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Inhaltsverzeichnis


Inhaltsverzeichnis 1

Die geographische Lage von Tarian 3

Vorwort 4

Elõszó 6


Die Zeittafel von Tarian 7

Veränderungen in der Siedlungsstruktur 22

Der innerörtlicher Bereich von Tarian 29

Das Gerecse-Gebirge 36

Das Tarianer Becken 49

und seine Randberge 49

Deutung der deutschen Familiennamen von Tarian 63

Von der Geburt bis zum Kindergarten 83

So lebten wir früher 88

Nachkriegszeit 97

Nationalitäten-Gemeinden im Komitat Komorn-Gran 104

Besonderheiten der mittelbairischen ua-Mundart 117

Nationalitätenprobleme in der r.k. Kirche 124

Die Tarianer reformierte Kirchengemeinde 134

A tarjáni református hitközösség 134

Reprivatisierung von Grund und Boden 138

Ungarndeutsches Jugendlager 140

Weihnachten früher 145

Heiligenkreuz 148

Über das Schweineschlachten 161

Über die Reinhardt-Erbschaft 164

Die geographische Lage von Tarian



Vorwort

Das vorliegende Buch ist eine der vielen ungarn-deutschen Dorfchroniken, die in letzter Zeit das Licht der Welt erblickt haben. Wie alle Bücher dieser Art weist – sicher – auch dieses Mängel auf, ist es doch von einer Person in mühevoller Arbeit allein zusammengestellt worden.

Was veranlasst einen Menschen, der seit mehr als

40 Jahren nicht mehr in Tarian lebt, so eine Arbeit auf sich zu nehmen? Es ist eine geheimnisvolle innere Stimme, die den Autor vorantrieb, immer mehr an diesem Thema zu arbeiten. Wahrscheinlich ist es Sehnsucht nach dem „verlorenen Paradies“ der Kindheit, nach der Geborgenheit im Elternhaus, im Kreise der Verwandten und Freunde sowie in der Dorfgemein-schaft, kurz nach dem, was man Heimat nennt.

Vielleicht stillt die geistige Beschäftigung mit der verlorenen Heimat ein in der Tiefe der Seele sitzendes Heimwe. Das Wissen über die Vergangenheit des Heimatdorfes und der Vorfahren stärkt die Bindung an die engere Heimat. Als wir 1946 aus Tarian vertrieben werden sollten, schwor ich mir als 9jähriger Junge, dass ich – aus Rache dafür – nie wieder nach Tarian zurückkommen werde. Als ich dann 1956 das Land freiwillig verlassen habe, durfte ich erst wieder 1964 meine Heimat besuchen, worüber ich dann doch sehr glücklich war.

Im Zuge des politischen Tauwetters besuchte ich in den folgenden Jahrzehnten sehr oft Tarian. Ich begann im Jahrbuch der Ungarndeutschen („Unser Haus-kalender“) und anderen Presseorganen der Deutschen aus Ungarn regelmäßig über meinen Geburtsort und seine Umgebung zu schreiben. Dazu mußte ich Material sammeln. Dabei waren mir meine Schwester Maria und ihr Ehemann Steffl Fülöp behilflich. Mit ihrer Hilfe stellte ich die Namensliste der der Haushaltsvorstände von 1944 und die der ungarischen Siedler u. a. zusammen. Kirchengeschichtliche Informationen erhielt ich von den Pfarrern Otto Kormos und Gábor Vendrey. Die Namens-liste der katholischen Pfarrer von 1756 bis heute vervollständigte Pfr. Lajos Varga. Über die reformierte Kirche gab mir Informationen Seelsorger Antal Szücs.

In vielen Gesprächen und durch sein Buch »Tarjáni krónika« war mir der Tarianer Heimatdichter Josef Mikonya eine große Hilfe bei der Gestaltung meines Buches. Auch der Gemeindeverwaltung von Tarian –
vor allem Frau Notarin Sámson Kathi Werli, Frau Werli Agnes Pokorny und Bürgermeister Stefan Fülöp – möchte ich danken für die Herausgabe der statistischen Unterlagen. Die Liste der Volksschullehrer verdanke ich der langjährigen Schulleiterin Frau Szegedi Júlianna Barkó-czi.

Allen Helfern sage ich herzlichen Dank!

