Wettkampf um Olympia



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Wettkampf

um Olympia

Lustspiel in drei Akten von Jochen Wiltschko


Madame Olympia ist eine gefragte Person. Nicht nur, weil sie die Zukunft voraus sagt, sondern auch, weil sie eine attraktive Frau ist. Kein Wunder, daß die Herren der Schöpfung bei ihr Schlange stehen. Als es der Verehrer zu viele werden, bittet sie die Kavaliere zum Wettkampf. Der Gewinner darf sich Chancen auf die Gunst der Herzdame ausrechnen. Die drei Teilnehmer gehen mit großem Elan an die Arbeit...

Personen: (4w/5m)

Madame Olympia..........................geheimnisvolle Wahrsagerin

Kalle.............................................Hippie und Karatelehrer

Manfred Wunder...........................ewiger Student

Willibald Nägele............................schwäbischer Buchhalter

Tamara........................................Olympias Assistentin

Kathrin Treu................................Kundin

Rudi Semmelkönig.......................Kunde

Professor Storchheimer................Esoteriker

Inga.............................................Szene-Girl
Bühnenbild: Madame Olympias „Sprechzimmer“

Dauer: ca. 100 Minuten


Zeit: Gegenwart

Arnos Theaterladen

Finsterlohr 46

97993 Creglingen


Tel: 07933/20092, Fax: 07933/20094


1. Akt
Das „Sprechzimmer“ von Madame Olympia ist geheimnisvoll eingerichtet. Madame Olympia selbst sitzt in zigeunerhafter Kleidung auf einer Seite des Tisches und blickt in eine Kristallkugel bzw. ein Kartenspiel. Ihr gegenüber befindet sich Kathrin Treu, die Kundin, und fiebert der Voraussage entgegen, mit nervös geballten Fäusten.

1. Szene

(Olympia, Kathrin)



Olympia:

Kathrin:

Olympia:

Kathrin:

Olympia:

Kathrin:

Olympia:
Kathrin:

Olympia:

Kathrin:

Olympia:

Kathrin:

Olympia:
Kathrin:


Olympia:
Kathrin:

Olympia:

Oooooh, ich sääähe... Mann, nach däm Sie fragään. Ooooh, oooh...

Wie ist er? Wie ist er denn, mein Harald?

Mich nix unterbrääächäään. Nix guut. Stären mich in... Konzäntration...

Entschuldigung!

Mann sein... grooosssse Windhuuund!

Nein!


Doooch! Ihr Harald rauchään! Gegen dään ist Fabrikschlot Mitglied bei Griinpiiis! Sie ihn nix heiratään... !

Nix heiratään? Wirkli net???

Rauchäään! Schliiimm! Dos nähmen später zu!!!

Oh!


Ihr Harald schlimmä Fingäär! - Am besten ganze Haaaand wääglassään!

Nein!


Grosssses Luump, grosssses Schlietzooohr! Nix mit ihm anfangään! - Machen hundert Mark, Sitzung vorrrbei!

Immer krieg ich die falschen Fuffziger ab. Warum bloß? Immer das gleiche mit den Mannsbildern. - wart nur, mein lieber Harald, wenn ich Dir auf die Schliche komm, dann kannst du dich beerdigen lassen! - Und Sie sind wirklich sicher, Madame Olympia?

Sichäär wie Bremsfallschirm von Sputnik! - Kaffeesatz, Karten und Kristallkugel mir verratään alläs.

Wenn das stimmt... Ja, Madame Olympia, ich sag danke schön!

Sie mich begleitään? Kasse draußään!


2. Szene

(Olympia, Tamara, Kathrin)



Tamara tritt ein. Ihre Aufmachung hat ein orientalisches Flair. Bei Madame Olympias Anblick kreuzt sie die Arme über der Brust.

Tamara:
Olympia:

Kathrin:

Tamara:

Olympia:

Oh, grosse Mem-Sahib! Grosse Mem-Sahib! Draußen stehen Mann mit komische Anzug und schauen dumm Lächer in Luft!

Ich führään Damää hinaus, du führään Anzug... Ääh, Maann herein. Tamara, du bleiben noch, muß noch mit dir sprächään. - Froilein Treu, gähen bitte voraus.

Gut, ich warte draußen.

Kasse in Ruhe lassen! Kasse in Ruhe lassen!

Pscht!

(Kathrin Treu ab).


3. Szene

(Olympia, Tamara)



Tamara:
Olympia:
Tamara:
Olympia:
Tamara:

Olympia:

Tamara:

Olympia:
Tamara:

Olympia:

Tamara:
Olympia:
Tamara:
Olympia:
Tamara:

Also, Chefin, lang mach ich den indischen Hüttenzauber fei nicht mehr mit. Dauernd „Memsahib! Memsahib!“ Das hält kein Affe auf die Dauer aus!

