Wintersemester 2006/07



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Psychologische Modelle


Die Auswahl der Teilbereiche wird vom „verborgenen Menschenbild“ bestimmt:
1. Das physiologische Modell: „sucht speziell nach den Zusammenhängen zwischen dem Ver­halten und den Strukturen und Prozessen im zentralen Nervensystem“.

Methode: z.B. elektrische Stimulierung der Hirnareale und Beobachtung der Reaktionen.

Erhard Oeser, Gehirn, Bewußtsein, Erkenntnis, Darmstadt 1988.
2. Das behavioristische Modell: interessiert sich aus­schließlich für „das sichtbare Verhalten und dessen Beziehung zu Reizgegebenheiten in der Umwelt des Individuums“.

Methode: z.B. Suche nach Auslösern und Verstärkungen (wiederholte Erfahrung) in der Bio­graphie.

John B. Watson, B. F. (Burrhus Frederic) Skinner
3. Das psychodynamische Modell (Tiefenpsychologie): „Menschliches Handeln entspringt er­erbten, biologisch festgelegten Trieben und den Versuchen, Konflikte zwischen den persönli­chen Bedürfnissen des Individu­ums und der Forderung der Gesellschaft nach sozial an­gepaß­tem Verhalten zu lösen.“

Methode: z.B. Erhebung von Frustrationen in der Bio­­gra­phie.

Sigmund Freud und die verschiedenen psychoanalytischen Schulen sowie C.G. Jungs Tiefen­psychologie

.

4. Das kognitionspsychologische Modell: geht davon aus, dass das Individuum seine eigene Interpretation der Welt durch geistige Prozesse konstruiert. Gegen­stand der Erforschung sind die Weisen der Informati­onsver­ar­beitung, durch die eine Person „z.B. die Um­welt aktiv nach jenen Informationen absucht, die sie für eine be­stimmte Entscheidung braucht“.



Methode: z.B. Erhebung und Protokollierung von Vor­stellungen, Gedanken und Gefühlen in bestimm­ten Situa­tionen.

Howard Gardner, Dem Denken auf der Spur: Der Weg der Kognitionswissenschaft, Stuttgart 1989.
5. Das humanistische Modell: nimmt an, dass Menschen weder von Triebkräften noch von Umweltdeterminan­ten bestimmt, sondern selbst-aktive Wesen sind, „von Natur aus gut und fähig, ihren eigenen Weg zu wählen: Selbst­verwirklichung als natürliche Selbstentfaltung.

Methode: z.B. Suche nach den die Selbstentfaltung ein­­schränkenden Bedingungen.

Carl. R. Rogers, Abraham Maslow
Zitate aus: Philip G. Zimbardo, Psychologie, Berlin-Heidelberg-New York 61995, 8-15.


Gordon W. Allport: Das I-E-Konzept



Extrinsisch motivierte Religiosität:

  • utilitaristisch: Interesse an Sozialprestige, Geselligkeit, gesellschaftlichen Beziehungen, Sicherheit,

  • selbstbezügliches (shield for selfcenteredness), zweckbestimmtes, instrumentelles Verhältnis

zur Religion (consensual religion),

“The extrinsically motivated individual uses his religion.”

Intrinsisch motivierte Religiosität:

  • Religion als Leitmotiv des Lebens, um alles mit dem Glauben in Einklang zu bringen,

  • um ihrer selbst willen gelebte Überzeugung (committed religion),

  • setzt sich mit den religiösen Lehren auseinander,

  • vorurteilskritisch.

“The intrisically motivated lives his religion.”

Allport, Gordon W. / Ross Michael J. (1967), Personal Religious Orien­tation and Prejudice, in: Journal of Personality and Social Psychology, 5, 432-443.
ergänzt durch (Vierfelder-Typologie/Ralph W. Hood, 1970):

Allgemein proreligiöse Orientierung

„undifferenciated proreligious“: bejahen intrinsische und extrinsische Items



Allgemein antireligiöse Orientierung

„undifferenciated antireligious“: lehnen intrinsische und extrinsische Items ab.



E-Items Nach Allport:

  • eine moralische Lebensführung ist wichtiger als das, was ich glaube

  • religiöse Motive dürfen meinen Alltag nicht beeinflussen

  • der Glaube gibt mir Trost in Schmerz und Unglück und

  • führt zu einem glücklichen und friedlichen Leben


Empirische Wissenschaft


(Erfahrungswissenschaft, Tatsachen­wissenschaft):

Prämissen





  • Erfahrung als einzige Quelle des Wissens

  • Subjekt-Objekt-Trennung

  • thematische Reduktion: eingeschränkt auf Teilbe­rei­che

  • methodische Abstraktion: eingeschränkt auf beobacht­bar, messbar etc.

