Tsv 1860 München 17. Mai 1860 Gründung des Turn-Vereins 1860 München 25. April 1899


Die Fußballabteilung des TV 1860 München wird als T



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1926

Die Fußballabteilung des TV 1860 München wird als Turn- u. Sport Verein 1860 München selbständig




Spielzeit 1926 / 27

22. Mai 1927

Endrunde um die Deutsche Meisterschaft (Viertelfinale); T.S.V. 1860 München – V.f.B. Leipzig 3:0 (1:0) […]

[…] L e i p z i g: Schmidt – Drechsel, Günther – Schmöller, Edy Pendorf, Lederer – Paulsen, Köhler, Paulmann, Meißner, Hansi Pendorf; M ü n c h e n: Kob – Harlander, Kammerloher – Grimm, Pledl, Wendl – Stiglbauer, Hornauer, Piehler, Faubel, Gabler[…]



Die große Ungewißheit, die Bedeutung des Spieles und die Tradition des Gegners aus Leipzig zogen trotz unfreundlichen Aprilwetters 25000 Zuschauer an. […]

Mit Interesse wurde die V.f.B.-Elf erwartet, als sie unter lebhafter Begrüßung den Platz betrat, fiel der himmellange Edy auf, aber auch die Wohlbeleibtheit einiger Spieler konnte nicht unbemerkt bleiben. Sind das die Gestalten einer trainierten Meisterelf? […] Die ersten zehn Minuten nach Beginn und die weiteren 20 Minuten nach Halbzeit gehörten dem V.f.B.. Aber selbst in dieser Zeit der Initiative vermißte man bei den Gästen jenen Überblick, ohne den jede Kampfhandlung erfolglos bleiben muß. Das waren überhastete Angriffe, überhastete Schüsse. So kann man höchstens mit Glück ein Spiel gewinnen. […] Was Taktik und Technik vermögen, sah man in dem Augenblick, in dem die 1860er durch ruhiges, sicheres Stoppen und überlegtes Zuspiel zum Zug kamen. […] Jetzt traf die Münchener ein harter Schlag: Grimm, ihr ausgezeichneter, rechter Flügelläufer, mußte durch schwere Verletzung ausscheiden. Linksaußen Gabler füllte die Lücke und mit nur vier Angriffsleuten zeigte sich erst die Kampfkraft der 60er. Noch stand Edy und seine Nebenleute ihren Mann, noch konnte Drechsel in gewandt-sicheren Schlag wiederholt den Schlußstrich unter die Angriffe der 60er setzen, auch der kugelrunde Verteidiger Günther erwies sich wider Erwarten als ein starke Hindernis. […] So kam in der Bedrängnis eine Handabwehr, die 1860 Strafstoß in Strafraumnähe brachte. Mit großer Ruhe wurde diese Gelegenheit genützt. In Schulterhöhe kam der von Wendl getretene Ball aufs Tor, schon stürzte sich Schmidt in die Richtung, in diesem Augenblick drückt Hornauer mit Kopfstoß über den zu Boden fallenden Leipziger Torwart ein. 1:0 für 1860. […] Noch ist der Widerstand des V.f.B. nicht gebrochen, 1:0 ist in solchem Treffen kein entscheidender Vorsprung, zumal der nach der Pause eingetretene Grimm bald zusammenbricht. Jetzt spielt 1860 auf Halten, die vier Stürmer schließen eng zur Läuferreihe auf, die Leipziger sind in der Offensive, jedoch nur scheinbar – sie werden mit der elastischen Deckung nicht fertig. Kob bekommt dankbare Bälle, hintereinander packt er mit Erfolg zu, von allen Schüssen kam nur einer unverhofft, eine Bombe von Meißner in Richtung linke obere Torecke – aber auch hier stand Kob. So verpuffte diese Sturmperiode des V.f.B. […] Und in der 30. Minute fiel die große Entscheidung. Diesmal hatte Faubel die Vorlage im richtigen Augenblick an Piehler hereingegeben und prompt kam der unabwendbare Torschuß. 1860 führt mit 2:0. Und wieder rast die Menge, jetzt kennt die Begeisterung keine Grenzen, freudetaumelnd beglückwünschen sich die Spieler, Kob springt aus seinem Kasten zur Spielfeldmitte. […] Jetzt läuft 1860 zu sichtlich guter Form auf; unwiderstehlich wird der Ball durch des Gegners Reihen dirigiert. Piehler windet sich ein letztesmal vorbei, schaltet durch präzise Vorlage an Stiglbauer alles aus, auch der Rechtsaußen erfaßt die Situation: haarscharf paciert, saust sein aus schwierigsten Winkel abgegebener Schuß unter die Latte. […] Jeder einzelne Spieler der 1860er war nicht nur mit seinem in gewissenhaftem Training unter fachmännischer Anweisung erworbenen Können, sondern auch mit vollster Hingabe bei der Sache. Diese Hingabe sahen wir auch beim V.f.B., aber diesem V.f.B. fehlt eben doch sehr viel. Spielaufbau, Erfassen des Endzwecks der Kampfhandlung.

