Warum ein Forschungsprojekt?



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tarix05.11.2017
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Warum ein Forschungsprojekt?

  • Kirchen sind die bei weitem bedeutendsten Anbieter von Paarberatung, leisten einen enormen gesellschaftlichen Beitrag mit langer Tradition, hoher Qualität und flächendeckender Versorgung,

  • was aber viel zu wenig wahrgenommen wird

  • Innerkirchlich erhöhter Legitimationsdruck aufgrund finanzieller Enge

  • Gesellschaftlich zunehmende Wahrnehmung der Bedeutung von Unterstützung für Paare

  • Zugleich wenig empirisch fundiertes Wissen über Wirkungen der Paarberatung, erreichte Klientel

  • Daten aus Projekt „Beratungsbegleitende Forschung“ (BF 1 und 2) veraltet und nicht repräsentativ

  • Wissenschaftliche Erkenntnisse fließen zu wenig in die Beratungspraxis ein



Ziele

  • Wissenschaftlich: gesicherte Erkenntnisse über Wirkung der Beratung, Zusammensetzung der Klientel, Problembelastung, betroffene Kinder usw.

  • Innerkirchlich: Unterstützung bei der Begründung und langfristigen Sicherung des Angebots

  • Fachlich: bessere Abstimmung des Beratungsangebots auf die aktuellen Problematiken und Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die fachliche Konzeptentwicklung

  • Gesellschaftlich: bessere Wahrnehmung der Leistungen der kirchlichen Beratung vor dem Hintergrund der Debatte um Familien



Konstruktion des Forschungsprojekts

  • Theoriegeleitete Designentwicklung aus umfassender Literaturrecherche

  • Aussagekräftige Abbildung des Beratungsangebots und der Versorgungssituation mit maximalem wissenschaftlichem Anspruch

  • repräsentative bundesweite Erhebung, große Stichprobe (N > 300)

  • Prospektives Design

  • standardisierte Meßinstrumente

  • verschiedene Untersuchungsperspektiven: Klienten, Berater, Untersucher

  • follow-up

  • Aufwand für die Beratungsstellen minimal halten

  • Rückfluß der Ergebnisse in die Beratung: Konzeptentwicklung, Diagnostik und differentielle Indikation usw.



Institutionelle Verortung

  • Projektleitung: Prof. Dr. Christian Roesler, Professur für Klinische Psychologie und Arbeit mit Familien, Katholische Hochschule Freiburg

  • Institut für Angewandte Forschung und Weiterbildung (IAF), Leitung Frau Prof. Dr. Kricheldorff

  • Im Auftrag der KBK bzw. BAG



Theoretisch fundiertes und evidenzbasiertes Design

  • Auswertung Forschungsliteratur – theoretisches Modell

  • Darauf basierende Operationalisierung wesentlicher Dimensionen der Paarberatung

  • Eigenes Instrument: Risikofaktoren der Beziehungsstabilität

  • Vereinheitlichung Anlaßkatalog

  • Katamneseinstrument



Auswertung der Forschungsliteratur zu Paarberatung/-therapie

  • Über 100 empirische Studien aus den letzten 45 Jahren ausgewertet, die Merkmale von Paarbeziehungen untersuchen, die einen Einfluß auf Beziehungsqualität und –stabilität haben (also auf das Trennungsrisiko)

  • 63 Merkmale der Paarbeziehung empirisch abgesichert

  • Ein erheblicher Teil davon ist durch Beratung beeinflußbar

  • Diese müssen in der Untersuchung erfaßt werden

  • In ein theoretisches Modell integriert







Design

  • Prospektive naturalistische outcome-Studie (ohne Kontrollgruppe) mit Katamnese

  • Repräsentative Untersuchung der Versorgung im gesamten Bundesgebiet

  • Drei Untersuchungszeitpunkte: Prä-Post-Katamnese

  • Evaluation der Beratung aus unterschiedlichen Perspektiven: Klienten, Berater, Untersucher

  • Erfassung relevanter Angaben zu

  • Klienten: soziodemographisch, Persönlichkeit, psychischer und körperlicher Gesundheitsstatus u.a.

  • Paarbeziehung: Interaktion, Problembereiche u.a.