Hältst du jetzt deinen Rand? „Flair“ nennt man sowas. „Atmosphäre“! Das ist gut fürs Geschäft.

Gut fürs Geschäft. Dauernd darfst du den Leuten Zirkus vorspielen. Das hab ich fei langsam dick.

Kundschaft ist ein ganz blödes Volk. Im Gegensatz zu normalen Leuten wollen die immer beschissen werden!

Jawohl, Memsahib.

Wer hockt noch draußen?

Unser Freibiergesicht. Der Wunderknabe.

Ach, der Wunder! Unser Student im hunderfuchzigsten Semester! Der kommt verdächtig oft in der letzten Zeit.

Chefin, darf ich einen Verdacht äußern, so einen ganz kleinen, indischen?

Äußer doch mal.

Der is hinter Ihnen her wie der Fiffi hinterm Hackfleisch. Und unser Blitzschwob noch dazu. Der Herr Nägele...

Allmählich hab ich das gleiche Gefühl... Es schadet nichts, wenn man ein paar Verehrer hat. Ein paar Eisen im Feuer...

Bloß daß solche Eisen irgendwann mal schwarz gebraten sind, zu lang sollte man die nicht warten lassen.

Stimmt. Also, hol unser Wunderkind rein. Und ich kassier inzwischen die Treu ab.

Sähr gut, Memsahib! (beide ab)


4. Szene

(Tamara, Manfred Wunder)



Tamara kommt gleich mit dem Kunden zurück. Manfred Wunder ist korrekt gekleidet, mit Anzug und Krawatte - Marke „Brautschau“ eben, soweit es einem unvermögenden Studenten möglich ist.

Manfred:
Tamara:

Manfred:

Tamara:

Manfred:

Tamara:
Manfred:

Tamara:

Manfred:
Tamara:

Manfred:

Tamara:
Manfred:

Tamara:

Manfred:


(zu Kathrin Treu zurückblickend) Donnerwetter, ist das ein Käfer, Mensch, Maier!

(dreht ihm mit der Hand den Kopf zum Tisch) Dort spielen Musik!

Ach so! Dort also! - Madame Olympia ist beschäftigt? - (Betont) Is she busy?

Madame nix bissig. - Sie sich nix brechen ab.

Habe zwei Semester Englisch studiert!

Mir so wurscht wie Fahrrad in Afrika, imprägniert mir überhaupt nicht. - Madame kassieren gerade. Missen warten.

Das ist schön. - Trotzdem tät ich bei dem Käfer ganz gern mal baggern...

Wie?

Trotzdem würde ich bei düsem Blütenblatt da draußen ganz gern eine Landung versuchen!!!



(beiseite) Blütenblatt! Hör dir den Stinker an!

Wie meinen?

Ich sagen, Sie Mann. Männer alle gleich. Hinsetzen, Schnauze halten und andere Kundschaft aus Kopf schlagen.

Wenns sein muß...

Madame Olympia kommen gleich! - Ich schnell holen!

Ja, in Ordnung!



Tamara wirft sich beim Hinausgehen theatralisch ein Halstuch wie einen Schleier ums Gesicht.

5. Szene

(Olympia, Manfred Wunder)



Manfred:
Olympia:

Manfred:

Olympia:
Manfred:

Olympia:

Manfred:
Olympia:

Manfred:

Olympia:

Manfred:

Olympia:

Manfred:
Olympia:

Manfred:
Olympia:


Manfred:

Was für eine Dame! Fressen und gefressen werden...

Olympia tritt bei diesen Worten ein.

Guttään Taag, Härr Wundärr. Tut mir laaid, mußte noch abkassierään...

Madame Olympia, Ich bin Ihr ergebenster Diener! (Küßt ihr die Hand)

Scharmaant, mein Härr! Ich bin ääntzückt! - Sie wollän Zukunft wissän? Handlääsään, Kristallkugääl oder Kartäänspiel?

Auf andre Weise möcht ich meine Zukunft wissen. Madame Olympia, heut’, ja heut’ muß es sein! Ich gestehe Ihnen, ich verehre Sie! Ich liebe Sie! (Er sinkt auf die Knie) Für Sie durchschwimme ich Ströme, für Sie kämpfe ich mit Löwen, für Sie ziehe ich mir sogar ein Dutzend mal die Harald-Schmidt-Show rein...

Mutään Sie sich nicht zuviel zu!!!

... und weil mein Herz brennt wie eine Fackel, wie ein Leuchtturm in der Wüste...

Moment, seit wann gibts Leuchttürme in der Wüste?