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 24.5.1927)




29. Mai 1927

Endrunde um die Deutsche Meisterschaft (Halbfinale)

1. F.C. Nürnberg – S.V. 1860 München 4:1 (2:0)

Heiner Stuhlfauth – Lutipold Popp, Georg Winter – Emil Köpplinger, Hans Kalb, Hans Schmidt – Baptist Reinmann, Georg Hochgesang, Josef Schmitt, Ludwig Wieder, Heinrich Träg

Max Kob – Hermann Harlander, Michael Kammerloher – Eugen Kling, Alois Pledl, Josef Wendl – Ludwig Stiglbauer, Josef Hornauer, Franz Piehler, Karl Faubel, Sebastian Gabler

1:0 Hochgesang (5.)

2:0 Wieder (31.)

3:0 Schmitt (63.)

3:1 Faubel (78.)



4:1 Träg (83.)

Schiedsrichter: Graack (Hamburg)

20.000 Zuschauer auf dem Platz des A.S.N. Nürnberg


Mannschaftskader





Spiele

Tore

Karl Faubel







Sebastian Gabler







Grimm







Hermann Harlander







Josef Hornauer







Michael Kammerloher







Eugen Kling







Max Kob (TW)







Franz Piehler







Alois Pledl







Ludiwg Stiglbauer







Josef Wendl








Spielzeit 1927 / 28

Mannschaftskader





Spiele

Tore

Karl Faubel







Josef Hornauer







Eugen Kling







Alois Pledl







Ludwig Stiglbauer







Josef Wendl








Spielzeit 1928 / 29

Mannschaftskader





Spiele

Tore

Baier (TW)







Karl Faubel







Huber







Kammerlohner







Kling







Maier







Neußendorfer







Oelderberger







Pledl







Schäfer







Stiglbauer







Vogl








Spielzeit 1929 / 30

Tabelle








Sp

g

u

v

Tore

Pkt.

1.

Bayern München

9










43:14

17:1

2.

1860 München

9










28:19

11:7

3.

Jahn Regensburg

8










20:14

9:7

4.

D.S.V. München

9










18:21

8:10

5.

Teutonia München

9










22:32

7:11

6.

Wacker München

7










11:17

6:8

7.

Schwaben Augsburg

9










16:23

6:12

8.

F.V. Ulm 94

10










13:31

6:14

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 5.11.1929)

Tabelle








Sp.

g

u

v

Tore

Pkt.

1.

Bayern München

14










61:22

24:4

2.

Jahn Regensburg

14










32:26

16:12

3.

SV 1860 München

14










37:31

15:13

4.

Wacker München

14










26:26

14:14

5.

Schwaben Augsburg

14










24:26

12:16

6.

DSV München

14










27:31

12:16

7.

