Inhalt: Eröffnung durch Präsident Mag. Freibauer (Seite 688). Mitteilung des Einlaufes (Seite 688). (Fortsetzung) Spezialdebatte



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Sitzungsbericht

48. Sitzung der Tagung 2006/07 der XVI. Gesetzgebungsperiode

des Landtages von Niederösterreich

Dienstag, den 12. Juni 2007



Inhalt:

  1. Eröffnung durch Präsident Mag. Freibauer (Seite 688).

  2. Mitteilung des Einlaufes (Seite 688).

  3. (Fortsetzung) Spezialdebatte Gruppe 3, Kunst, Kultur und Kultus.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (47. Sitzung Seite 675)
    Redner: Abg. Adensamer (Seite 688), Abg. Präs. Ing. Penz (Seite 689), Abg. Mag. Wilfing (Seite 691), Abg. Lembacher (Seite 691), Abg. Ing. Rennhofer (Seite 692), Abg. Rinke (Seite 693), Abg. Ing. Pum (Seite 693), Abg. Mag. Heuras (Seite 695), Abg. Grandl (Seite 696), Abg. Ing. Haller (Seite 697), Abg. Kernstock (Seite 698), Abg. Erber (Seite 700), Abg. Hintner (Seite 700), Abg. Maier (Seite 701), Abg. Dipl.Ing. Eigner (Seite 702), Abg. Waldhäusl (Seite 703), Abg. Mag. Motz (Seite 703).
    Abstimmung (Seite 704).
    (Gruppe 3 mehrheitlich angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, Grüne, Abg. Mag. Ram, Ablehnung FPÖ;
    Resolutionsantrag Abg. Weiderbauer abge­lehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Ableh­nung ÖVP, Abg. Mag. Ram.)


  4. Spezialdebatte: Gruppe 4, Soziale Wohl­fahrt und Wohnbauförderung.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 704).
    Redner: Abg. Mag. Ram (Seite 704), Abg. Waldhäusl (Seite 706),
    zur GO: MMag. Dr. Petrovic (Seite 708),
    Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 708), Abg. Vladyka mit Resolutionsantrag betreffend Förderung des Zuganges zum digitalen Antennenfernsehen für rundfunkgebühren­befreite Personen (Seite 711), Abg. Erber (Seite 714), Abg. Razborcan (Seite 715), Abg. Maier (Seite 716), Abg. Hensler (Seite 718), Abg. Ebner mit Resolutionsantrag be­treffend Schaffung von überregionalen Lehr­werkstätten (Seite 719), Abg. Doppler (Seite 721), Abg. Weiderbauer (Seite 722), Abg. Dworak mit Resolutionsantrag betreffend Adaption des Ausbauprogramms für Landes-Pensionisten- und Pflegeheime 2006 – 2011 (Seite 723), Abg. Herzig (Seite 725), Abg. Doppler (Seite 726), Abg. Ing. Haller (Seite 726), Abg. Rinke (Seite 727), Abg. Mag. Kögler (Seite 729), Abg. Lembacher (Seite 730), Abg. Adensamer (Seite 732), Abg. Rinke (Seite 733), Abg. Dr. Michalitsch (Seite 733), Abg. Thumpser (Seite 735), Abg. Mag. Karner (Seite 736), Abg. Mag. Fasan mit Resolutionsantrag betreffend verstärkte Be­rücksichtigung der Klimaschutz- und Energie­sparmaßnahmen in der NÖ Wohnbauförde­rung (Seite 737), Abg. Erber (Seite 740), Abg. Mag. Wilfing (Seite 740), Abg. Dipl.Ing. Toms (Seite 741), Abg. Präs. Sacher (Seite 742), Abg. Honeder (Seite 744), Abg. Vladyka (Seite 746), Abg. Mag. Motz mit Resolutionsantrag betreffend Adaption des Ausbauprogrammes für Landes-Pensionis­ten- und Pflegeheime 2006 – 2011 (Seite 746), Abg. Präs. Sacher mit Resolutions­antrag betreffend Maßnahmenpaket zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Pflege und Betreuung (Seite 747), Abg. Erber (Seite 748), Abg. Mag. Karner (Seite 749), Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 751), Abg. Adensamer mit Resolutionsantrag be­treffend Pflege und Betreuung in Nieder­österreich (Seite 752), Abg. Präs. Sacher (Seite 753), Abg. Waldhäusl (Seite 753), Abg. Mag. Ram (Seite 754), LR Schabl (Seite 755), LR Dr. Bohuslav (Seite 755).
    Abstimmung (Seite 756).
    (Gruppe 4 mehrheitlich angenommen: Zu­stimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne, FPÖ;
    Resolutionsantrag Abg. Vladyka einstimmig angenommen;
    Resolutionsantrag Abg. Ebner abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung ÖVP;
    Resolutionsantrag Abg. Dworak abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung ÖVP;
    Resolutionsantrag Abg. Mag. Fasan abge­lehnt: Zustimmung Grüne, Ablehnung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Mag. Motz abge­lehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung ÖVP;
    Resolutionsantrag Abg. Präs. Sacher abge­lehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung ÖVP;
    Resolutionsantrag Abg. Adensamer einstim­mig angenommen.)