Ich baue einen für Sie!!! Ich hatte mal ein Architekturstudium belegt...

Langsam, langsam, junger Freund. Des geht mir entschieden zu schnell. – Hoffentlich tut es Ihren Gefühlen keinen Abbruch, wenn ich red wie mir der Schnabel gewachsen is?

Im Gegenteil, im Gegenteil! Ihr Franken-Klang, der macht mich an! Ich liebe es, ich liebe es! Die Flamme meines Herzens - sie lodert hell empor! - Und deinen süßen Namen - den singt ein Engelschor!

Das haben Sie so schön gesagt!

Gell! Ich hab nicht umsonst drei Semester Germanistik studiert! Das war von... Schiller, glaub ich... oder doch von mir...?

Ich bin Ihnen also nicht gleichgültig, Herr Wunder?

Gleichgültig? Sie beschämen mich, Madame! Sie treffen mein Herz in seinem Zentrum!

Ein Poet wie Sie kann mein Innerstes rühren. Ich habe Ihr Geständnis aufgenommen und bewege es in meinem Herzen! Sie hören zu gegebener Zeit von mir. - Bitte, heben Sie sich nunmehr hinfort, die Kundschaft wartet auf mich!



(Mit einer entsprechenden Geste am Bauch) Oh, nach diesem Besuch bin ich guter Hoffnung! Danke, Madame, danke! Ade, ade! Ich komme wieder! (Er entfernt sich mit Handkuß)

6. Szene:

(Olympia, Tamara)



Olympia:

Tamara:

Olympia:
Tamara:

Olympia:

Tamara:

Olympia:

Tamara:
Olympia:

Tamara:

Olympia:

Tamara:

(lacht) So ein Rindvieh, so ein saudummes!

Warum, was is denn passiert?

Der hat mir soeben seine Liebe gestanden! Und wie! (sie äfft ihn nach) „Sü böschömen müch, Madame!“ „Nach düsem Bösuch bün üch guter Hoffnung“!

Guter Hoffnung? Was? Chefin! Was haben denn Sie mit dem angestellt?

Saudumme Frage. Was fällt dem eigentlich ein? Hat auf seiner Uni bestimmt jede Menge junge Damen im Semester, in welchem auch immer er grad rumstudiert, und da will der ausgrechnet meinen angerauchten Jahrgang.

Das haben jetzt Sie gesagt.

Wer hockt draußen?

Neue Kundschaft. Hat der einen komischen Namen! Der hat sich als Rudi Semmelkönig vorgstellt!

Rudi Semmelkönig? Wer heißt denn so?

Der!


Hol ihn rein.

Ist recht, den schick ich Ihnen ums Eck! Viel Spaß beim Rumsemmeln! (Ab)




7. Szene

(Olympia, Rudi Semmelkönig)



Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:
Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:
Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:

Semmelk:

Olympia:
Semmelk:

Olympia:

Habe die Ehre. Sie können die Zukunft voraussagen?

Ja. - Sätzen Sie säch!

Ja, i hab ein Problem... Es geht um eine Erbschaft. Für mich schaut da schon ein Sümmchen raus, aber ich müsste eine Frau heiraten, die schaut aus wie Dornröschen...

Dos ist doch gut?

... wie Dornröschen nach hundert Jahren Schlaflosigkeit...

Dos ist schlächt.

Naja, jetzt weiß ich nicht, ob ich die Erbschaft annehmen soll.

Sie also nicht verheiratäät?

Nein. Mich hat doch nicht der Affe gebissen..

Richtigää Ihnen noch nicht begägnät?

Könnte ich nicht behaupten.

Gut. Ich schauään fir Sie in Kugääl. (Konzentriert) Was mir sagään...



(nach einer kleinen Pause) Sehen Sie schon was?

Augäänblick! Ich mich konzäntrierään! – Ääärbschaaaft! - Äääärbschaaft! - Äääärbschaaaft! - Momääänt, Hääärrr...Semmelkönig!



(nervös auf seinem Platz hopsend) Ja? Ja? Was? Ja?

Ich sähe...



(Erregt) Ja? Ja?

...nix. Gor nix. Nicht mäglich!

Äh... Und warum nichts? Ist bei Ihrem Apparat gewiß ein wenig die Batterie leer?

Nix Batterie in Kristallkugääl. - Nix funktionieren. Sabotasch. Sauerei.

Ja, und jetzt?

Normalerweise nicht passierään. - Ist Angälägänheit dringääänd?

So arg nicht...

Dann ich würde sagen: Wiederkommen andärääs mal, dann bessäär.

Dann war der Scheffmonteur da, zum Reparieren?