  • Analyse der Selektionseffekte und drop-outs



Meßinstrumente für Evaluation Paarberatung

  • Basisdokumentation mit Ergänzung (Risikofaktoren)

  • EPF – Einschätzung von Partnerschaft und Familie

  • http://www.testzentrale.de/programm/einschatzung-von-partnerschaft-und-familie.html#details

  • BSCL – Brief Symptom Checklist

  • http://www.hogrefe-testsystem.com/ztd/HTS/inftest/WEB-Informationssystem/de/4dek01/webcatalog.htm

  • Kurzskala zum Dyadischen Coping (5 Items)

  • Bindungstyp Selbsteinschätzung 4-Felder Schema

  • GARF- Skala (aus DSM-IV): familiäres Funktionsniveau)

  • Katamneseinstrument



Erfassung der Probleme in der Paarbeziehung

  • EPF – Fragebogen zur Einschätzung von Partnerschaft und Familie (Klann, Hahlweg, Limbird und Snyder)

  • Der EPF besteht aus 150 Items, die rational folgenden 11 Inhaltsskalen zugeordnet werden:

  • - Globale Zufriedenheit mit der Partnerschaft - Affektive Kommunikation

  • - Problemlösen - Aggression

  • - Gemeinsame Freizeitgestaltung - Konflikte um Finanzen

  • - Sexuelle Unzufriedenheit - Rollenorientierung

  • - Konflikte in der Ursprungsfamilie - Unzufriedenheit mit den Kindern

  • - Konflikte bei der Kindererziehung

  • Folgende Merkmale lassen sich bedingt durch den EPF erfassen:

  • Partnerschaftliche Kommunikationskompetenz

  • Interaktionsverhalten

  • Kommunikation

  • Problemlösefertigkeiten

  • Gemeinsam verbrachte Freizeit aktuell

  • Ehezufriedenheit

  • Gefühlte finanzielle Abhängigkeit

  • Aggression/Gewalt/Geringe Impulskontrolle



Erfassung von Bindungsmustern der Partner Selbstzuordnung Vier-Felder-Schema (Bartholomew et.al. 1990)



Psychischer und körperlicher Gesundheitsstatus

  • BSCL (Brief Symptom Checklist), Kurzform des SCL-90R von Notarius

  • Das am häufigsten eingesetzte Instrument im klinisch-psychologischen Bereich

  • Vergleichsgruppen

  • Norm Cut-off



Stress und Stressbewältigung des Paares

  • Kurzskala zur Erfassung des Dyadischen Coping (Bodenmann)

  • Folgende Merkmale sollen mit diesem Instrument erfasst werden:

  • Stress und dessen Bewältigung

  • (Problemlösefähigkeiten)



Interaktionsvariablen

  • Positives und negatives Interaktionsverhalten

  • Offenheit

  • Partnerschaftliche Kommunikationskompetenz

  • Negative Reziprozität

  • Entwertung des Partners

  • Problemlösefertigkeiten/-stil (in der Interaktion miteinander)

  • Änderungswunsch an den Partner, der kommuniziert wird

  • Mangelnde Begeisterung des Mannes für seine Frau

  • Gering ausgeprägtes „Wir-Gefühl“

  • Erfassung über Fragebogen (und in Teilstichprobe über videographierte Interaktionsbeobachtung, Auswertung mit Codierungssystem, z.B. (RMICS) (Heyman 2004)









Erfassung familiäres Funktions-/Belastungsniveau

  • GARF-Skala aus DSM-IV

  • Global Assessment of Relational Functioning

  • Berater schätzt Belastung/Funktionsfähigkeit des familiären Systems auf einer 100-Punkte-Skala ein anhand von Ankerbeispielen



Katamnese

  • Status der Paarbeziehung: Erfassung ob Paar getrennt oder weiterhin zusammen

  • Eigenes Katamneseinstrument (Diplomarbeit John 2008)

  • BSCL

  • EPF

  • Veränderbare Risikofaktoren

  • Dyadisches Coping



Design: Übersicht





t2: Beratungsende



t3: Katamnese



Art der Ergebnisse

  • Zusammensetzung und Problembelastung der Klientel

  • Falltypen (Cluster) und deren evtl. besondere Gefährdung und Bedarfe

  • Globale Wirksamkeit der Paarberatung auf Beziehungsqualität, -stabilität, Belastung Klienten und Familie

  • Differentielle Wirksamkeit: auf bestimmte Falltypen, bestimmte Problematiken, Familie u.a.