  5. Spezialdebatte: Gruppe 5, Gesundheit.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 757).
    Redner: Abg. Mag. Ram (Seite 757), Abg. Waldhäusl (Seite 758), Abg. Dr. Krismer-Huber mit Resolutionsantrag betreffend Ein­richtung eines AIDS-Hauses (Seite 760), Abg. Kernstock mit Resolutionsantrag be­treffend der kostenlosen Pneumokokken- und Rotaviren-Impfung von Kleinkindern (Seite 763), Abg. Mag. Heuras (Seite 766), Abg. Hintner (Seite 767), Abg. Mag. Leicht­fried (Seite 768), Abg. Ing. Rennhofer (Seite 770), Abg. Herzig (Seite 771), Abg. Jahr­mann (Seite 772), Abg. Mag. Fasan mit Resolutionsantrag betreffend Novellierung des Ökostromgesetzes (Seite 773), Abg. Gartner (Seite 777), Abg. Friewald (Seite 778), Abg. Thumpser mit Resolutionsantrag betreffend Reduzierung des LEBIG Beitrages der Rettungsdienste von 6,6 Euro auf 2,2 Euro (Seite 779), Abg. Mag. Riedl (Seite 781).
    Abstimmung (Seite 782).
    (Gruppe 5 mehrheitlich angenommen: Zu­stimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne, FPÖ;
    Resolutionsantrag Abg. Dr. Krismer-Huber abgelehnt: Zustimmung Grüne, Ablehnung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Kernstock einstim­mig angenommen;
    Resolutionsantrag Abg. Mag. Fasan ein­stimmig angenommen;
    Resolutionsantrag Abg. Thumpser abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, Abg. Mag. Ram, Ablehnung ÖVP, FPÖ.)