Ich wünsche, dass dieses Buch dem Wohl der Gemeinde Tarian und ihrer Bewohner – deutscher und ungarischer Muttersprache – dienen möge!
Bous, im August 1996

Der Autor



Elõszó


Ez a könyv nem jelenhetett volna meg, ha az anyaggyüjtésnél az alábbiakban felsoroltak nem segítettek volna. Elsõsorban köszönetet mondok Mária nõvéremnek és férjének, id. Fülöp Istvánnak. Az õ segítségükkel állítottam össze az 1944es háztartási fõk és a magyar telepesek névsorát. Egyháztörténeti információkat Kormos Ottó és Vendrey Gábor plébánosoktól kaptam. A katolikus papok névsorát 1756-tól máig Varga Lajos plébános egészítette ki. A református egyházról Szücs Antal lelkész adott információkat.

Sok megbeszélés és könyve »Tarjáni krónika« által Mikonya Jó­zsef, tarjáni népi költõ, nagy segítségemre volt könyvem megfogalmazásában. A tarjáni községi közigazgatásnak – elsõ sorban Sámsonné Werli Katalin jegyzõnek, Werliné Pokorny Ágnesnek és Fülöp István polgármesternek – köszönetet szeretnék mondani a statisztikai adatok kiadásáért.

Az elemi iskolai tanítók névsorát Szegediné Barkóczi Júliannának, aki hosszú ideig iskolaigazgató volt, köszönhetem.

Minden segítõnek hálás köszönetet mondok!

Kívánom, hogy ez a könyv Tarján község és népének – német és magyar anyanyelvüek – javát szolgálja!

A szerzõ


Die Zeittafel von Tarian


1240: Erste urkundliche Erwähnung von Tarian. Damals grenzte es an die Güter der Abtei Martinsberg. Zu dieser Zeit war der Ort eine Filiale der Schambeker Pfarrei.

1326: Ein Meister Paul war Besitzer von "Terra Taryan".

1426: Der Ort gehörte zur Totiser Festung und zum Komitat Gran (wie später auch zwischen 1850 und 1860).

1529: Eroberung und Verwüstung des Dorfes durch die Türken.

1640: Wiederbesiedlung mit reformierten Ungarn.

Im 17. Jh. waren die Grafen Zichy Besitzer des Gutes Tarian.



1646: Neue Besitzer des Dorfes sind die Csákys, nach ihnen gehörte es dem Staat.

1674: Der Tarianer ref. Pfarrer wurde von Primas Szelepcsényi vor den Gerichtshof nach Preßburg zitiert.

1682: Gründung der ref. Schule (ein Klassenraum in einem Bauernhaus)

1683: Vertreibung der Türken, Ende der Türken-herrschaft

1693: Tarian gehörte zum Hoch-burgischen Gut (Totiser Herr-schaft).

1697: Tarian kam in den Besitz von Baron Krapf

1707: Die Dorfbewohner schlossen sich dem Rákóczi-Aufstand an.

1720: Volkszählung: Alle Bewohner waren Ungarn.

1727: Tarian kam – gemeinsam mit Totis – in den Besitz des Grafen Esterházy.

1737: Esterházy siedelte 40 deutsche r. k. Familien aus dem Schwarzwald an. So wurde Tarian ein deutsches Mehrheitsdorf. Damals hatte es die meisten deut-schen Einwohner im Kreis Totis.

1739: erste– urkundlich belegte –Taufe eines deutschen Tarianer Kindes (r. k. Pfarrei Héreg)

1747: Am 5. Februar verfügte Josef Esterházy die Rückgabe der von den Kalvinisten genutzten ehema-ligen r.k. Kirche an die Katholiken.

1756: Bisher gehörte die Tarianer r. k. Filialkirche zu Bajna/Weina.

> Gründung der r.k. Pfarrei, erster Pfarrer: Johann Georg Koller



1758: Die reformierte Kirche stellte ihre Tätigkeit ein, und nahm sie erst 1781 wieder auf.

> 192 Bauern- und Häuslerfamilien lebten schon hier.



1762: Bau der r. k. Schule: Erster Schulmeister war Jakob Ziegler.

1779: 7. Januar Grundsteinlegung für die r. k. Kirche, anstelle der alten bis 1747 von den Kalvinisten genutzten Kirche.

1783: Bis auf den Turm wurde die r. k. Kirche fertig-gestellt.

1785: Fertigstellung der ref. Kirche im Hinterhof des Pfarrhauses, in gleicher Höhe mit den Scheuern

1784/87: Volkszählung: Tarian zählte 241 Familien mit 1556 Personen, davon waren 405 reformiert

1800: Anfang des 19. Jahrhunderts Eröffnung des Alten Friedhofs Am Berg

1828: 269 Bauern- und Häuslerfamilien lebten hier. – Errichtung der Dreifaltigkeitssäule.