Teutonia München

14










31:49

11:17

8. (Ab)

Ulmer FV

14










17:41

8:20



Mannschaftskader





Spiele

Tore

Kling







Kob (TW)







Ludwig Lachner







Neussendorfer







Oeldenberger







Pledl







Stiglbauer







Wendl







Spielzeit 1930 / 31

14. September 1930

Bezirksliga Südbayern (4. Spieltag); V.f.B. Ingolstadt-Ringsee 1860 München 2:6 (0:4) […]

Der VfB mußte zwei Spieler, Ferstl und Gallenberger ersetzen. Durch diesen Ausfall litt natürlich die Spielstärke des VfB ganz gewaltig. Bei den 60ern war wieder Pledl der Pol der Mannschaft. Um ihn dreht sich das ganze Spiel. […]

Schon in der ersten Minute gibt es eine brenzlige Situation bei Kob, die mit einigermaßen Glück schon die Führung des Platzvereins hätte bringen müssen. 1860 braucht einige Zeit, bis es sich auf den ungewohnten kleinen Platz finden konnte. Allmählich findet man sich aber zurecht und schon rollen die 60er-Angriffe auf das VfB-Tor. Stiglbauer markiert in der 20. Und 23. Minute das zweite und dritte Tor und Huber kurz vor Halbzeit durch Alleingang das vierte Tor. […]

Ein Foul von Eiberle ahndet der Schiedsrichter mit einem Elfmeter, den Reibel scharf zum ersten VfB-Tor verwandelt. Ein schwerer Stellungsfehler von Kob führt durch Hugel zum zweiten Treffer. Schäfer köpft zwar den Ball noch aus dem Kasten, der Schiedsrichter entscheidet aber Tor. Der VfB zieht nun mächtig an und kann das Spiel lange überlegen halten. Oeldenburger und Huber zeichnen für die beiden letzten Münchener Treffer. Die letzte Viertelstunde gehört den 60ern. […]

Dem Spielverlauf nach ist vielleicht die Niederlage für den VfB um zwei Tore zu hoch ausgefallen; Zuschauer ca. 2500.

(laut der illustrierten Sportzeitung „der Kicker“ v. 16.9.1930)

21. Dezember 1930

Bezirksliga Südbayern; D.S.V. München – 1860 München 0:2 (0:0) […]



D. S. V.: Ertl – Vetterle, Schmid – Moser, Heckmaier I, Hautmann – Berger, Huber, Kutter, Mitterbauer, Kronzucker. 1 8 6 0 : Riemke – Birker, Wendl – Stock, Pledl, Eiberle – Stiglbauer, Lachner, Huber, Oeldenberger, Thalmeier. […]

Wenn´s um den Abstieg herum spukt, ist so ein Spiel tragischer. Aber der D.S.V. hatte eigentlich nicht nötig, sein Sache auf dieses letzte Spiel zu stellen. Lange Wochen vorher war Zeit zum Punktesammeln. Inzwischen ist sein sprichwörtlich schwacher Angriff ohne die Talente Heckmaier, Stendel, Hautmann natürlich nicht besser geworden, und die Chancen ausgerechnet gegen 1860 standen schlecht. Gerade deshalb überrascht das 0:0 bei der Pause, ein Ergebnis aufopfernden Schaffens der Deckung und internationalen Spieles des in Glanzform stehenden Ertl im Tor. An einen Sieg des D.S.V. war trotzdem nicht zu denken, höchstens an ein Unentschieden, und dieses hätte vor dem Gleichstand mit Ingolstadt gerettet. Natürlich hatte die Kombinationsmaschine von 1860 fast immer Oberwasser, allein der blau-weiße Angriff konnte die Deckung des Gegners zunächst nicht überwinden. Erst ein unbedachtes Zurückspiel Schmidts, am herauslaufenden Torwart vorbei, brachte einen etwas billigen Erfolg, dem durch flachen Nachschuß nach wiederholter Prachtabwehr Ertls das zweite und letzte folgte. Damit war der D.S.V. Schicksal entschieden; mit Bedauern sieht man diese Elf am Ende der Tabelle. 1860 ist durch diesen hart erkämpften Sieg um das drohende Entscheidungsspiel mit Regensburg herumgekommen, und das ist gut so. denn 1860 gehört ohne weiteres zur Spitze.“

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 23.12.1930)





18. Januar 1931

Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft; Trostrunde Südost (3. Spieltag)

F.V. Rastatt - S.V. 1860 München 0:8 (0:4)

Kircher - Reinhold, Rücker - Senftle, Möhrle, Busse - A. Huber, Hornung, Schmidt, Föry, Mayer

