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§ 5 Was ist mit den Inhalten: Das Immaterialgüterrecht




  1. Einführende Bemerkungen

Das BGB ist geprägt vom Primat der Warenproduktion, entsprechend den ökonomischen Vorgaben am Ende des 19. Jahrhunderts. Im Vordergrund steht folglich der Erwerb von Sachen im Sinne des ' 90 BGB. Diese Sachen sind eigentumsfähig; sie können verkauft, vermietet, verarbeitet und umgebildet werden. Schon der Dienstleistungssektor ist rechtlich im BGB unterrepräsentiert. Trotz vehementer Proteste im Reichstag wurde auf Begriffe wie Arbeits­verhältnis und Arbeitnehmer bei der Verabschiedung im BGB ausdrücklich verzichtet. Differen­zierungen zwischen selbständiger, persönlich und wirtschaftlich abhängiger Tätigkeit fehlen. Statt dessen finden sich nur kurze Regelungen zum allgemeinen Dienst- und Geschäftsbesor­gungsvertrag.


Kaum brauchbar ist das BGB aber für die Zuordnung von Informationen, dem Grundstoff der modernen Informationsgesellschaft.206 Informationen sind als immaterielle Güter nicht eigentums­fähig. Eine Zuordnung von Informationen wird zwar vom BGH über das Eigentum am Daten­träger vorgenommen. Doch dieser Ansatz erweist sich angesichts der abnehmenden Bedeutung von Datenträgern fragwürdig. Auch die Zuordnung über ' 17 UWG wird immer nebulöser, da in einer Informationsgesellschaft die Grenzen zwischen geheimem Wissen und nicht-geheimem Wissen immer fließender werden.
In dieser Situation kommt dem Immaterialgüterrecht eine besondere Bedeutung. Insbesondere das Urheberrecht ermöglicht eine klare Zuordnung von Rechten an Informationen, sofern deren Auswahl oder Anordnung eine persönlich-geistige Schöpfung beinhaltet. Damit ist zwar noch kein Ausschließlichkeitsrecht an der Information selbst begründet, aber über den Schutz der sog. Form ein Schutz von Informationssammlungen begründet. Dem Urheberrecht wird daher in der Informationsgesellschaft eine Schlüsselrolle zukommen. Es wird dem BGB an Bedeutung zumindest gleichkommen.
  1. Das Urheberrecht



Literatur:

