest:)

„Resolutionsantrag

der Abgeordneten Waldhäusl und Naderer be­treffend stärkere Förderung von Jugend und Nach­wuchsarbeit – Eindämmung des Legionärsunwe­sens zur Gruppe 2 des Voranschlages des Landes Niederösterreich für das Jahr 2015, Ltg. 411/V-2-2014.

Es gibt nur wenige Sportarten, die sich so gro­ßer Beliebtheit erfreuen wie Fußball. Was Kinder und Jugendliche auf dem Fußballplatz erfahren, ist weit mehr als nur körperliche Ertüchtigung. So ler­nen sie auf spielerische Weise, sich an bestimmte Regeln zu halten und im Kollektiv bzw. Team spie­len zu müssen, um etwas zu erreichen, aber auch die Koordination wird dadurch geschult. Wertvolle Erfahrungen, die auch im realen Leben abseits vom Fußballplatz von großem Vorteil für die jungen Her­anwachsenden sein können. Darüber hinaus darf man auch nicht auf den gesundheitlichen Aspekt vergessen, den die sportliche Betätigung mit sich bringt.

Um den heimischen Nachwuchssportlern, wie beispielsweise im Fußball, mehr Chancen zu ge­ben, ist es erforderlich, schon ab den „untersten“ Spielklassen das Legionärswesen nicht ausufern zu lassen. Immer wieder schaffen eigene Nachwuchs­sportler den Sprung in die Kampfmannschaft nicht, weil ihm ein Legionär, der zudem dem Verein viel Geld kostet, den Platz verstellt. Um diesem Trend entgegen zu wirken, wäre es wichtig, Niederöster­reichs Jugend, insbesondere die sportliche Nach­wuchsarbeit der Vereine noch stärker als bisher abhängig von ihrer Jugendarbeit zu fördern. So könnte man nicht nur in die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen investieren, sondern würde sich zudem auch den Ankauf von teuren Legionären aus dem Ausland ersparen. Die Ver­antwortlichen des Landes Niederösterreich sollten daher mit den Entscheidungsträgern in den nieder­österreichischen Sportverbänden in Verhandlung treten, um eine Regelung zu erarbeiten, die sicher­stellt, dass z.B. die Spielklassen bis zur 1. Landes­liga im Fußball ohne Legionäre ihr Auskommen finden. Diese sollten auf alle Breitensportarten an­gewandt werden. Eine solche Regelung hätte auch den Vorteil, dass der Matchbesucher vor Ort wieder mehr Bezug zu „seinem Verein und seinen Sport­lern“ hätte. Die Zuschauerzahlen würden wieder steigen. Mehreinnahmen und eingesparte Mittel für Legionäre könnten zusätzlich für mehr Nachwuchs­arbeit verwendet werden. Auch anerkannte Exper­ten in Sachen Nachwuchsfußball treten für eine solche Regelung ein.

Die Gefertigten stellen daher folgenden Antrag:

Der Hohe Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, im Sinne der Antragsbegründung

1) im Interesse der Nachwuchsarbeit der Ver­eine bei Förderungen noch stärker die Jugend- und Nachwuchsarbeit zu berücksichtigen sowie Kinder- und Jugendwettkämpfe zu fördern und

2) mit den Verantwortlichen in den Sportver­bänden Verhandlungen aufzunehmen, um eine Regelung betreffend Eindämmung des Legionärs­wesens zu schaffen.“

Bitte euch, werte Damen und Herren Kollegen, tatsächlich darüber nachzudenken. Hier geht’s nicht darum, jemanden gegenseitig auszuspielen. Hier geht es darum, wenn wir sagen, die Nachwuchsar­beit, die eigene Jugend stärker zu fördern, ihnen dann auch die Möglichkeit zu geben, dass sie auch tatsächlich dann auch dort spielen, wo die Zu­schauer, wo unsere Bevölkerung sie sehen möchte. Nämlich in der Kampfmannschaft. Ich glaube, die­ser Zugang ist der richtige. Geben wir unseren Jungen eine Chance! (Beifall bei der FPÖ.)

Präsident Ing. Penz: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Von Gimborn.