  6. Spezialdebatte: Gruppe 6, Straßen- und Wasserbau, Verkehr.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 782).
    Redner: Abg. Mag. Ram (Seite 783), Abg. Waldhäusl mit Resolutionsantrag betreffend Einführung eines NÖ Tankgutscheines (Seite 784), Abg. Mag. Fasan mit Resolutionsantrag betreffend verstärkte finanzielle Förderung des öffentlichen Verkehrs, Resolutionsantrag betreffend weiterer Ausbau der Schnellbahn­linie S 2, Resolutionsantrag betreffend Waterbike auf der Donau – menschen- und umweltorientierte Änderung des Schifffahrts­rechts (Seite 787), Abg. Thumpser (Seite 791), Abg. Moser (Seite 794), Abg. Präs. Ing. Penz (Seite 796), Abg. Gartner (Seite 797), Abg. Mag. Riedl (Seite 798), Abg. Razborcan mit Resolutionsantrag betreffend Verbes­serungen für die Pendler im Bereich des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) (Seite 800), Abg. Ing. Hofbauer (Seite 802), Abg. Präs. Sacher (Seite 803), Abg. Doppler (Seite 804), Abg. Mag. Leichtfried (Seite 805), Abg. Hiller (Seite 807), Abg. MMag. Dr. Petrovic mit Resolutionsantrag betreffend Tiertransportgesetz – Straße (Seite 808), Abg. Ing. Gratzer (Seite 810), Abg. Friewald (Seite 811), Abg. Razborcan (Seite 812), Abg. Dipl.Ing. Toms (Seite 813), Abg. Mag. Stiowicek (Seite 815), Abg. Mag. Wilfing (Seite 816), Abg. Rosenmaier (Seite 817), Abg. Dr. Michalitsch (Seite 818), Abg. Ebner mit Resolutionsantrag betreffend Wiederinbe­triebnahme und Weiterführung der Thaya­talbahn (Seite 819), Abg. Mag. Renner (Seite 821), Abg. Hintner (Seite 821), Abg. Findeis (Seite 823), Abg. Hensler (Seite 823), Abg. Razborcan mit Resolutionsantrag betreffend Verbesserungen für die Pendler im Bereich des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) (Seite 824), Abg. MMag. Dr. Petrovic mit Resolutionsantrag betreffend Waterbike auf der Donau – menschen- und umweltorien­tierte Änderung des Schifffahrtsrechts (Seite 825),
    zur GO: Abg. Waldhäusl (Seite 826),
    Abg. Dr. Michalitsch mit Resolutionsantrag betreffend Tiertransportgesetz – Straße, Resolutionsantrag betreffend den weiteren Ausbau der Schnellbahnlinie S2, Resolu­tionsantrag betreffend verstärkte finanzielle Förderung des öffentlichen Verkehrs (Seite 826), Abg. Mag. Fasan (Seite 828), Abg. Ebner mit Resolutionsantrag betreffend Wiederinbetriebnahme und Weiterführung der Thayatalbahn (Seite 829).
    Abstimmung (Seite 830).
    (Gruppe 6 mehrheitlich angenommen: Zu­stimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ab­lehnung Grüne, FPÖ;
    Resolutionsantrag Abg. Waldhäusl abge­lehnt: Zustimmung FPÖ, Ablehnung ÖVP, SPÖ, Grüne, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Mag. Fasan betref­fend verstärkte finanzielle Förderung des öffentlichen Verkehrs abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Ablehnung ÖVP, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Mag. Fasan betref­fend weiterer Ausbau der Schnellbahnlinie S 2 abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Ablehnung ÖVP, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. MMag. Dr. Petrovic betreffend Tiertransportgesetz – Straße abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Ablehnung ÖVP, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Razborcan einstim­mig angenommen;
    Resolutionsantrag Abg. MMag. Dr. Petrovic betreffend Waterbike auf der Donau – menschen- und umweltorientierte Änderung des Schifffahrtsrechts einstimmig angenom­men;
    Resolutionsanträge Abg. Dr. Michalitsch betreffend Tiertransportgesetz – Straße und betreffend den weiteren Ausbau der Schnell­bahnlinie S 2 einstimmig angenommen;
    Resolutionsantrag Abg. Dr. Michalitsch be­treffend verstärkte finanzielle Förderung des öffentlichen Verkehrs mehrheitlich angenom­men: Zustimmung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne;
    Resolutionsantrag Abg. Ebner einstimmig angenommen.)


  7. Spezialdebatte: Gruppe 7, Wirtschaftsförde­rung.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 831).
    Redner: Abg. Mag. Ram (Seite 831), Abg. Waldhäusl mit Resolutionsantrag betreffend Milchpreiserhöhung auch für Produzenten (Seite 833), Abg. Dr. Krismer-Huber mit Resolutionsantrag betreffend Standards in der Erzeugung von Pflanzentreibstoff und Resolutionsantrag betreffend Risiko- und Sicherheitsforschung am Universitäts- und Forschungszentrum Tulln (Seite 834), Abg. Mag. Motz mit Resolutionsantrag betreffend Förderung des nachträglichen Einbaus von Partikelfiltern in Diesel Kfz bis 3,5 t (Seite 838), Abg. Honeder (Seite 841), Abg. Ing. Gratzer (Seite 843), Abg. Hensler (Seite 845), Abg. Mag. Renner (Seite 846), Abg. Ing. Pum (Seite 846), Abg. Mag. Leichtfried (Seite 847), Abg. Ing. Haller (Seite 848), Abg. Gartner (Seite 849), Abg. Dipl.Ing. Eigner (Seite 850), Abg. Findeis (Seite 851), Abg. Mag. Heuras (Seite 852), Abg. Ebner (Seite 853), Abg. Dipl.Ing. Toms (Seite 854), Abg. Ing. Hofbauer (Seite 854), Abg. Rosenmaier (Seite 855), Abg. Dr. Prober (Seite 855), Abg. Ing. Rennhofer (Seite 856), Abg. MMag. Dr. Petrovic mit Resolutionsantrag betreffend Bleiberecht für Menschen, die bereits inte­griert sind (Seite 857), Abg. Vladyka (Seite 858), Abg. Honeder mit Resolutionsantrag betreffend angemessene Preise für landwirt­schaftliche Produkte (Seite 858), Abg. Mag. Schneeberger (Seite 859).
    Abstimmung (Seite 859).
    (Gruppe 7 mehrheitlich angenommen: Zu­stimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ab­lehnung Grüne, FPÖ;
    Resolutionsantrag Abg. Waldhäusl abge­lehnt: Zustimmung FPÖ, Ablehnung ÖVP, SPÖ, Grüne, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Dr. Krismer-Huber betreffend Standards in der Erzeugung von Pflanzentreibstoff abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, Ablehnung ÖVP, FPÖ, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Dr. Krismer-Huber betreffend Risiko- und Sicherheitsforschung am Universitäts- und Forschungszentrum Tulln abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, FPÖ, Ablehnung ÖVP, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Mag. Motz abge­lehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, Abg. Mag. Ram, Ablehnung ÖVP, FPÖ;
    Resolutionsantrag Abg. MMag. Dr. Petrovic 1. Punkt mehrheitlich angenommen: Zustim­mung ÖVP, SPÖ, Grüne, Ablehnung FPÖ, Abg. Mag. Ram
    2. Punkt abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Grüne, Ablehnung ÖVP, FPÖ, Abg. Mag. Ram;
    Resolutionsantrag Abg. Honeder mehrheit­lich angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne.)