Alfred Riemke – Fritz Neumaier, Josef Wendl – Ludwig Stock, Alois Pledl, Fritz Eibele – Ludwig Stiglbauer, Ludwig Lachner, Max Schäfer, Otto Oeldenberger, Gustav Thalmeier

0:1 Oeldenberger

0:2 (Eigentor)

0:3 Thalmaier

0:4 Oeldenberger

0:5 Schäfer

0:6 Lachner

0:7 Thalmaier

0:8 Stieglbauer



Schiedsrichter: Hohmann (Frankfurt)

14. Juni 1931



Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft verliert der SV 1860 München vor 50.000 Zuschauer im Köln-Müngersdorfer Stadion gegen den brandenburgischen Meister Hertha BSC Berlin mit 2:3. In der 24. Spielminute bringt Oeldenberger die Bayern mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Pause erzielt Sobeck den Ausgleich, doch im Gegenzug schafft Lachner die erneute Führung. Nach Sobecks Ausgleich erzielt Kirsei eine Minute vor Schluss das entscheidende Tor zum 3:2.

Mannschaftskader





Spiele

Tore

Birker







Böck







Fritz Eiberle







Anton Huber







Max Kob (TW)







Ludwig Lachner







Fritz Neumaier







Otto Oeldenberger







Alois Pledl







Alfred Riemke (TW)







Max Schäfer







Ludwig Stiglbauer







Ludwig Stock







Gustav Thalmeier







Josef Wendl
















Max Breunig (TR)








Spielzeit 1931 / 32

11. Oktober 1931



Bezirksliga Südbayern (9. Spieltag); 1860 München – F.C. Bayern München 2:0 (1:0) […]

Ich schreibe hier gerade so, wie ich für mich selbst schreibe. Als wenn ich gar keinen Leser hätte. Man darf Gift darauf nehmen, daß diese Worte wahr sind. Der Vorkämpfer des Professionalismus darf seine Kraft, selbst wenn er sich nur kritisch betätigt, nicht an Kleinigkeiten verschwenden. Er hat sie 2 ½ Monate ruhen lassen und geht nur deswegen auf die Giesinger Höhe, um das Spiel der Spiele zu sehen. Andere mögen es meinetwegen sensationell finden, daß die zwei Tore in der ersten und letzten Minute wie Donnerschläge fielen. Entschieden lehrreicher ist dagegen die Art und Weise, wie sie fielen, nämlich mittenwegs! […]

Aus dieser Tatsache geht logisch ein Mangel guten Flügelspiels hervor. Dagegen scheint die Behauptung, von einem Nicht-Vorhandensein der Mittelstürmer zu widersprechen. Und doch ist es so! die Mittelstürmer waren ganz harmlos. Und bei den 60ern traten in den entscheidenden Fällen beim Spiel mittenwegs andere Stürmer an Stelle des Ersatzmannes. […]

Ich möchte den vier Außenstürmern nichts von ihren Fähigkeiten wegnehmen, aber auch nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß sie hiervon so gut wie gar keinen Gebrauch machten. Möglich, daß sich das Fehlen der Mittelstürmer ungünstig für die Flügelleute auswirkte, weil nur eine gute Direktikon (Steuerung) durch die Mitte das Beste aus den Flankenträgern herausholen kann. Trotzdem würden die vier Außen mehr und Zufriedenstellenderes geleistet, wenn sie die ihnen offenstehenden großen Außenräume des Spielfeldes entsprechend ausgenützt hätten. Leider ließen sie sich in einem Anfall mißverständlicher Solidarität dazu verführen, das Loch in der Sturmmitte verstopfen zu wollen. So etwas von Zusammenrücken wie diesmal hat man noch nicht gesehen, und ich rate dringend, die Grenzen des Stadion-Spielfeldes enger zu ziehen, da ja bei dem Fehlen eines wirklichen Flügelspieles auch die Außenräume überflüssig sein dürften. […]