Schääärzkäääks! - Wie wäre mit Fraaaiiitagg? Selbe Zeit?

Ja, das würde passen.

Gut, Hääär Säämmel...

..könig!

...kennick! Bis Fraitagg also! Heutige Sitzung gratis, Gratis immer gute Einführungspreis.

Dankeschön! - Ja, also... Ade! (Ab)

(ruft ihm nach) Auf Wiedersähän. Gruß an ibrigä Sämmälkännige!


8. Szene

(Olympia, Tamara)



Olympia wirkt deprimiert. Tamara tritt ein.

Tamara:

Olympia:


Tamara:

Olympia:

Tamara:

Olympia:

Tamara:

Sie, da geht einer, den haben Sie nicht abkassiert!

Den brauch ich nicht abzukassieren, die Kristallkugel hat versagt. Das passiert mir sonst nie! Was ist bloß los mit dem Ding? - Das passiert mir! Einer Kapazität meiner Zunft, die alles sieht, alles weiß, der sich die Welten des Verborgenen offenbaren...

Machen Sie’s halblang. Raten Sie, wer draußen ist.

Bin ich vielleicht ein Hellseher? - - - Oh, Mist...

Unser Blitzschwabe, Ihr heimlicher und unheimlicher Verehrer Nummer zwei.

Der Herr Nägele? - Rein mit ihm. Der is originell, der lenkt mich jetzt ab.



(Öffnet die Tür und ruft hinaus) Alle Kundschaft was noch draußen sitzän, bitte einträten! (Ab)

9. Szene

(Olympia, Willibald Nägele)



Willibald Nägele ist Schwabe, seine Sprechweise entspricht dem Konsum mehrerer Schlaftabletten.

Willibald:

Olympia:

Willibald:
Olympia:

Willibald:

Olympia:

Willibald:
Olympia:

Willibald:
Olympia:

Willibald:

Olympia:

Willibald:
Olympia:
Willibald:
Olympia:

Willibald:

Olympia:

Grüß Sie Gott, Frau Olympia! I freu mi ja a so, Sie zum sähe!

Ja, der Herr Nägele! Schon wieder Sie! Wenn Sie sich die Karten legen lassen wollen, dann muß ich Ihnen sagen, daß es schon das fünfte Mal in dieser Woche isz!

Des hätt i jetzt fei net gmoint. - Noi, noi, Frau Olympia, i komm zwäge was anderem...

Herr Nägele! Sie zittern ja!

Ja, Herrschaft, Sie, i bin no so errägt von vorhin. Stellet Sie Ihne vor: I hock mi ins Café und trink a Tässle, gell, da setzt sich doch so a Lümmel zu mir an den Tisch. So a saubläder Deifel, so a neimodischer. Sie, des war a richtiger Hippie! Und der hätt mi doch die ganz Zeit aufzoge. Sie, wisset Sie, wie der mi ghoiße hat?

Nein, ich weiß nicht.

„Spätzlefriedhof“ hätt mi der ghoiße! A so a Kaschber, so a selbergschnitzter! Han i mi geärgert mit dem! - Na, i komm ja wege was anderem.

Na, Herr Nägele, was haben Sie denn auf dem Herzen?

Frau Olympia... i moin... i muaß was loswerde... Schauet Sie, Sie sin doch so a netts Mädle...

Oh, vielen Dank, Herr Nägele!

Bittschön, bittschön... I moin, es gibt so viel, was mir an Ihna gscheit gfällt... Schauet Sie, i bin ja bloß a kloins Buachhalterle... Und Sie, Sie sin net normal...

(fast beleidigt) Oh, vielen Dank!

Noi, noi, net so! I moin, Sie sin so geheimnisvoll, so interessant! Sie sin gar net so recht von dieser Welt!

Und das gefällt Ihnen so an mir? Sie sind immer so ein stilles Wasser und jetzt solche Gefühlsausbrüche...

Trauet Sie mir des net zu? Sie, ich bin ein Schwabe. Mir Schwabe han au a Temperament, gell! Wenn i will, dann werd i zum Vulkan!

Soso!

I war fei der wildschte und temperamentvollschte vo mein ganze Heimatdorf!



(beiseite) Dann möcht ich die anderen nicht kennenlernen!


10. Szene

(Olympia, Willibald Nägele, Kathrin Treu)



Kathrin:

Olympia:

Kathrin:

Olympia:

Kathrin:
Olympia:

Kathrin:
Olympia:

Kathrin:
Olympia:

Kathrin:
Olympia:

Kathrin:

Olympia:
Kathrin:

So, Frau Olympia, ich hab jetzt die Konsequenzen gezogen!

Was Sie habän gezogän?