1831: Die Tarianer verlangten von der Herrschaft die Rückgabe der einzogenen Felder.

1848: Die Leibeigenschaft wurde abgeschafft.

Die Grundherrschaft verpachtete im September ihre Schäferei (ca. 203 kj) an die ortansässigen jüdischen Händler Jakob und Kaspar Singer



1849: Die Gebrüder Singer übernahmen auch die Schnapsbrennerei mit dem dazugehörigen Land von 186 kj.

1859: Bau der Kapelle in der Totiser Straße zu Ehren der Rosenkranzkönigin (Siehe den Text der Grund-steinlegungsurkunde, die im Sept. 1997 aufgefunden wurde)

1863: 25. Okt. Einweihung der r. k. Kirche nach Fertig-stellung des Turms

1866: Eine Cholera-Epidemie forderte 195 Todesopfer. Daran erinnert das Rochus-Denkmal in der Unter-gasse, welches Andreas Werli und Gattin, Anna Beigelbeck gestiftet haben.

> In diesem Jahr ließ Wendelin Berendi das große Kreuz des Neuen Friedhofs aufstellen. Es stand bis 1993, damals fiel der obere Teil herunter. 1994 wurde es durch ein neues ersetzt, welches Johann Iseli gestiftet hat.



1881: Renovierung der Rosenkranz-kapelle

1884: Umbau und Erweiterung der r. k. Pfarrhauses

1885: Nach der Bauernbefreiung von 1848 erfolgte erst jetzt die allgemeine Regelung des Landbesitzes in Tarian.

1888: Anlage des 1. Kataster-Grundbuches der Gemein-de (> 1937)

1892: Festlegung der Aufnahme-Bedingungen von Bürgern in den Gerneindeverband von Tarian: 4 Jahre Dauerwohnsitz im Dorf, Aufnahmegebühren – je nach Vermögen – 1-25 Heller, zahlbar an die Armenkasse.

1894: Gründung des örtlichen Kreditinstitutes

1896: Umbau des Hauses Nr.148 zu einem Kindergarten durch die Gemeinde, Jahreszuschuß 600 Gulden

> Die Gemeinde gewährte zum Umbau der ref. Schule einen Zuschuß von 300,-- Ft.

1899: Der »St. Josef«-Beerdigungsverein wurde ge-grüdet.

1900: Errichtung des Kreuzes rechts von der Kapelle, gestiftet von Jakob Kühn und Frau, geb. Anna Bachmann aus Budapest.

Die Nowa-Rebe beginnt ihren »Siegeszug« in Tarian.

Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt die Gemeinde ein Post-amt mit Fernschreiber. (Vorher gehörte Tarian postalisch zu Tardos.)

1903: Anstellung des Analphabeten József Horváth als Kadaverwächter; Gebührenordnung für die Beseiti-gung eines mehr als 2 Jahre alten Pferdes oder Rindes a) Enthäuten 1Krone, b) Ver-graben 50 Heller; eines jünger als 2 J. alten Pferdes oder Rindes a) 50 Heller, b) 40 Heller usw.

Elisabetha Berendi, Wwe. des verstorbenen Kilian Klausenberger, ließ auf dem Alten Friedhof ein großes Kreuz errichten.

> Die Lehrer der r. k. Schule waren damals Georg Braunstein und Silvester Weiß.

1906: Gründung der örtlichen freiwilligen Feuerwehr

1907: Der Schatzmeister der Gemeinde erhielt – ähnlich wie der Dorfrichter – ein Gehalt von 160 Kronen. Die Vorstandsmitglieder bekamen ein Tagegeld von 40 Kr., der Waisenvater und der stellvertr. Dorfrichter 60 Kr.

> Eröffnung des Neuen Friedhofs. Das große Kreuz ließ Martin Mayer – der reichste Bauer des Dorfes – aufstellen.



1910: Die r. k. Kirche ist gründlich renoviert worden.

Dr. Bodemann (später Báticfalvi) wurde Kreisarzt von Tarian und Umgebung.

Die ref. Voksschule bekam ein neues Gebäude, in ihm sind 30–35 Kinder unterrichtet worden.

1913 – 1914: Maserepidemie

1915: Der Kreisarzt Dr. Báticfalvi wurde von Dr. David Deutsch abgelöst.

1914 – 1918: Über vierhundert Tarianer dienten als Soldat im Ersten Weltkrieg. 90 von ihnen sind gefallen (> Namensliste der Gefallenen des I. Weltkriegs).