Vielleicht bedarf es schon gewaltiger Außenstürmer, wahrer Recken, um entsprechenden Vorteil aus dieser Menge Raumes zu ziehen. Bestimm hätten Wunderlich und Suter, von den Alten Wegele und Oberle, Schweickert und Möller gar nicht zu reden, andere Linienarbeit geleistet. Wie leicht hätte sich ein Außenstürmer getan, der sich damit begnügt hätte, von der Linie aus nach innen zu starten, kurz und bündig den Gegner schneidend! Es hätte es nur konstant und energisch tun müssen! Kein Stiglbauersches Zögern, keine wirren Kreise Bergmaiers, nach rückwärts, nach außen. […]

Die Tore fielen mittenwegs! 1860 hatte einen Plan wie eine englische Professionalelf: sich unter allen Umständen einen genügenden Punktvorsprung zu sichern. Die Ausführung ließ kaum länger als eine Minute wirklichen Spiels auf sich warten. Das feste Wollen kannte kein Hindernis, obwohl das Können (professionell betrachtet) nicht Gleichschritt mit ihm hielt! Der Vorsprung von einem Tor, dem angstschlotternden Klubanhänger nicht genug, war entscheidend! 1860 hatte immerhin Schützen, Bayern dagegen keinen. Es hätte so eines zweiten Tores nicht bedurft, das übrigens Rechtsaußen Stiglbauer von der Mitte aus erzwang. Wohlgemerkt: es ist nicht so wichtig, daß diesem Schuß die Ecke folgte, aus welcher mit dem letzten Schuß des Spieles (Oeldenberger) das zweite Tor fiel. Vielmehr kommt es auf die Stellung des Rechtsaußen an, der mit einem Male, man wußte nicht wie, Mittelstürmer geworden war. Auch das beweist die Richtigkeit meiner Behauptung, vom völligen Bankerott des Flügelspiels in diesem Treffen. […]

Das Spiel war gute zweite englische Ligaklasse und würde in London, Birmingham oder Liverpool bei der heutigen Notlage etwa 30.000 – 35.000 Zuschauer, also 10.000 bis 15.000 mehr als in München angelockt haben. […]

Ertls Bodenarbeit war exzellent. Bei hohen Bällen aber kam er nicht empor und ließ einmal das scharfe Auge vermissen, wie manchmal das Ziel bei seinen Abschlägen. Bei allen Verteidigern vermißte ich schmerzlich die Kunst, Drehbälle scharf und flach ins Feld zurückzugeben. Noch schlimmer stand es um den Abschlag aus dem Sprung. Sachen. Wie sie Gutsche oder Schwarze in 1,50 m Höhe mit tödlich-bomböser Wirkung (40 – 60 m) sich leisten konnten, mißlangen ihren Nachfahren, die doch klüger und besser als die Alten sein wollten, geradezu kläglich. Viel zu viel rannten ein Teil der Deckungsspieler dem Ball nach (Eiberle), der andere stand dagegen wieder zu sehr bei seinem Mann. Nagelschmitz war ausschließlich Lachners Polizist, Stock gestaltete seine Bewachungsarbeit etwas lebendiger, hatte allerdings auch die leichtere Aufgabe. Für die Zusammenarbeit Wendl-Eberle mußt gelten: Ist der eine draußen, so ist der andere drinnen, und umgekehrt. Und die Überrumpelung der Bayern durch Lachner gelang nur, weil sich Goldbrunner dazu verleiten ließ, einem schnellen, täuschenden Paßwechsel der 60er au pair ins Garn zu laufen. Damit ist schon alles gesagt, daß das so viel gerühmte System der Spieler von heute hinten vorne und in der Mitte Fehler hat. […]

Die Spitzkicks bei Strafstößen waren Verlegenheits- bzw. Unterlegenheits-Eingeständnisse. Erwähnenswert nur ein wirklich mächtiger, mit dem Spann ausgeführter Freistoß Baders von der Mitte des Bayernfeldes bis in die 60er Tormündung. Gut und fortschrittlich alleine das direkte Herumziehen der von hinten scharf vorgespielten, den Boden nicht mehr berührenden Bälle durch Schäfer, Oeldenberger, auch Stiglbauer, vor allem aber Lachner (die 60er scheinen das im Akkord zu üben oder es einfach abgeguckt zu haben). Dieser Lachner ist heute schon ein Professionalgehalt von 700RM. Wert! Er ist klein. Das ist wahr. Aber gerade deswegen schlüpft er überall durch! Zwar ist auch er noch nicht vollendet, aber er befindet sich doch schon im Vorstadium der Vollendung. Er jagt durch wie ein Windhund, wie Mick the Miller, der König der Windhundrennen, Pardon, wenn dieser Vergleich mißfällt. Aber dieser Mick the Miller wird heute in England vergöttert, mit Weltmeistern, größten Filmstars in einem Atem genannt. Warum sollten wir uns nicht auch ein Mal eine solche Freimut erlauben? Vor allem wunderbar, wie Lachner hinter dem Ball liegt. Wie er einen sich aufbäumenden Ball im Sprung nahm, niederdrückte und kniehoch vorgab, wie mit der Meßleine gezogen. […]