  8. Spezialdebatte: Gruppe 8, Dienstleistungen.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 860).
    Abstimmung (Seite 860).
    (mehrheitlich angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne, FPÖ.)

  9. Spezialdebatte: Gruppe 9, Finanzwirtschaft.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 860).
    Abstimmung (Seite 860).
    (mehrheitlich angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne, FPÖ.)

  10. Spezialdebatte Dienstpostenplan 2008.
    Berichterstatterin: Abg. Hinterholzer (Seite 861).
    Abstimmung (Seite 861).
    (mehrheitlich angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne, FPÖ.)

  11. Abstimmung über den Voranschlag des Landes Niederösterreich für 2008 als Gan­zes (Seite 861).
    (mehrheitlich angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, Abg. Mag. Ram, Ablehnung Grüne, FPÖ.)

  12. Schlussworte Präs. Mag. Freibauer (Seite 861).

***

Präsident Mag. Freibauer (um 09.00 Uhr): Hoher Landtag! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich eröffne die Sitzung. Von der heutigen Sitzung hat sich niemand entschuldigt. Die Be­schlussfähigkeit ist hiermit gegeben. Das Protokoll der letzten Sitzung ist geschäftsordnungsmäßig aufgelegen. Es ist unbeanstandet geblieben und demnach als genehmigt zu betrachten.

Eingelangt sind noch die Anfragebeantwortun­gen zu Ltg. 881/A-5/190 – von Herrn Landesrat Dipl.-Ing. Plank, zu Ltg. 889/A-4/202 – von Herrn Landeshauptmann Dr. Pröll, zu Ltg. 893/A-5/193 – von Frau Landesrätin Mag. Mikl-Leitner, zu Ltg. 899/A-5/197 – von Herrn Landesrat Mag. Sobotka, zu Ltg. 900/A-5/198 – von Herrn Landesrat Dipl.-Ing. Plank.

Herr Abgeordneter Ing. Andreas Pum teilt mit Schreiben, eingelangt in der Landtagsdirektion am 11. Juni 2007, mit dass er keine leitende Stellung im Sinne des § 4 Abs. 1 Unvereinbarkeitsgesetz ausübt.

Ich darf das Hohe Haus um Kenntnisnahme ersuchen.

Ich setze die Beratungen zum Voranschlag des Landes Niederösterreich für das Jahr 2008 mit der Spezialdebatte, Gruppe 3, Kunst, Kultur und Kultus fort. Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Aden­samer.

Abg. Adensamer (ÖVP): Ein guter Tag be­ginnt mit einer Rede von Erika Adensamer. (Beifall bei der ÖVP.)

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Präsidenten! Hohes Haus!