1919: 23. März: Gründung des örtlichen kommunis-tischen Arbeiterrates

> Zwecks Förderung der Viehzucht übernahm die Gemeinde von der Bauerngemeinschaft die Zuchttiere (Stiere, Eber usw.).



1920: Bodenreform: 135 Familien bekamen je 1–9 Katastraljoch (0,58–5,18 ha), 116 Familien waren danach immer noch ohne Land.

Umbau und gründliche Restaurierung der kath. Volks-schule. Ab sofort wurde in vier Klassenräumen unter-richtet.

> In 1920er Jahren wurden mit FOKSz-Kredit die Häuser in der heutigen Linden- und Pfadfinder-Gasse gebaut (ca. 50).

1921: Die große Glocke der r. k. Kirche, die 1917 für Kriegszwecke geopfert wurde, hat man durch eine neue ersetzt.

> Die drei Nachtwächter wurden pro Person mit 500 kg Weizen im Jahr entlohnt.



1922: Die Mitglieder des Gemeindevorstands haben im Ort 50 Kronen, außwärts 100 Kr. Tagegelder erhalten. Der Notar erhielt eine jährliche Tagesgeldpauschale von 3600 Kr..

1923: Der Kleinrichter bekam als Entlohnung 700 Kronen/Tag.

> Die Ziegelei wurde für 800 kg Weizen/Jahr an Johann Tresl und Max Kraus für 12 Jahre verpachtet.



1925: Für den Bau der Arztwohnung nahm die Gemeinde einen Kredit von 100 Millionen Kronen auf. Der Umbau und Erweiterungsplan stammt aus 1924. Der Finanzierungsplan von 5520 Goldkronen wurde vom Bauunternehmen Ignaz Brüll in Seestadt angefertigt.

> Am 18. Oktober wurde die Ortsgruppe des Ungarländischen Deutschen Volksbildungsvereins gegründet (UDV).



1926: Am 18. Juli ist die von Barbara Weiler gestiftete Sterbeglocke (»Zinnglöckl«) der r. k. Kirche einge-weiht worden.

1927: Einweihung des Denkmals links von der Kapelle, gestiftet von Franz Weiler und Gattin, Maria Sentner

1928: Vor der r. k. Kirche errichtete man das Denkmal für die 90 Gefallenen des Ersten Weltkriegs (> Namensliste)

In der Gemeinde gab es 6 Wirtshäuser und 2 »beschränkte« Ausschankstellen für 2007 Einwohner (Stand 1926): Der Gemeiderat lehnte den Antrag von Josef Niedermann und Genossen ab, die Zahl der Wirtshäuser um eins zu erhöhen.



1929: Bau einer Starkstrom-Leitung im Tarianer Hotter von Tatabánya nach Tokod. Die Gemeinde bzw. die Bauern wurden von der Kohlegesellschaft entschädigt.

Vertrag mit der Allgemeinen Ungarischen Steinkohlen AG, Buda-pest, der ihr für die Dauer von 60 Jahren in der Gemarkung von Tarian Versuchsbohrungen und den Kohlebau erlaubte.

> Beschluß über den Bau eines Kreis-Arzt-Hauses (Kreditaufnahme von 15000 Gulden)

1930: Fertigstellung des ersten Arzthauses im Dorf (in der Obergasse)

1933: Der Gemeinderat beschloß eine monatliche "Ehrenrente" von 20 Gulden für die arbeitsunfähig gewordene Hebamme Frau Göbécs, geb. Franziska Tamsitz, die 35 Jahre in der Gemeinde tätig war.

1935: Die Kreisarztstelle in Tarian wurde von Dr. Ferenc Fekete und seiner Frau, Dr. Erzsébet Gáspár (Frauenärztin und Geburtshelferin) besetzt. Dr. Deutsch wurde pensioniert.

> Vertrag mit Péter Pázmány aus Seestadt über die Jagdpacht im Hotter von Tarian: Für die Jahrespacht zahlte er 80 Goldgulden. Er behielt sie bis August 1937, danach übernahm sie der Gemeinde-Kanzlei-schreiber Tibor Major.

> Standgebühren für die Tarianer Jahrmärkte: 1 Kuh oder Pferd (> 2 Jahre): 24 Filler 1 Kuh oder Pferd < 2 Jahre): 16 Filler; 1 Schaf, Ziege, Schwein, Esel: 12 Filler, usw.

1936: Beginn des Baus der Landstraße zwischen Tatabánya und Tarian

> Gründung des Neuen Wald-Besitzervereins: Unter den Mitgliedern wurden 572 kj Wald aufgeteilt.