Pledl möchte ich auf 500 RM. Monatlich taxieren. Aber erst dann, vielleicht auch höher, wenn er die Probe gegen einen wirklichen Mittelstürmer ebensogut besteht. Sein Spiel ist immer dasselbe, ein rasches, leichtes Tätscheln des Balls. Fort damit! Dahin, dorthin. Weg ist der Ball. Das geht wie am Schnürchen. Nur ist jedesmal die Richtung verschieden und meist ganz unerwartet. Pledl hat einen Paß in tausenderlei Variationen. Aber seinen wahren Wert kann man nur durch einen wirklichen gegnerischen Mittelstürmer ermitteln. […]

Sch.-R. Fritz Oggersheim, wollte es mit Stellungsspiel allein machen. Er wollte schon gar nicht laufen. Ich wette, daß er einmal, wie von Furien gehetzt, rennen wird, wenn ihm erst das Feuer die Sohlen versenkt, mit dem er und seine Taktik spielen. […]

Der Boden des 60er Stadions hat wirklich noch immer seine Tücken. Ein nach unten gedrückter Paßball wandelte sich an einer Bodenkrume oder – welle förmlich zum Bumerang. Da kann man natürlich keinen guten Fußball spielen. Aber beide Mannschaften hätten besser stoppen müssen. Wenn wieder gestoppt wurde (Bergmaier), geschah es gar zu schulmäßig. Und das Zusammenspiel – meisterten beide Mannschaften nicht. Einiges Zusammenspiel bei 1860 lediglich in der entscheidenden Anfangsphase, bei Bayern ein heroischer Versuch, aller gegen Ende, als schon alles verloren war! Verschiedentlich sich bemerkbar machender Hang zur Schwerathletik (Stemmen des Gegners) sollte völlig ausgemerzt werden. […]

Die Zuschauer waren mit erster Halbzeit sehr, mit zweiter wenig zufrieden. Aber dieses Letzt-Sekunden-Tor gab ihnen den Triller mit heim. Daß einige zu stark nach Alkohol dufteten, war für ihre Umgebung ebenso peinlich, wie der Bier-Verschleiß und Zuruf störend. Fort mit der Spießerei. Eine letzte Feststellung übrigens: der 60er Anhang hat den der Bayern, der ausgesprochenen Publikumslieblinge 1925 – 29, an Stärke beträchtlich überflügelt. Der Beifall hat es gezeigt. Dieser Wechsel ist ein Ereignis und bricht mit den alten Aberglauben (der manchmal etwas kantigen) 60er, ewig zur Rolle der Erniedrigten und Beleidigten verurteilt zu sein.“

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 13.10.1931)



Tabelle








Sp

g

u

v

Tore

Pkt.

1.

F.C. Bayern

9










32:15

15:3

2.

1860 München

9










20:8

14:4

3.

Wacker

9










22:14

12:6

4.

D.S.V.

9










20:16

10:8

5.

Regensburg

9










20:17

10:8

6.

Teutonia

9










16:15

9:9

7.

Ulm

9










14:21

8:10

8.

Ringsee

9










15:25

7:11

9.

Schwaben

9










13:25

4:14

10.