Frank Bayreuther, Europa auf dem Weg zu einem einheitlichen Urheberrecht, in: EWS 2001, 422; Stefan Bechtold, Der Schutz des Anbieters von Information - Urheberrecht und gewerblicher Rechtsschutz im Internet, in: ZUM 1997, 427; Jürgen Becker/Thomas Dreier (Hg.), Urheberrecht und digitale Technologie, Baden-Baden 1994; Nils Bortloff, Erfahrungen mit der Bekämpfung der elektronischen Tonträgerpiraterie im Internet, in: GRUR Int. 2000, 665; D. Burk, Transborder Intellectual Property Issues on the Electrnic Frontier, Stanford Law & Policy Review 5 (1994); Kai Burmeister, Urheberrechtsschutz gegen Framing im Internet, Köln 2000; Thomas Dreier, Die Harmonisierung des Rechtsschutzes von Datenbanken in der EG, in: GRUR Int. 1992, 739; ders., Copyright and Digital Technology, in: IIC 24 (1993), 481; ders., Urheberrecht und digitale Werkverwertung, Gutachten im Auftrag der Friedrich Ebert Stiftung, Bonn 1997; Du Bois, The legal aspects of sound sampling, in: Copyright Bulletin 26 (1992), Heft 2, 3; Rainer Erd, Probleme des Online-Rechts: 3. Datenschutz und Urheberschutz, in: KJ 2000, 457; Norbert Flechsig, Urheberrecht auf der Standspur der Datenautobahn?, in: ”M”. Zeitschrift der IG Medien 44 (1995), Heft 6, 9 - 11; Horst Götting u. a. (Hg.), Multimedia, Internet und Urheberrecht, Dresden 1997; Matthias Haedicke, Urheberrecht und Internet im Überblick, in: JURA 2000, 449; Harald Heker, Neuer Rechtsrahmen erforderlich, in: Börsenblatt Nr. 31 vom 16. April 1996, 10 - 15; Thomas Hoeren, Multimedia - Eine Herausforderung für das Urheber- und Wettbewerbsrecht, in: Thomas Heymann (Hg.), Informationsmarkt und Informationsschutz in Europa, Köln 1994, 17; ders., Multimedia und Fragen des Urheberrechts, in: Jahrbuch Telekommunikation und Gesellschaft 1995, hrsg. von Herbert Kubicek, Heidelberg 1995, 94; ders., The Green Paper of the European Commission on Copyright in the Information society. Critical comments, in: European Intellectual Property Review 10 (1995), 511; ders., Urheberrecht in der Informationsgesellschaft, in: GRUR 1997, 866; ders., Überlegungen zur urheberrechtlichen Qualifizierung des elektronischen Abrufs, in: CR 1996, 517; Bernt Hugenholtz, Het auteursrecht, het internet en de informatiesnelweg, in: NJB vom 7. april 1995, 513; Alexander Klett, Urheberrecht im Internet aus deutsher und amerikanischer Sicht, Baden-Baden 2000; Frank Koch, Software-Urheberrechtsschutz für Multimedia-Anwendungen, in: GRUR 1995, 459; ders., Grundlagen des Urheberrechtsschutzes im Internet und in den Online-Diensten, in: GRUR 1997, 417; Deltlef Kröger, Die Urheberrechtsrichtlinie für die Informationsgesellschaft – Bestandsaufnahme und kritische Bewertung, in: CR 2001, 316; Pascal Lippert, Filtersysteme zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen im Internet, in: CR 2001, 478; Wolfgang Maaßen, Urheberrechtliche Probleme der elektronischen Bildverarbeitung, in: ZUM 1992, 338; McGraw, Sound Sampling Protection and Infringement in Today‘s Music In­dustry, in: High Technology LJ 4 (1989), 147; Ernst-Joachim Mestmäcker, Unternehmenskonzentrationen und Urheberrechte in der alten und neuen Musikwirtschaft, in: ZUM 2001, 185; Axel Metzger/Till Kreutzer, Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft, in: MMR 2002, 139; Gerhard Pfennig, Digitale Bilderverarbeitung und Urheberrecht. Eine Einführung für die Museumspraxis, Bonn 1996; Reinhard Schanda, Urheberrecht in der Informationsgesellschaft, in: Ecolex 1996, 104; Gerhard Schricker (Hg.), Urheberrecht in der Informationsgesellschaft, Baden-Baden 1997; Gernot Schulze, Urheberrecht und neue Musiktechnologien, in: ZUM 1994, 15; Stig Strömholm, Alte Fragen in neuer Gestalt – das internationale Urheberrecht im IT-Zeitalter, in: Peter Ganea u.a. (Hg.), Urheberrecht. Gestern – Heute – Morgen. Festschrift für Adolf Dietz zum 65. Geburtstag, München 2001, 533; Gilles Vercken, Practical Guide to Copyright for Multimedia Producers, hrsg. von der Europäischen Kommission, Luxembourg 1996; Michael Walter, Zur urheberrechtlichen Einordnung der digitalen Werkvermittlung, in: Medien und Recht 1995, 125; Michael Zahrt, Cyberbusiness. Urheber- und Wettbewerbsrecht, in: K&R 2001, 65; Georg Zanger, Urheberrecht und Leistungsschutz im digitalen Zeitalter, Zürich 1996; Kerstin Zscherpe, Urheberschutz digitalisierter Werke im Internet, in: MMR 1998, 404.
Die Erstellung von Websites greift sehr weitgehend in das Urheberrecht ein. Die Content-Industrie verwendet derzeit noch unbefangen Werke Dritter. Musik, Texte, Fotografien werden digitalisiert und in ein Online-System integriert, ohne dass auch nur ein Gedanke an die rechtliche Zulässigkeit eines solchen Procederes verschwendet wird. Diese Rechtsblindheit kann sich, wie im weiteren dargelegt werden soll, als höchst gefährlich erweisen. Jedem Hersteller drohen zur Zeit zivil- und strafrechtliche Sank­tionen, sofern er in seinem Werk auf fremdes Material zurückgreift.