Die Konsequenzen! - Mein lieber Schwan, hab ich meinem Harald die Handtasche um die Ohren geschlagen! Dann hab ich ihn vor die Wahl gstellt. Entweder sein unmoralischer Lebensinhalt oder ich.

Und?


Natürlich hat er sich für den unmoralischen Inhalt entschieden. Zigaretten und andere Schweinereien.

Sähen Sie?

Dann geh ich zur Tür raus, bin noch voller Wut, stell mich an die Bushaltestell, und wenn treff ich da?

Weiß niicht. Wään?

Klaus! (Schwärmerisch) K l a u s ! ! ! - Ich hab natürlich sofort mein Taschentuch fallen lassen.

Logiisch.

Und so sind wir ins Gespräch gekommen. - Madame Olympia, Sie müssen mir die Karten legen. Ich muß wissen, was der Klaus für ein Kerl ist.

Liebääs Freilein! Eigentlich schon fast gäschlossäään...

Oh, schade!

Abäär für Sie ich machää Ausnahme. Sie sich sätzään in gutes Stubää, dauert noch ein bißchään.

Vielen Dank Frau Olympia! (Ab)


11. Szene

(Olympia, Willibald Nägele)



Willibald:

Olympia:
Willibald:
Olympia:

Ja, so a Mädle wennsch dahoim hascht, da brauchscht du koin Tornado mehr! - A propos Tornado... I tät Sie auf Hände trage, Frau Olympia! Fir Sie spei i Feier! Fir Sie werd i zur glühenden Lava...

Ach, Herr Nägele, übernehmen Sie sich net! Ich bin doch auch mit wenig zufrieden! - Würden Sie sich etwas gedulden, bitte, ich muß zu der Dame...

Lasset Sie sich net aufhalte. - Aber kommet Sie bald wieder zurück! Ihr Willibald Nägele hät an Druck drauf wie a Schnellkochtopf!

Machen Sie sich darüber keine Gedanken. - Ich bin bald wieder da!



12. Szene

(Olympia, Willibald Nägele, Manfred Wunder)



Manfred:
Willibald:

Olympia:
Manfred:

Olympia:

Willibald:

Olympia:

Manfred:

Olympia:
Willibald:

Manfred:

Olympia:

Mir ließ es keine Ruhe, mein Herz, das tat so weh! Olympia, ich ruhe nicht, bis ich Dich wiederseh!

Hanoi, wos isch jetz des für a Gimpel?

Herr Wunder, Sie platzen herein wie der Sturmwind in die Textilabteilung. Haben Sie kein Taktgefühl?

Sturmwind? Textilabteilung? Wunderschön poetisch! Ich habe übrigens die deutschen Dichter und Denker studiert, von Goethe und Schiller über Bert Brecht bis zu mir selber!

Glückwunsch! - Herr Nägele, das ist der Herr Wunder.

Freit mi!

Herr Wunder, das ist der Herr Nägele!

Ich bin entzückt!

Die Herren sind hoffentlich nicht böse, wenn ich Sie alleinlaß? Missään Zukuuunft voraussagään. Dringendää Fall!

Jaja, gähät Sie nur!

Ich harre Ihrer Wiederkunft!

Keine Sorge, ich hau bestimmt nicht ab! (Ab)



13. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder)



Willibald:

Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:
Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:

Manfred:
Willibald:


Manfred:
Willibald:

Manfred:

Willibald:

Jaja, was für a Mädle!

Was für eine Frau!

Des könne Sie laut sage!

Ihr Geschäft geht gut, Sie glauben nicht, was das für eine Goldgrube ist!

Jaja, da renne die Leit. Alle wollet sie wisse, was die Zunkunft bringt und was in die Stern stäht.

Wenn sie nur schon mein wäre!

Jaja! - (lange Leitung) - Moment. – Wer? Die Zukunft?

Frau Olympia natürlich! Was für eine Partie! Was für eine Partie!

Ja, Sie trauriger Auguscht, saget Sie bloß, Sie sin hinter der Frau Olympia här?

Haben Sie vielleicht etwas dagegen?



(Tamara tritt unbemerkt ein und sieht dem Treiben zu).

Und ob i was dagäge hätt! Hinter Ihre „Gute Partie“ bin i nämlich au här! Und drum packet Sie jetsch am beschte Ihre siebe Zwetschge zamm und mache, daß rauskomme. Und wechsele Sie erscht amal die Windele bevor daß Sie wos vo der Olympia wolle, Sie Buabele Sie!

Sie! Suchen Sie sich keine Olympia, suchen Sie sich einen Krückstock, Sie Tattergreis!

Halt doch du dei Maul! Die alte Gockel hätte die beschte Kämm, gell!

(packt ihn am Kragen) OPA???