Straubing

9










10:26

1:17

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 13.10.1931)

28. Mai 1932

Freundschaftsspiel; F.S.V. Frankfurt - 1860 München 3:1 […]

Am Vorabend des großen Ereignisses trafen sich Fußballsportverein und München 1860 zu einem Freundschaftsspiel vor 4.000 Zuschauer. Die vom Endspiel des Vorjahres besonders berühmten Münchener sind in ihren Leistungen stark zurückgegangen und verloren halbwegs verdient 1:3. Man sah große Schwächen im Sturm, in dem Schäfer vermißt wurde, der für etwa zwei Monate außer Gefecht ist. Es fehlt ein Durchreißer vorne. […]

Auch die Bornheimer waren nicht in bester Form, aber sie haben gewonnen. Nach dem Sieg gegen Fürth ein schöner Erfolg gegen eine weitere bayerische Spitzenmannschaft. Dazu ein vielversprechendes Debut des tankartigen neuen Mittelstürmers Lindemann, einen Studenten aus Mitteldeutschland. Er ist wert, weiter ausprobiert zu werden. […]

Große Schonung legten sich die D.F.B.-Auserwählten Lachner, Wendl und Knöpfle auf, was sich natürlich sehr bemerkbar machte, und das Spielniveau herunterdrückte. Alle drei schienen dazu verletzt zu sein. […]

Trotz der Schwäche dieser sommerlichen Begegnung kann man feststellen, daß hier zwei Vereine spielten, die in eine Sechszehner Reichsliga hineinpassen würden: Zugkräftige, befähigte Mannschaften, guter Platz, Unternehmungsgeist. Anscheinend auch Unternehmungswille.

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 31.5.1932)



Mannschaftskader





Spiele

Tore

Fritz Eiberle







Anton Huber







Ludwig Lachner







Fritz Neumaier







Otto Oeldenberger







Alois Pledl







Alfred Riemke (TW)







Max Schäfer







Ludwig Stiglbauer







Ludwig Stock







Gustav Thalmeier







Josef Wendl
















Max Breunig (TR)








Spielzeit 1932 / 33

11. Dezember 1932

Bezirksliga Südbayern (17. Spieltag); Jahn Regensburg – 1860 München 2:0

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 13.12.1932)



Tabelle








Sp

g

u

v

Tore

Pkt.

1.

Bayern München

17










53:13

28:6

2.

1860 München

17










60:28

21:13

3.

S.S.V. Ulm

16










35:42

17:15

4.

F.V. Ulm 94

17










35:41

16:18

5.

F.C. Wacker München

17










27:33

15:19

6.

D.S.V. München

16










36:40

15:17

7.

Schwaben Augsburg

17










36:43

15:19

8.

Teutonia München

16










19:26

14:18

9.

Sp.Vg. Landshut

17










26:61

13:21

10.

Jahn Regensburg

16










23:24

12:20

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 13.12.1932)

30. April 1933

Im Endspiel um die süddeutsche Meisterschaft verliert der TSV 1860 München im Frankfurter Waldstadion gegen den FSV Frankfurt mit 0:1.

28. Mai 1933



Im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft verliert der SV 1860 München vor 30.000 Zuschauer in Leipzig gegen den westdeutschen Meister FC Schalke 04 mit 0:4. Bereits in der 7. Spielminute bringt Halbstürmer Szepan die Schalker mit 1:0 in Führung. In der 57. Minute erhöht Außenstürmer Rosen auf 2:0, und gut zehn Minuten später Rothardt auf 3:0. In der 72. Minute sorgt dann Szepan mit seinem zweiten Tor für den überraschend deutlichen Endstand


Spielzeit 1933 / 34
Tabelle







Sp

g

u

v

Tore

Pkt.

1.

F.C. 05 Schweinfurt

13










21:15

19:7

2.

München 1860

12










32:12

18:6

3.

1. F.C. Nürnberg

13










31:20

18:8

4.

Schwaben Augsburg

13










33:22

15:11

5.

Bayern München

13










33:27

15:11

6.

Spielvereinigung Fürth

13










23:18

13:13

7.

A.S.V. Nürnberg

13










23:25

12:14

8.

Würzburger F.V. 04

14










15:26

11:17

9.

1. F.C. Bayreuth

14










18:31

11:17

10.

Wacker München

13










23:32

10:16

11.

Jahn Regensburg

13










16:27

9:17

12.

F.C. München

14










19:32

7:21

(laut der illustrierten Sportzeitung „Fußball“ v. 16.1.1934)


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