  • erkenntnisleitende Frage nach den empirischen Bedin­gungen und Gründen des Empiri­schen

  • Kausallogik: Ursache-Wirkung-Zusammenhang; Empirisches wird durch anderes Empiri­sches erklärt

  • Korrelation: Empirisches wird mit anderem Empirischen in Zusammenhang gebracht



Methoden





  • gezielte, planmäßige Beobachtung innerhalb eines Teilbereichs

  • Protokollierung des Beobachteten: deskriptiv (beschreibend)

  • Auswertung: klassifizieren, quantifizieren (Statistik), um Gesetzmäßigkeiten bzw. signifi­kante Zusammenhänge zu erheben

  • Experiment zum Zwecke des Beweises der Gesetz­mäßig­keiten bzw. des Zusammenhangs unter künstlichen Bedingungen (Labor, Versuchspersonen).



Ziel


Prognostik: Vorhersage von Zusammenhängen, z.B. Verhalten unter bestimmten Bedingun­gen

Zweck


Verfügbarkeit: Techniken, Training
Leistungen des empirischen Verfahrens:


  • Kenntnis der Vielfalt konkreter Erfahrungswelten

  • Anschluss rein begrifflichen Denkens an die phänome­nale Welt

  • schlägt ‘Schneisen’ in die Masse der Phänomene, damit: Reduktion von Komplexität;

  • macht Prognosen möglich: z.B. Sicherung (Zivili­sa­tion) oder Einschätzbarkeit (des Ver­haltens).

  • Anstoß zur Toleranz gegenüber den Erfahrungen anderer


Grenzen des empirischen Verfahrens:


  1. Keine Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung; die Erfahrung ist jedoch bedingt durch subjektive Voraussetzungen der Beobachtung:

  • spezifische Aufmerksamkeit;

  • Interesse, geschichtlich und gesellschaftlich bedingt durch: Biographie, Persönlichkeits­struktur, Schul­zu­ge­hörig­­keit, ‘Zeitgeist’;

  • wertende Voreinstellung: Kritik oder Apologetik;




  1. Die Frage nach der Bedingung der Möglichkeit von Erfahrung setzt ein ‚Ich’ voraus, das nicht aus der Erfahrung gewonnen wird:

  • Identität des Selbst-Bewusstseins;

  • Begriffsbildung aus der Eigentätigkeit der Vernunft (z.B. Abstraktion, Kausalität);

  • Gestaltung des Erfahrungsmaterials zum Gegenstand (Subjekt-Objekt-Differenz, nicht Trennung): Konstrukte;

  • Praxis: handeln (aus selbst-bewusster Motivation) ver­sus sich verhalten (aufgrund eines äußeren Wirkungszusammenhangs).


Probleme in der Einschätzung des empirischen Verfahrens:


  • Verkennen des methodischen Reduktionismus: der Teil­aspekt wird zum ‚Ganzen’, wenn man z.B. das ‚Wesen’ des Men­schen von einem einzigen Modell her be­stimmt;

  • Identifikation von Modell und Wirklichkeit als sei das Modell deren vollständige und er­schöpfende Darstel­lung;

  • unlösbarer Streit der Modelle um ihren Gel­tungsanspruch, da keine Kriterien der Entschei­dung vor­handen; Lösung durch „dogmati­schen Macht­spruch“ (Dietrich Benner);

  • Exaktheit auf Kosten größerer Zusammenhänge (z.B. Naturwissenschaft – Ökologie­prob­lem)

  • Ausblenden der Identität des Selbst-Bewusstseins: Ent­fremdung des Menschen von sich selbst;

  • Praxis auf Anwendung von erhobenen Gesetzmäßig­kei­ten bzw. Korrelationen reduziert;

  • Ausblenden der subjektiven Anteile beim Beobach­ten, d.h. des eigenen Stand­punkts: die wertende Voreinstellung fließt in das Verfahren ein;

  • Verwechslung von Tatsache und Wahrscheinlichkeits­urteil;

  • Identifikation von Wissenschaftlichkeit mit dem empi­ri­schen Verfahren;

  • nicht-empirische Verfahren fallen unter das Verdikt der ‚Weltanschauung’ oder ‚Ideolo­gie’: seien ‚bloß spekulativ’.



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