> Die Landstraße zwischen Tarian und Héreg wurde fertiggestellt.

> Beschluß zur Erweiterung des Rathauses

Die Arbeitszeit der Gemeinde-Angestellten im Rat-haus betrug täglich 6 Stunden.

1937: Im September begann in der ersten Klasse der r. k. Schule der Unterricht in ungarischer Unter-richtssprache.

> Anlage eines neuen Kataster-Grundbuches (> 1888)



1938: Fertigstellung der steinernen Verbindungsstraße nach Tatabánya

Der Plan für das Haus der Gesundheit wurde fertig-gestellt (> 1940).



1939: 19. Dez.: Elektrifizierung des Dorfes; Kosten pro Haus 50 Pengö

1940: Das Dorf hatte mehr als 2500 Einwohner. 2335 lebten ständig hier, mehr als 300 waren in anderen Orten, v. a. in Budapest Knechte und und Mägde.

Kauf des Grundstücks für das Haus der Gesundheit (Grünes Kreuz) in der Untergasse; Vorbesitzer war der Apotheker Elek Major. Der Kaufpreis betrug 800 Gulden.

> Am 20. Oktober wurde die örtliche Organisation des Volksbundes der Deutschen in Ungarn (VDU) gegründet1.

1941: Im Tanzsaal des Schmidt'schen Wirtshauses (in der Dorfmitte) wurde ein Kino eingerichtet.

> In der r. k. Volksschule wurde Deutsch als Unter-richtssprache eingeführt (bis 1944; Schultyp A; Reg.-Verordnung 25370/1941)



1942: Am 7. Febr. feierliche Verabschiedung der 7 ersten SS-Freiwilligen aus Tarian; danach gab es noch 5 bzw. 3 SS-Freiwillige.

1944: Am 19. März marschierten deutsche Truppen nach Ungarn ein und am 22. März kamen deutsche Soldaten auch nach Tarian, wo sie sich einige Tage aufhielten.

> Im Frühjahr begann die Zwangsmusterung für die SS; Am 28 Juni wurden 312 (?) deutsche Männer der SS überstellt. Am 24. bzw. 28. August erfolgte die Einberufung von 16, bzw. 93 zur SS. Anfang Nov. folgten ihnen weitere 402.

> Im Mai wurde der jüdische Bursche János Krausz zum Arbeitsdienst eingezogen. Seine betagte Mutter – ganannt die Krausz-Jidin – wurde in Ausschwitz vergast.

1) Der Volksbund (1938–1945) war eine Organisation der Ungarndeutschen, die von jungen Intellektuellen mit dem Ziel gegründet wurde, die deutsche Muttersprache und Volkskultur der Deutschen in Ungarn zu retten. Ihm ist – unter anderen – die Einführung der deutschen Unterrichtssprache zu verdanken (s. 1941). Trotz der positiven Ergebnisse kam der Volksbund immer mehr unter den Einfluß der deutschen Nationalsozialisten. Das erforderte viele Menschen- und materielle Opfer von den Ungarndeutschen, so auch von den Tarianern. Nach den 1998 zugänglich gewordenen ,Aussied-lungslisten von 1948‘ hatte der Volksbund in Tarian insgesamt 342 Mitglieder. Von denen sind 166 in der Liste I und 176 in der Liste III verzeichnet. Wenn wir davon ausgehen, dass man 1946 2037 ,Schwaben‘ aus Tarian vertreiben wollte, dann sind diese 342 davon nur 16,8%. Auch diese Zahlen sind noch zu hoch, da die ,Volksorgane‘ – nachträglich – auch solche in die Volksbundliste aufgenommen wurden, die ein zu konfiszierendes Vermögen hatten. Wie auch das in diesem Band veröffentlichte Bild zeigt, hatte der Volksbund hauptsächlich junge Mitglieder… Sie suchten v. a. Unterhaltungsmöglichkeiten bei den sonntäglichen Zusammenkünften des Vereinss. Die meisten hatten – mit einem Schulabschluß von 6 Elemen­tar-Klassen – keinen blassen Schimmer davon, welch verbrecherische Ideologie hinter der Hitler-Diktatur steckt.

2) Diese Daten sind als übertrieben anzusehen, da nach den 1948 zusammengestellten Namenslisten – die dem Autor 1998 zugänglich wurden – gingen aus Tarian nur 18 freiwillige und 38 zwangsrekrutierte SS-Soldaten hervor! Bei den Freiwilligen wurden nur die verzeichnet, die damals noch lebten. Der Autor addierte die Gefallenen dazu, so kam er auf die 18.