(ebenso) BUABELE???



14. Szene:

(Tamara, Willibald Nägele, Manfred Wunder)



Tamara räuspert sich.

Tamara:

Manfred:

Willibald:

Tamara:

Manfred:

Tamara:

Manfred + Willibald:

Tamara:

Wenn Sie mit Ihren Liebesbezeugungen kurz aufhören könnten?

Was? Die spricht auch so vulgär im Dialekt?

Wos habe denn Sie gmoint, Sie Haubetaucher?

Haben Sie meine Chefin gesehen?

Sie kümmert sich noch um eine Kundin.

Ach, die zockt wieder ab! - Ich wollt ja bloß sagen, daß ihr Bruce Lee da ist.

Wer?
Ihr Bruce Lee! - Ach, den kennen Sie ja noch gar nicht. Auf jeden Fall darf ich den jederzeit reilassen. (Augenzwinkernd) An dem hat die Chefin nämlich nen Narrn gefressen! (Ab)


15. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder)



Willibald:
Manfred:
Willibald:
Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:
Manfred:
Willibald:

Manfred:

Willibald:
Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:

Bruce Lee... Bruce Lee... Hätt der net gsunge: „Es hängt oin Pfärdehalfter an der Wand?“

Das war Bruce Low, Sie Ignorant! - Bruce Lee, das war ein Karatekämpfer! (Mit Fäusten und Füßen Bruce Lee nachahmend) Hu - Ha - Ho! Hai!



(tippt ihm auf die Schulter) Entschuldigung! I hätt no a Tablettle Aschpirin, wenns oins brauche...

(plötzlich mit schmerzverzerrter Miene) Oh! Oh, oh, oh...

Sähet Sie, es isch notwendig...

Schalten Sie Ihre grauen Gehirnzellen ein und kombinieren Sie.

Bin doch net der Dokter Dampflock Holms, oder wie der englische Detektiv hoischt...

Sherlock Holmes!!! - Bei Ihnen sind Namen wohl immer Schall und Rauch? - Haben Sie gehört? „An dem hat die Chefin nämlich einen Narren gefressen...“

Ja, und?

Mein Verdacht ist folgender: Das ist der dritte Mann!

(singt erst die Themamelodie vom „Dritten Mann“ an) A dritts Männle? - Hanoi, des isch guat, da könne mir endlich an Gaigel (Kartenspiel) spiele...

Kapieren Sie denn nicht? - BEWERBER NUMMER DREI BEI OLYMPIA!!!

Bewerber Nummer Drei... Sie moinet...

Ich moine!

Jeggerles noi! Der Deifel scheißt aa bloß immer auf die düngte Äcker!!!


16. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Tamara, Kalle)



Tamara:

Kalle:

Willibald:

Kalle:

Willibald:

Kalle:
Willibald:

Tamara:

Willibald:

Kalle:

Willibald:

So, rein mit Ihnen, und schlagn Sie mich bittschön nicht. Die Chefin kommt bald.

Kalle kommt herein. Seine Aufmachung hat etwas Flower-power-mäßiges, insgesamt scheint er ein Typ zu sein, der die 68er-Zeit überlebt hat. Außerdem trägt er eine Gitarre.

Hay, Freunde!

DER HOLZKASCHPER!!!

DER SPÄTZLESFRIEDHOF!!!

Halt mi fescht! Halt mi bloß fescht!

Hey, Bruder! Mampf ein wenig mehr Spätzle in dich rein, damit du Muckis kriegst!!! – Und cool bleiben, gell! Cool bleiben!!!



(sichtlich angespannt) I bin so cool, i pinkel Eiswürfel...

Kennt ihr euch?

Net guat, dem Herrn seis trommelt!

Noi, noi! Wirkli net!

Hanoi, willsch mi jetz veräppele, du saudummer Deifel, du saudummer?


17. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Tamara, Kalle, Olympia, Kathrin Treu)



Olympia:

Kalle:

Olympia:

Kathrin:
Olympia:

Kathrin:

Kalle, mein Kalle!!! (Sie umarmt ihn stürmisch und liebevoll)

Mach mich nicht kaputt!

Daß Du da bist, da freu ich mich aber!

(Tritt ein) Danke, Frau Olympia, daß Sie mir die Augen geöffnet habn! Klaus, mein lieber Klaus!

Äh - Gut. Macht iblichä Preis. Mir folgään an Kassää.

Ich folge. - (Sie haucht) Hallo, meine Herren (verführerischer Blick und ab)


18. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Tamara, Kalle, Olympia)



Die drei schmelzen sichtlich.

Willibald:

Manfred:

Kalle:


Uuuuiiiii!

Wow!