Der Onlineanbieter muss sich zunächst durch den Dschungel des Immaterialgüterrechts wühlen, bevor er mit einem Projekt beginnen kann.207 Dabei ist vor allem die Abgrenzung von Urheber- und Patentrecht wichtig. Das Urheberrecht schützt künstlerische oder wissenschaftlich-technische Leistungen, die eine gewisse Originalität und Kreativität repräsentieren. Der Schutz besteht unabhängig von einer Registrierung, eines Copyright-Vermerks oder anderer Formalitäten. Der Schutz beginnt mit der Schöpfung des Werkes und endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Neben dem Urheberrecht steht das Patentrecht, das den Schutz innovativer Erfindungen regelt (siehe dazu unter XI.). Für den patentrechtlichen Schutz ist die Anmeldung und Registrierung beim Deutschen (oder Europäischen) Patentamt erforderlich. Der Schutz besteht auch nur für 20 Jahre ab Anmeldung; danach ist die Erfindung zur Benutzung frei. Neben dem Urheber- und Patentrecht bestehen noch weitere Schutzsysteme, die aber hier allenfalls am Rande erwähnt werden. Dazu zählen




  • das Geschmacks- und Gebrauchsmusterrecht

  • der ergänzende Leistungsschutz über § 1 UWG

  • der Geheimnisschutz (§ 17 UWG)

  • der deliktsrechtliche Schutz über § 823 Abs. 1 BGB

  • die Möglichkeit einer Eingriffskondiktion (§ 812 Abs. 1 S. 1, 2. Var. BGB).

Geregelt ist das Urheberrecht im Urheberrechtsgesetz aus dem Jahre 1965, einem Regelwerk, das schon aufgrund seines Alters nicht auf das Internet bezogen sein kann. Daher müssen neuere Bestimmungen, insbesondere des internationalen Urheberrechts, ergänzend hinzugenommen werden. Dabei handelt es sich vor allem um WCT, WPPRT und die sog. InfoSoc-Richtlinie der EU.


Beim WCT und WPPRT handelt es sich um zwei völkerrechtliche Verträge, die im Rahmen der WIPO im Dezember 1996 ausgehandelt worden sind. Sie sehen ein weites Vervielfältigungsrecht und ein neues „right of making available to the public“ vor (siehe dazu unten). Der WCT tritt am 6. März 2002, der WPPRT zum 30. Mai 2002 in Kraft. Die Vorgaben dieser Verträge sollen nunmehr EU-einheitlich durch die Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft umgesetzt werden.208 Im Dezember 1997 hatte die Kommission einen ersten „Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlamentes und des Rates zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und verwandter Schutzrechte in der Informationsgesellschaft” vorgelegt209. Dieser Entwurf wurde Anfang 1999 vom Parlament ausführlich diskutiert und mit einer Fülle von Änderungsvorschlägen versehen210. Am 21. Mai 1999 veröffentlichte die Kommission dann ihren geänderten Vorschlag, der einige der Parlamentsvorschläge integrierte, im wesentlichen aber dem ursprünglichen Text entsprach211. Nach weiteren Zwischenentwürfen kam es dann im Rat am 28. September 2000 zur Festlegung eines Gemeinsamen Standpunktes212, der dann – nach kleineren Änderungen213 – am 14. Februar 2001 auch vom Parlament akzeptiert wurde. Die Regierungen der Mitgliedsstaaten haben den Text am 9. April 2001 angenommen. Am 22. Juni 2001 ist sie im Amtsblatt der EU veröffentlicht worden und damit mit gleichem Datum in Kraft getreten.214 Die Umsetzungsfrist läuft damit am 21. Juni 2003 ab.
Die Richtlinie zielt auf die Harmonisierung der urheberrechtlichen Standards und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft ab. Sie befasst sich mit den zentralen Ausschließlichkeitsrechten des Urhebers, also dem Vervielfältigungsrecht, dem Verbreitungsrecht sowie dem Recht der öffentlichen Wiedergabe. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Vervielfältigungsrecht, dem im digitalen Zeitalter die größte Bedeutung zukommt. Ein Anliegen ist es auch, dieses in Einklang mit den WIPO-Verträgen von 1996 zu bringen.




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