Am 2. November trieb man aus Richtung Budapest eine Marschkolonne mit jüdischen Deportierten durch Tarian. Übernacht hat man sie in Scheuern unterge-bracht. Als in einer Scheune Feuer ausbrach, trieben SS-Leute die Fliehenden zurück. Hierbei wurde ein 40jähriger Mann totgeschlagen und viele verletzt. (> Mikonya, S. 71/72) Am 9. November hat man die im Dorf ausgebildeten SS-Rekruten vereidigt.

> Am 16. Dezember hat der Volksbund 38 deutsche Familien evakuiert (> Namensliste).

> Am Heiligabend besetzten die Sowjets das Dorf zum erstenmal.



1945: Am 2. Januar warfen die Deutschen zwei Bomben auf die Straßen bei der r. k. Kirche: Schäden an der Kirche und am Pfarrhaus.

> Am 3. Januar eroberten deutsche Truppen Tarian von den Russen zurück.

> Am 17. Febr. wurden 23 Tarianer Levente-Ange-hörige im Alter von 14-16 Jahren nach Komorn gebracht, Anfang März von dort nach Deutschland.

17.-22. März russische Phosphor-Bombenangriffe auf die Obergasse

> Am 22. März erfolgte die zweite Besetzung Tarians durch die Rote Armee.

> Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte große Kreuz auf dem Neuen Friedhof ließ Familie Josef Schlegl renovieren.



1946: 16. März: Beginn der Enteignung der Deutschen (120 Familien mit 859 Personen waren davon betroffen).

> Die Aussiedlung nach Deutschland war für Ende März geplant, wurde aber nicht durchgeführt.

> Ansiedlung der »Telepeschen« aus verschiedenen Orten (26 Familien) und aus Egerlövõ (Komitat Heves, 50 ref. Familien; > Namensliste)

1947: 28. August: Vertreibung der Kirner "Schwaben", die Tarianer Ungarn wollten auch die hiesigen Deut-schen aussiedeln lassen.

1948: Im April gab es eine erneute »Aussiedlungs-diskussion« in Tarian. Im Rathaus wurde die Namens-liste von 2037 Deutschen ausge-hängt, die nach Deutschland vertrieben werden sollten.

> Im Herbst wurden die Konfessionsschulen ver-staatlicht.

> Im September erneute Zwangszusammensiedlung der Deutschen im Dorf, um für die aus der Slowakei übersiedelnden Ungarn Platz zu machen.

Ansiedlung der »Felvidéker« aus Szõgyén (h. Svodin): 43 r. k. Familien. ( > Namensliste)



1949: Im Sommer wurden weitere 120 Tarianer deutsche Familien enteignet.

> Die Kreditgenossenschaft haben sie von Tarian nach Tatabánya verlegt.

> Im Sommer wurde die erste ständige Buslinie zwischen Héreg-Tarján-Tatabánya eröffnet.

> Am 28. August wurde die LPG (Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaft) gegründet. Ihre Zentrale befand sich in der Dorfmitte, im ehem. Haus von Johann Pertl.

> Im gleichen Jahr wurde das Tarianer Staatsgut gegründet, welches das ehemalige Hobenlohe'sche Gut von Turni und einen Teil des Tarianer sowie Tolnauer Hotters einverleibte.

> Um die LPG und das Staatsgut mit Maschinen zu versorgen, wurde am Dorfrand – im Kischtarian – eine MTS (Maschinen- und Traktoren-Station) eingerichtet (3 Hallen).

Die örtliche Blaskapelle wurde neu gegründet.

1950: Die Gemeindeverwaltung wurde ausgetauscht: Den Posten des Obernotars und Richters hat man abgeschafft. Der Ratsvorsitzende und -sekretär nah-men ihren Platz ein.

> Die Friseure hat man als erste in die Handwerker-Genossenschaft gezwungen. Ihr Geschäft wurde in einem Nebenraum des Schmidt'schen Wirtshauses eingerichtet (heute Hauptstraße 19).

Bau des Entbindungsheims in der Totiser Gasse (1965 in ein Heim für behinderte Kinder umgewandelt; > 1996). 1951: Die Tarianer »Bauerngenossen-schaft« fusionierte mit denen der Nachbardörfer (Geretsch Áfész).

> Im Sommer Baubeginn der neuen staatlichen Volksschule, anstelle der alten r. k. Schule.