Abg. Dr. Von Gimborn (FRANK): Sehr ge­ehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Landesrä­tin! Hohes Haus!

Bevor ich mich jetzt dem Thema Bewegung und Sport widme, muss ich noch dem Landtagsab­geordneten Bader ein paar Worte sagen. Er ist jetzt nicht da, aber ich würde Sie bitten, dass Sie ihm das ausrichten. Ich bin wahrscheinlich näher am Geschehen als ihm lieb ist. Denn ich höre fast tag­täglich in meiner Ordination über Probleme, die von Schülern kommen, die von Eltern kommen, die aber auch von Lehrern kommen. Zum Einen.

Zum Zweiten: Auch meine Kinder sind noch nicht so lange aus der Schule heraußen. Und da sagte mir doch damals glatt ein Lehrer, ich bin Künstler und nicht Lehrer. Da frage ich mich schon, was er an der Schule getan hat und warum er nicht eher sich vom Kulturbudget hat sponsern lassen.

So! Alle wollten sie – die tägliche Turnstunde. Sie ließ diverse Minister wirklich medientauglich mit Kindern sporteln. Wurde zum Wahlkampfthema und landete schließlich als Projekt im Arbeitsüberein­kommen der Bundesregierung. Die Regierung hat sie im Programm. Und doch ist es ziemlich ruhig geworden um das Thema der täglichen Turnstunde.

Kündigte Kanzler Faymann im Juli 2013 noch die tägliche Turnstunde ab Herbst 2014 an, argu­mentiert Ministerin Heinisch-Hosek heute, zu wenig Turnsäle, zu wenig geschultes Personal, mit 130 Millionen Euro zu teuer. Jetzt herrscht Stillstand.

Nun ist es aber so, dass eine Langzeitstudie an der Universität Dundee in Schottland, wissen­schaftlich bestätigt, dass sportliche Betätigung die Schulleistung verbessert. Es stellte sich bei dieser Studie heraus – und immerhin waren das 4.755 Schüler im Alter von 11, 13 und 16 Jahren – dass eine moderate bis kräftige sportliche Betätigung bessere Leistungen nach sich zog.

Die Untersuchungen und die Ergebnisse be­ziehen sich ausdrücklich auf Sport, der mäßig bis stark ausgeübt wird, nicht auf Leistungssport. Schon nach 12 Minuten körperlicher Betätigung sind Leistungssteigerungen bei Mädchen nach­weisbar. Bei Jungen stellen sich messbare Verbes­serungen nach 17 Minuten ein.

Eine Studie der Universität von Kansas in den USA zeigt sogar, dass es nicht unbedingt Handball oder Bockspringen sein muss, sondern dass auch längere Aufenthalte in der Natur die geistige Fähig­keit steigern. So müssten zwei der drei Argumente für eine Verhinderung der täglichen Turnstunde als unsinnig entkräftet werden. Es bedarf weder der Turnsäle noch speziell geschulten Personals, um Kindern Bewegung an der frischen Luft angedeihen zu lassen.

Wenn man keine 130 Millionen unter Anfüh­rungszeichen „verschwenden“ möchte, damit un­sere Kinder ihr intellektuelles Potenzial besser aus­schöpfen können, könnte man noch immer argu­mentieren, dass das gut investiertes Geld in die Gesundheit unserer Kinder wäre. Diese Summen würden dann im Gesundheitssystem mehrfach eingespart werden können. Es ist schließlich ja kein Geheimnis, dass in Österreich gut ein Fünftel der Mädchen und gut ein Viertel der Buben im Alter von 7 bis 14 Jahren übergewichtig sind. Knapp 6 Pro­zent der Mädchen und 9 Prozent der Buben sind sogar adipös, also fettleibig.

Fettleibigkeit ist vereinfacht als Krankheit defi­niert, bei der es zur exzessiven Zunahme an Kör­perfett kommt, sodass dies zu schweren gesund­heitlichen Beeinträchtigungen führt. Obwohl Adipositas oder Fettleibigkeit eine eigenständige Krankheit ist, zählt sie zu einem der Hauptrisiko­faktoren für die Entstehung von nicht übertragbaren chronischen Erkrankungen wie kardiovaskulären Problemen oder Herz-Kreislauf-Problemen, Typ 2-Diabetes Mellitus, also Zuckerkrankheit, bestimmte Krebsarten, Erkrankungen von Leber und Gallen­blase.