Cool bleiben, Männer! Cool bleiben!

(Kathrin, Tamara und Olympia ab)

19. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Kalle)



Manfred:

Willibald:

Kalle:

Willibald:

Manfred:

Willibald:
Kalle:
Willibald:

Manfred:

Der Käfer! Der süße Käfer von vorhin! Ich brech ab!

(Zu Kalle) Nimm die Pratze weg von der Olympia, du Saugstell, du windigs!

Hey, cool bleiben, Mann, cool bleiben!

Der rägt mi auf mit sein äwige ‘cool bleibe’, der saudumme Gimpel...

Recht hast du, Opa! Bin voll Deiner Meinung!

Du hältscht a dei Maul, Buabale! Laß die Olympia in Ruh und schau, dascht deine Windeln vollbringscht!



(sich mit seiner Gitarre beschäftigend) Hey, Messer, Gabel, Scher und Licht - sind für kleine Kinder nicht, ey!

Du muasch dein Senf wohl überall dazu gäbe?

Mir reichts jetzt. Ihr seid mir alle beide zu doof zum Klingelputzen.


20. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Tamara, Kalle, Olympia)



Olympia:

Tamara:

Olympia:
Manfred:

Willibald:

Manfred:

Kalle:

Willibald:

Olympia:
Willibald:

Manfred:

Willibald:

Olympia:

Tamara:

Olympia:

Tamara:
Olympia:

Tamara:

So, Feierabend.

Chefin, brauchen Sie mich noch?

Nein. Ich werde mich jetzt voll und ganz meinen drei Herzenskandidaten widmen.

Sie meint mich!

Holla, Hanoi! I bin gmoint, dasch’di auskennscht!

(zu Kalle) Und was sagen Sie dazu?

Cool bleiben, Brüder! Immer cool bleiben!

Der rägt mi auf! Der rägt mi auf!

Herr Nägele, legen Sie sich lieber nicht mit Kalle an. Man nennt ihn Bruce Lee, weil er... Karateunterricht gibt.

Där? – Karadeunderricht? - (Er schluckt, dann verlegen) Hähähä! - Nix für unguat, für des, wos i gsagt hätt, gell! - Und Sie... Sie sin net zufällig Europameischter im Boxe?

Nein, nein, Opa. Bin ich nicht.

Na isch ja guat. - BUABELE!!!

Ja, meine Herren. Wenn Sie bitte noch einen Augenblick Platz nehmen wollen? Ich möcht gern was mit meinem Kalle besprechen. (Liebevoller Blick in dessen Richtung)

Ich mach dann Feierabnd.

Du kannst heimgehen.

Danke schön! - (Beiseite) Gleich drei Verehrer! So schön ist sie ja wirklich nicht!

Wie bitte? Was war das?

Ade! (Schnell ab).



21. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Kalle, Olympia)



Manfred:

Willibald:
Manfred:

Willibald:

Olympia:

Kalle:

Sie lassen uns hier alleine? Frau Olympia, ich bin untröstlich!

Frau Olympia, des war a Fähler! - Mit dem zamm in oin Raum, des gibt Sägspää!

Bau kein Aufstand, Opa!

BUABELE!!!

Bis gleich! - Komm, mein Bruce Lee!

Mensch, ey, echt cool! - Echt cool! (Beide ab)



22. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder)



Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:
Manfred:

Willibald:

Manfred:
Willibald:
Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:
Manfred:

Willibald:

Manfred:

Willibald:

Manfred:
Willibald:

Manfred:

Der kommt vom Nordpol. Ganz sicher kommt der vom Nordpol

Warum?


Weil er so cool ist.

Ach so. – Was hätte die da drinne bloß zum Schwätze? Daß si die mit dem zruckzieht, des macht mi närrisch!

Das sind Sie schon lange.

Dank schön, Buabele! - Noi Noi... Des tät mi jetz so interessiere...

Die Indianer legen bei solchen Gelegenheiten das Ohr an die Schienen, und lauschen, ob...

Männle, hättscht du a saudumms Gschwätz! Erschtens gibts da herinne koi Schiene und koi Eisebah. Zweitens bisch du genausowänig a Rothaut wia i, solangsch net z’lang in der Sonn gläge bischt. Drittens hängscht du deine dreckige Ohre gfälligscht net an der Olympia ihrn Fußbode naa. - Und viertens muasch woanders horche, wennsch was erfahre willsch. (Er legt den Kopf an die Tür und lauscht)

Und? – Und?

Muasch scho dei Maul halte. Da hör i ja nix.

Entschuldigung.

(Pause) – Nix. Entwäder die flüschtere wie die Welt-Champignons oder die sin alle zwoi gstorbe.