Kultur in Niederösterreich hat nun einmal einen besonderen Stellenwert und Niederösterreich darf stolz sein auf seine aktive Kulturpolitik. Auf die Vielfalt und auf die Breite des kulturellen Angebo­tes, das so umfassend und hochwertig ist wie nie zuvor. Von der Volkskultur zur Hochkultur, von der Klassik bis zur Moderne. Die finanziellen Voraus­setzungen für diese Erfolgsgeschichte beschließen wir, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, hier im Landtag im jährlichen Budget. Und deshalb sollte es auch uns Abgeordneten besonders bewusst sein, wie enorm sich das Kulturbudget in den letz­ten 10 Jahren entwickelt hat.

Mit großer Mehrheit haben wir in den letzten 10 Jahren Kulturbudgets beschlossen die um rund 100 Prozent gestiegen sind. Im Jahr 2008 werden über 90 Millionen Euro aufgewandt. Dieser imponieren­den Budgetzahl ist auch hinzuzufügen, dass wir in Niederösterreich äußerst sparsam und effizient mit den uns anvertrauten Geldern umgehen. Der pro Kopf der Bevölkerung gerechnete Aufwand für Kulturausgaben ist in Niederösterreich noch immer am geringsten. Stellt man dem jedoch gegenüber, welche Aktivitäten entfaltet wurden, so darf und muss man von einer Erfolgsgeschichte der nieder­österreichischen Kulturpolitik sprechen.

Ich denke da an den Aufbau des Kulturange­bots in der Landeshauptstadt St. Pölten einerseits, wie die SPÖ sicher wohlwollend zur Kenntnis nimmt, und der gleichzeitigen Erweiterung der In­frastruktur und der Veranstaltungen in den einzel­nen Landesvierteln andererseits.

Ich denke weiters an die Schaffung gesetzli­cher Rahmenbedingungen und eines zeitgemäßen Kulturmanagements. Als weitere Meilensteine der erfolgreichen niederösterreichischen Kulturpolitik möchte ich erwähnen die Eröffnung der Kunstmeile Krems, die Neustrukturierung des Theaterfestivals Niederösterreich und des Donaufestivals, die Schaffung von mehr als 100 Kulturwerkstätten, die imposante Weiterentwicklung des Archäologieparks Carnuntum, die Realisierung eines archäologischen Zentraldepots in Hainburg, die Gründung der Volkskultur Niederösterreich GesmbH, die Neuor­ganisation des weltweit erfolgreichen Niederöster­reichischen Tonkünstlerorchesters, auch die neue Sommerresidenz im internationalen Kulturzentrum Grafenegg sei hier erwähnt.

Weiters die Übernahme des Stadttheaters St. Pölten, die Gründung von Musik aktuell als Platt­form für zeitgenössische Kunst, die Umsetzung der Programmzeitschrift K2 gemeinsam mit Wien mit einer Auflage von 100.000 Stück. Die Planung und Umsetzung des Festivals „Glatt und verkehrt“, die Finanzierung des Programmkinos St. Pölten, die Übersiedlung des Krenek-Instituts von Wien nach Krems und so weiter und so fort. Sie alle stehen auf den festen und unverrückbaren Prinzipien und da­mit auf den tragenden Säulen der niederösterrei­chischen Kulturpolitik. Oberstes Prinzip ist dabei die Freiheit der Kunst. Toleranz gegenüber allen Er­scheinungsformen der Kunst sowie gleichrangige Förderung von Landeshauptstadt und Regionen sind weitere wichtige Prinzipien. Die Pflege des Dialogs zwischen internationaler Kulturentwicklung und regionalen Kulturinitiativen ist hervorzuheben.

Weitere Prinzipien: Der Erhalt des kulturellen Erbes und die Förderung der zeitgenössischen Kunst sind in Niederösterreich kein Widerspruch. Wichtig ist auch die Pflege der Kooperation zwi­schen Wien und Niederösterreich im Sinne einer konkurrenzfähigen Region Sensural Europe. Und last but not least wird der Kulturbetrieb weiter durch die Anwendung betriebswirtschaftlicher Modelle professionalisiert. Erfreulicherweise konnten alle diese Aktivitäten in einem Klima des Konsens ent­faltet werden. Und so darf ich an dieser Stelle ganz besonders dem Leiter der Kulturabteilung, Hofrat Dr. Joachim Rössl und seinem Team für die enga­gierte, kompetente, zukunftsorientierte Kulturarbeit in Niederösterreich sehr, sehr herzlich danken. (Beifall bei der ÖVP.)