Daneben gibt’s noch eine Reihe anderer Ge­sundheitsprobleme wie Atemschwierigkeiten, Er­krankungen des Bewegungsapparates, Hautprob­leme, Unfruchtbarkeit, eben vieles andere mehr. Und in Österreich sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems für rund 43 Prozent aller Todes­fälle verantwortlich und korrelieren eben sehr stark mit Übergewicht und dessen Folgen.

Auf Initiative des österreichischen Herzfonds führte das österreichische akademische Institut für Ernährungsmedizin nun erstmals eine standardi­sierte und evaluierte Studie in mehreren Wiener Schulen durch, um Grundlagen für ein nationales Präventionsprogramm zu schaffen. Erste Untersu­chungen brachten aber alarmierende Ergebnisse hinsichtlich der körperlichen Fitness und des Ernäh­rungsbewusstseins bei 10- bis 12-Jährigen hervor. Bisher wurden insgesamt 146 Kinder aus vier Wiener Schulen untersucht. Die Ergebnisse zeig­ten, dass 24 Prozent der Kinder übergewichtig sind. 9 Prozent in Bezug auf der Gesamtgruppe leiden an Fettleibigkeit, knapp 3 Prozent an extremer Fettleibigkeit. Ein Kind brachte sogar knapp 109 kg auf die Waage. Wir sprechen hier von 10- bis 12-Jährigen.

Mit sinnvollen Präventionsmaßnahmen könnte man enorme Kosten für das Gesundheitssystem

vermeiden, erläutert auch Thomas Czypionka, Lei­ter des Forschungsbereichs Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik am Institut für Höhere Stu­dien.

Er meinte, und ich zitiere: Die Investition in die Kindergesundheit ist von besonderer Bedeutung. Es könnten einfache Maßnahmen gesetzt werden, die vergleichsweise stark kommulierte Effekte über die Lebenszeit haben. Somit ist das Kosten-Nut­zen-Verhältnis sehr günstig.

Ich stelle daher einen Resolutionsantrag (liest:)

„Resolutionsantrag

der Abgeordneten Gabriele Von Gimborn zur Gruppe 2 des Voranschlages des Landes NÖ für das Jahr 2015, Ltg. 411/V-2, betreffend mehr Be­wegung und Sport in Pflichtschulen.

In Österreich sind gut 1/5 der Mädchen und gut ¼ der Buben im Alter von 7 bis 14 Jahren überge­wichtig. Knapp 6% der Mädchen und 9% der Buben sind bereits adipös!

Adipositas zählt zu einem der Hauptrisikofakto­ren für die Entstehung von nicht-übertragbaren, chronischen Erkrankungen wie kardiovaskulären Problemen, Diabetes mellitus Typ 2, bestimmten Krebsarten und Erkrankungen der Gallenblase. Daneben gibt es noch eine Reihe von Gesund­heitsproblemen wie Atemschwierigkeiten, Erkran­kungen des Bewegungsapparates, Hautproblemen und Unfruchtbarkeit, die mit Adipositas assoziiert werden.

Die von Bundeskanzler Werner Faymann im Juli 2013 für Herbst 2014 angekündigte ‚tägliche Turnstunde‘ hätte das Potential, Kindern nicht nur die Notwendigkeit und die Freude an der Bewe­gung näher zu bringen, sondern würde dem Staat künftig massive Einsparungen im Gesundheitswe­sen garantieren.

Die Gefertigte stellt daher folgenden Antrag:

Der Hohe Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung, insbesondere an die Frau Unter­richtsministerin heranzutreten und sie aufzufordern, die versprochene ‚tägliche Turnstunde‘ möglichst rasch an allen Pflichtschulen einzuführen, sowie Langzeitprojekte und Schwerpunktinitiativen zur Bewegungsanimation von Kindern in Pflichtschulen in größerem Umfang als bisher zu fördern“.

Danke für die Aufmerksamkeit! (Beifall bei FRANK.)



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