1952: Sept.: Eröffnung des Neubaus der zweistöckigen Volksschule

> Im Hanfland wurden 80 Bauplätze mit einer Größe von 1512 m2 vermessen.

> Im November wurde der Ortsteil "Nichtsbrot" elektrifiziert.

1953: Herbst: Einweihung des neuen staatlichen Kindergartens, anstelle früheren Schulmeisterhauses (neben dem Pfarrhaus)

> Gründung einer sog. Handwerker-Genossenschaft der Schuster. Die Werkstatt war in der heutigen Hauptstraße Nr. 33.



1954: Im Hanfland wurden die zwei ersten Häuser fertiggestellt (Hilpert und Utto).

1956: Am 9. November lieferten sich aus Budapest kommende Aufständische mit sowjetischen Panzern hinter Kirche ein Gefecht. Fünf junge ungarische Frei-heitskämpfer starben dabei (> Namensliste).

> Im Herbst sind 30 deutsche Bewohner aus Tarian in den Westen geflüchtet (> Namensliste).



1957: Zwischen der Untergasse und dem Entbindungs-heim entstand ein neues Wohnviertel (Viola- / Veil-chen-/ und Petöfi-Gasse.).

1958: In der Volksschule wurde der fakultative Deutsch-unterricht eingeführt. ("Muttersprachenunter-richt")

1959: Die Turnipußta wurde verwaltungsmäßig Tarian zugeordnet.

> Seit Beginn der Kollektivierung wurden bis jetzt 90% der ehemals freien Bauern zum Eintritt in die LPG gezwungen.



1960: In den 60er Jahren wurde die Obergasse verlängert; ebenso die rechte Seite der Hintergasse.

1962: Ende Oktober wurde in der Dorfmitte das neue Kulturhaus (300 Sitzplätze) seiner Bestimmung über-geben.

1964: Aufgrund der Amnestie der Regierung konnten die 1956 in den Westen geflüchteten Tarianer zum ersten-mal die Heimat besuchen.

1972: Zusammenschluss der LPGs von Tarian und Hé-reg

1973: Bau einer Trinkwasserleitung;

> Errichtung einer Filiale der Totiser Teppichfabrik im Spanngaßl



1976/77: Bau der Großbäckerei ("Brotfabrik"): Am 20. August 1977 wurde sie feierlich in Betrieb genommen. Betriebsleiter war Josef Stegmaier (> 1991).

1977: Zusammenlegung der Gemeindeverwaltungen von Tarian und Héreg Der "Gemeinsame Rat" mit Sitz in Tarian existierte bis zum 31. Dez. 1990.

1980: Anfang der 80er Jahre: Renovierung der ref. Kirche

1981: Im ehemaligen Haus der Familie Eipl Am Berg wurde ein Dorfmuseum eingerichtet, welches 1982 eingweiht wurde.

1982: Die LPG von Tarian und Héreg wurde von der Gyermelyer übernommen.

1985/86: große Renovierung der r. k. Kirche (neuer Dachstuhl, Eternitplatten, Außenanstrich)

1986: Am 1. Januar wurde der Gemeindebauhof er-richtet. Er hält die gemeindeeigenen Einrichtungen in Stand.

> Bau eines ABC-Kaufhauses hinter r. k. Kirche



1989: Am 29. Oktober wurden die neuen Kirchenbänke der r. k. Kirche eingeweiht, die in der örtlichen Werkstatt von Andreas Bachmann angefertigt wurden.

1990: Ende September wurden die ersten freien Wahlen nach dem Sturz des Kommunismus durchgeführt: Zum ersten Bürgermeister der Gemeinde wurde Stefan Fülöp jun. gewählt.

> Im Dezember wurde mit Hilfe des deutschen Staates das Kabelfernsehen eingeführt und 1991 begann das Dorffernsehen zu senden, 750 Wohnungen waren angeschlossen.

> Turni wurde 1991 ebenfalls ans Kabelnetz ange-schlossen.

> Am 18. Dezember wurden 300 Wohnungen ans Telefonnetz angeschlossen.



1990/91: Eine Reihe von kleinen Einzelhandelsge-schäften (Landbedarf, Futtermittel, Baustoffe, Gemischtwaren) sind entstanden.

1991: Am 27. Januar nahm Tarian das St. Georgs Wappen als Gemeindewappen an.

> 26. Apr.: Partnerschaftsvertrag mit der hessischen Gemeinde Staufenberg und am 28. Apr. Einweihung des Staufenberg-Parks hinter der r. k. Kirche.

> Im Juli wurde das erste Restaurant-Pension des Dorfes "Sziget" (Insel) eingeweiht.