Sehr geehrte Damen und Herren! Kulturpolitik ist ungeeignet als Feld politischer Agitation. Um Landesrätin Dr. Petra Bohuslav zu zitieren: Kultur­politiker und –politikerinnen müssen zeitgenössi­sche Kultur nicht immer verstehen, aber sie immer ermöglichen. Denn Kulturpolitik steht für die geisti­gen und emotionalen Wurzeln unserer Heimat und hat ein großes Ziel! Arbeit für viele und Werte für alle zu schaffen! (Beifall bei der ÖVP.)

Präsident Mag. Freibauer: Zu Wort gemeldet ist Herr Präsident Ing. Penz.

Abg. Präs. Ing. Penz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Niederösterreich ist ein Kulturland! Sie können ruhig applaudieren, gar keine Frage. (Beifall bei der ÖVP und Abg. Weninger.)


Ich wollte Sie in Ihren Ansätzen nicht behindern.

Die Kultur hat dieses Gesicht des Landes un­heimlich geprägt. Und die Kultur ist auch zum Aus­hängeschild für dieses Bundesland geworden.

Niederösterreich ist aber auch ein Kulturland in dem die Synergieeffekte zwischen der Kultur und der Wirtschaft auf einen äußerst fruchtbaren Boden gefallen sind. Als kulturelles Juwel erwähne ich das niederösterreichische Festspielhaus, das im März des heurigen Jahres den 10. Geburtstag feierte. Und seit Beginn der Spielsaison 2005/06 hat Nie­derösterreich auch ein eigenes Landestheater in der Landeshauptstadt. Niederösterreich gibt in Sa­chen Kultur landesweit viele kräftige Impulse, die meine Vorredner schon sehr treffend dargestellt haben. Und das bestätigt heute auch ein Blick auf die Highlights des Jahres 2007. Ab 13. Juni prä­sentiert das Theaterfest Niederösterreich an 25 der traditionsreichsten und bekanntesten Spielorte in unserem Land Komödien und Tragödien und dazu Opern, Operetten und Musicals.

Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir werden in wenigen Tagen den 100.000. Besu­cher bei der Landesausstellung „Feuer und Erde“, die im Mostviertel stattfindet, begrüßen können. Ebenso ein Magnet ist die Ausstellung auf der Schallaburg, die sich mit dem Zeitalter der Kreuz­ritter und der Kreuzzüge beschäftigt.

Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, von uns geschaffene kulturelle Netzwerk, der „Schauplatz Niederösterreich“ ist ein attraktiver Ort der kulturellen Begegnung. Die Vorgabe und die Philosophie lautet dabei: Kultur schafft Arbeit für viele und Werte für alle. Und an dieser Vorgabe orientieren sich alle und vor allem auch die aktu­ellsten Kulturprojekte von internationalem Rang, die von unserem Kulturreferenten Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll initiiert und von allen Parteien, die in diesem Landtag vertreten sind, unterstützt und getragen werden.

Ich sage das deshalb ganz bewusst auch in Bezug auf den Aufbau des neuen Kulturstandortes in der historischen Schlossanlage von Grafenegg. Dieses aktuell größte Kulturvorhaben erfüllt nämlich zwei Aufgaben. Es ermöglicht den Landesbürgern Kontakt zu den eigenen historischen Wurzeln und bietet zweitens wirtschaftliche Entwicklungsmög­lichkeiten. Und noch mehr: Mit dem Ausbau von Grafenegg schärft Niederösterreich sein eigenstän­diges Kulturprofil. In Grafenegg wurde der Grund­stein für ein Musikfestival und ein Kulturzentrum ersten Ranges, das weltweit Ansehen genießt, gelegt. Und mit dem Wolkenturm ist eine einzigar­tige Open air-Bühne entstanden, die 1.670 Perso­nen Platz bietet. Und zusätzlich entsteht eine Kon­zerthalle für 1.270 Sitzplätze.

Die Investitionen in Höhe von 25 Millionen Euro wurden in diesem Hohen Haus im vergange­nen Dezember einstimmig beschlossen. Dass die­ses Investitionsvolumen auf 25 Millionen Euro ge­stiegen ist, liegt in erster Linie an der Neukonzep­tion der Konzerthalle, nämlich der neuen Reithalle. Diese alleine macht 16,5 Millionen Euro aus weil sie denkmalschutztechnisch in den historischen Gesamtkomplex integriert werden musste. Dieser Kostenpunkt steht aber bereits seit Herbst des ver­gangenen Jahres fest. Keinesfalls kann daher, wie in der Presse auch am Samstag in der vergange­nen Woche zu lesen war, plötzlich von einer Ver­doppelung der Kosten für den Wolkenturm und für die Revitalisierung der Schlossanlage die Rede sein.