  • Verlaufstypen in Abhängigkeit von Problemkonstellationen, Beratungs“dosis“, Zeitnahe Intervention u.a.



Kontrolle von Selektionseffekten

  • Möglichst repräsentative Auswahl an Beratungsstellen (Stadt/Land, Regionen, Größe usw.)

  • Möglichst Zufallsauswahl der Klienten

  • Erfassung der Merkmale der Nichtteilnehmer über Standard-dokumentation



Zeitplan

  • 1. Hälfte 2012: Vorbereitung des Beginns der Evaluation, Information und Werbung zur Teilnahme, Zusammenstellung der Untersuchungsinstrumente und Entwicklung eines Online-Moduls, Bildung der Stichproben, Informationsveranstaltungen für teilnehmende BeraterInnen.

  • 1.10.2012 (wg. Schulferien): Datenerfassung Beratungsbeginn (Laufzeit 1 Jahr), kontinuierlicher Support der Beratungsstellen

  • ab 1.4.2013: Beginn Zwischenauswertungen

  • 30.9.2013: Ende Aufnahme neuer Fälle (+ 1 Jahr für Beratungsprozeß)

  • 30.3.2015: Ende Datenerfassung Katamnesen

  • Ab 1.4.2015: Gesamtauswertung, Abschlußbericht, Informationsveranstaltungen, Publikationen



Praktische Durchführung: Vorbereitung

  • Anfrage um Teilnahme an alle Beratungsstellen

  • Evtl. auch über Zeitschriftenpublikation

  • Daraus repräsentative Stichprobe ca. 20-30 Stellen, ebenfalls stellenintern repräsentativ (z.B. Berater)

  • Information der beteiligten Stellen über Erhebungsinstrumente und Ablauf

  • Online-Verfügung über Informations- und Schulungsmaterial des Projekts für die Stellen

  • Evtl. Schulungstagung in Freiburg/Bonn?



Praktische Durchführung: Datenerhebung

  • Zufallsauswahl der Klienten mit Dokumentation von Ablehnern, ca. 20 Fälle pro Beratungsstelle

  • Von Studienfällen extra Auswertung der Standarddokumentation, um Bias zu errechnen

  • Erhebungsinstrumente werden online zur Verfügung gestellt

  • Mit der Einverständniserklärung erhalten Klienten web-Adresse der Instrumente mit persönlichem Zugangscode (=Fallcode)

  • Berater des Falles muß Beraterinstrumente ausfüllen

  • Berater stellt Datenerhebung zu allen Meßzeitpunkten sicher, insbesondere bei Katamnese (Möglichkeit einer automatischen Benachrichtigung an Klienten nach 6 Mon)



Praktische Durchführung: Auswertung

  • Datensatz wird durch Online-Erhebung automatisch erstellt

  • Zwischenauswertungen möglich

  • Sonderauswertungen bei genügender Stichprobengröße möglich (z.B. nach Regionen, Diözesen)



Aufwand für die Beratungsstellen

  • Einen Zuständigen für Projekt benennen

  • Profil der Beratungsstelle (Anzahl Berater, Klienten, Ausbildungen, Angebote usw.) = Jahresbericht

  • Instrumente kennenlernen

  • Ca. 20 Paare für Teilnahme rekrutieren

  • Datenerhebung kontrollieren

  • Beraterdaten ausfüllen

  • Vergleich Teilnehmer-Ablehner-Jahrestatistik

  • Evtl. Klienten für Katamnese nachverfolgen



Wir bitten um Ihre Teilnahme!

  • Falls Sie teilnehmen wollen:

  • Email an christian.roesler@kh-freiburg.de

  • Mit einigen Daten über Ihre Beratungsstelle:

  • Ort, Bundesland, Diözese, Mitarbeiterzahl und –ausbildungen, durchschnittl. Zahl an Paarberatungen/Jahr, Migrantenanteil, Träger, Art Berat.stelle (Integriert, EFL)




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