> Im Herbst stellte die Tarianer Brotfabrik ihre Arbeit ein.

> Am 27. Juli verstarb Maria Martin, geb.Treszl, im Alter von 102 Jahren. Kein anderer Einwohner Tarians erreichte je so ein hohes Alter.

> Vorn 1. Juli bis 20. August wurde eine Verbindungsstraße zwischen dem Wohngebiet im Hanfland und der Hauptstraße (Rosenstraße und Rákóczi-Str.; das Weiler-Haus in der Hauptstr. wurde dafür abgerissen.).

> Im Schulgarten wurde eine Freilichtbühne, ein Tennisplatz und eine kleine Gaststätte errichtet.

> Der Schweizer Unternehmer Urs Felder mietete das ehem. Gebäude der Maschinen- und Traktoren-Sta-tion, wo er 9 Arbeiter mit Fahrrad-Montage beschäf-tigte. 1997 wurde der Betrieb eingestellt.



1992: Gründung des »Serpen-Team« Auto Motor Sport-vereins.

> Im Februar begann der Bau der Abwasser-kanalisation, Kosten pro Haus 50.000 Ft, zahlbar in neun Jahren.(> 1994)

> Im Mai wurde der "Pußteßöli" an den österr. Unternehmer Klaus Wippel verkauft, der einen Metallbau-Betrieb errichten ließ, der im Herbst 1993 in Betrieb ging.

> Der Tarianer Gewichtheber, Andreas Stark, nahm in Barcelona (Spanien) an den XXV. Olympischen Sommerspielen (25. Juli – 9. Aug.) teil. ( 1996)

• Die Tarianer und Héreger LPG sind aus der Gyermelyer ausgeschieden. Beginn der Entschä-digung und der Privatisierung von Grund und Boden.

1993: Im Sommer wurde in der Wiese des Schulgartens – in der Nähe der Freilichtbühne – aus Kalksteinen ein Springbrunnen gebaut.

> Unterhalb des Kalvarienbergs wurde die erste Autowaschstraße errichtet.

> Von den Sportlern des Serpen-Teams haben in Ralley-Cross – 3. Division – Raymund Fülöp den 4., Anton Kranz (gleichzeitig hervorragender Handballer) den 10. und Robert Speyer den 18. Platz belegt. In der Landes-Mannschafts-Punktwertung erreichten sie den 5. Platz.

1994: Im Sommer wurde der an Stelle des Schieß-platzes der Arbeiter-Miliz mit dem Bau eines ungarndeutschen Begegnungs- und Kulturzentrums begonnen. (> 1995)

> Am Ende des Jahres wurde die Abwasser-kläranlage südlich der Hanflandgasse fertiggestellt.

> Am 11. Dezember wurde zum zweiten Mal ein neuer Gemeinderat und Bürgermeister (Stefan Fülöp) und zum erstenmal eine deutsche Minderheiten-Selbstverwaltung (Frau Klinger Theresia Werli, Stefan Brunner, Georg Schneider) gewählt.

> Am 22. August wurde Tarian ans Erdgasnetz angeschlossen. Bis Juli 1995 wurden 770 Privat-wohnungen und 11 Betriebe an das Gasnetz ange-schlossen.



1995: Im Frühjahr wurde die Jagdgesellschaft »Thomas-Stein« der Tarianer Landbesitzer gegrün-det. Sie zählte 30 Mitglieder.

> Am 12. Juli nahm unter Leitung von Tibor Ruppert der Tarianer Bürgerwehr Verein seine Arbeit auf. Die 25 Mitglieder zählende Gruppe plant in Zukunft wöchentlich mehrere Kontrollgänge durchs Dorf, um so die Autodiebstähle und Einbrüche einzudämmen.

> Am 12. Sept. kam es – im Beisein von hohen Vertretern aus Bonn – zur feierlichen Einweihung des Ungarndeutschen Jugendlagers.

1996: Im Januar hat der ortsansässige Fleisch-hackermeister Emmerich Palatin in der ehemaligen Brotfabrik einen Lebensmittelmarkt eröffnet. Vorher benutzte er das Gebäude schon als Lager.

> Der Tarianer Gewichtheber, Tibor Stark – der Neffe von Andreas Stark, > 1992 – nahm im Juli an den XXVI.Olympischen Sommerspielen in Atlanta (USA) teil.

> Bürgermeister Stefan Fülöp wurde von Staatspräsi-dent Árpád Göncz mit dem Goldenen Verdienstkreuz der Republik Ungarn ausgezeichnet.



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