Ich glaube, dass der verantwortliche Redakteur dieses Artikels bei seiner Internetrecherche nicht nur nachlässig recherchiert hat, sich bei diesem Artikel, wie ich auch Präsident Sacher glaube, ver­geigt hat. Oder, um es anders und modern auszu­drücken sich „vergoogelt“ hat.

Übersehen wir aber nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren, was Grafenegg bedeutet und was es sein soll. Nämlich ein offener Kulturstandort für alle, der etwa mit Opernstars wie Terfel, Botha, Kühmeier. Sowie Solisten wie Buchbinder und Julian Rachlin ein hochwertiges Programm zu ver­tretbaren Karten- und Eintrittspreisen bietet. Also im Gegensatz zu dem Salzburger Modell mit leistbaren Preisen für junge Familien, Studenten oder Senio­ren und nicht nur für die gut betuchte Society-Pro­minenz. (Beifall bei der ÖVP.)

Die leistbaren Kartenpreise, meine sehr ge­ehrten Damen und Herren, beginnen ab 6,- Euro und Jugendliche zahlen 3,- Euro. Und sie sollen auch als Signal und als Anreiz zum Besuch eines hochwertigen Klassikprogrammes nicht nur einla­den, sondern dieses soll für jedermann leistbar sein.

Auch die Tonkünstler finden in diesem Fest­spielhaus eine Heimstätte und haben in Grafenegg eine zweite Sommerresidenz gefunden. Die Ton­künstler in Niederösterreich haben sich aber nicht nur in den letzten Jahren völlig reorganisiert, Prob­leme, die nun bei den Wiener Symphoniker mani­fest werden, sind bei ihnen mit dem neuen Dienst­recht bereits 2002 ausgeräumt worden. Sie finden in Grafenegg auch eine optimale Spielstätte und werden nicht nur während der ersten Musikfestivals auftreten, sondern auch ganzjährig zusätzliche Konzertveranstaltungen geben.

Mit seiner Ausrichtung rein auf das musikali­sche Genre bietet Grafenegg auch keinerlei Kon­kurrenz zum Musiktheater und dem Schwerpunkt Tanz im niederösterreichischen Festspielhaus. Auch das wurde von der NÖKU im Vorfeld bedacht, einstimmig beschlossen, ebenso wie die saisonale Differenzierung im Spielplan, dass eben Grafenegg zwischen Mitte Juni und Mitte September seine Saison hat.

Und vergessen wir, meine sehr geehrten Da­men und Herren, bei Grafenegg nicht die Nachhal­tigkeit, die Umwegrentabilität und die wirtschaftliche Symbiose mit der Kultur. Die regionale Wertschöp­fung wird mit 7 Millionen Euro angesetzt. 95 stän­dige Arbeitsplätze werden mit dem Kulturzentrum Grafenegg geschaffen. Ebenso werden bei den Bauarbeiten bis zu 150 Personen beschäftigt sein sowie 450 Künstler während des Musikfestivals. Somit entsteht ein riesen Impuls für die gesamte Region, wobei dieser Region dieser Ausbau von Grafenegg zusätzliche große Impulse geben wird und Synergien zu erwarten sind mit dem kulturellen Angebot in Krems. Ich denke an die Kunstmeile, ich denke an das Karikaturmuseum, das seit der Eröff­nung 2001 mehr als 500.000 Besucher zählen konnte, oder auch an das Loisium in Langenlois, damit an einen in der Zwischenzeit touristischen Anziehungspunkt.

Abschließend, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich aber auch noch meine Freude zum Ausdruck bringen, dass der Budget­rahmen für die Kultur im Vergleich zum Voran­schlag 2007 von 106 auf 114 Millionen aufgestockt wurde.

Peter Handke hat einmal gesagt: Kultur muss weh tun um sie zu verstehen. Ich glaube, wir in Niederösterreich gehen einen anderen Weg. Kultur kann wohl tun und Kultur kann sehr wohl auch ei­nen wirtschaftlichen Faktor bedeuten. In dem Sinne stimmen wir gerne diesem Budget im Kultursektor zu. (Beifall bei der ÖVP.)



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