Lassen Sie mich mal!


Wennsch willsch...

(legt seinerseits das Ohr an die Tür. Nach einer Weile) Fehlanzeige.

Sag i doch! - Der wenn da drinne mei Olympia zammtatscht, dann aber...

Moment, es ist auch meine Olympia, nicht wahr! - OLYMPIA!!! - Habe nicht umsonst zwei Semester Griechisch studiert...

Du? Werscht äher die Weiber studiert habe, Buabele!

Moment, Opa, Moment... (Beide rücken gefährlich aneinander)


23. Szene

(Willibald Nägele, Manfred Wunder, Kalle, Olympia)



Olympia:

Kalle:

Olympia:

Manfred:
Olympia:

Manfred + Willibald:

Kalle:

Willibald:

Olympia:


Manfred:
Willibald:

Kalle:

Manfred + Willibald:

Kalle:

Olympia:


Willibald:

Manfred:

Kalle:

Olympia:


Manfred:
Olympia:

Manfred:

Willibald:

Manfred:
Olympia:

Willibald:

Kalle:
Olympia:

Willibald:

Olympia:

Willibald:
Kalle:

Willibald:

Manfred:
Olympia:

Willibald:

Manfred:

Aha! Die Herren schätzen und lieben sich!

Haha, wohl eifersüchtig, ey?

Ich habe Ihnen einen Vorschlag zu machen, meine Herren. Wie Sie ja inzwischen wissen, bewerben Sie sich alle um meine Gunst, wenn nicht um meine Hand.

Äh... bescheidene Frage, Frau Olympia... Wie viele Bewerber sind wir jetzt eigentlich?

Drei! Sie, Herr Wunder, Herr Nägele und (zärtlich) Kalle!
(nachäffend) KALLE!!!

Ey, Spätzlesfriedhöf interessieren mich nicht.

Oi Wort no, und du kannsch auf mei Fauscht beiße!

Meine Herrn, da Sie sich, wie gesagt, zu dritt um meine Gunst bewerben, kann leider nur einer von Ihnen den Vorzug bekommen. Ich schlage vor, daß wir deshalb einen kleinen Wettkampf zwischen Ihnen stattfinden lassen. Der Sieger wird mein Favorit. Was halten Sie davon?

Das klingt nach Sport! Ich habe ein Semester lang Sportwissenschaften studiert!

Sport? Hanoi! Immer die saudumme Fremdwörter!

Ja, Männer, Olympiade um Olympia, sozusagen! Das wird...
COOL!

Woher wißt etz ihr des, ey?

Ich hätte da auch gleich ein paar Bedingungen vorzuschlagen. Passen Sie auf: Mehrere, völlig unterschiedliche Disziplinen werden angewandt. Welche, gebe ich Ihnen noch bekannt. Als Schiedsrichter vergebe ich die Punkte. Drei Punkte für den jeweils besten, zwei für den Zweitplazierten, und einen Ehrenpunkt für den Letzten. Bei der Endabrechnung gewinnt der Sieger nach Punkten, er bekommt meine Hand. - Noch etwas: Jeder von Ihnen kann einmal, in einer beliebigen Disziplin, einen Joker setzen, der die erreichte Punktzahl dann verdoppeln wird. Ist alles klar?

Klar wie Bratesoß.

Klar wie dicke Tinte.

Hey, oberaffencool, Mann!

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen gleich die erste Disziplin bekanntgeben. Es handelt sich nämlich um den „roten Faden“, der sich bis zum Ende durchzieht. Also: Der Wettbewerb endet am Freitag. Dann muß mir jeder von Ihnen ein Liebesgedicht vortragen, das er selber gemacht hat...

(In der Haltung: ‘Herr Lehrer, ich weiß was’, und fingerschnippend) Frau Olympia! Frau Olympia!

Sie dürfen austreten, Herr Wunder.

Nein... Darf ich im Gedichtewettbewerb schon den Joker setzen? Dichten kann ich nämlich prima! (In Positur) Ich hör nicht gern die Fürze schallen, seh lieber doch die Schürze fallen...

(beiseite) Sauigel!

„Herrlich“, sprach der Graf von Meißen. - „Darf man da hinuntersch... - ...auen???“

Heben Sie sich das für Freitag auf, oder die Zeit dazwischen, Herr Wunder. Ja, Ihr Joker gilt somit als gesetzt für den Gedichtewettbewerb. So, nun dürfen Sie mich verlassen und nach Hause gehen. Finden Sie sich bitte morgen nachmittag um fünf bei mir ein, und erwarten Sie Ihre zweite Aufgabe. Verlassen Sie sich drauf... Sie wird herrlich!

(Händereibend) Ei, derf ma da bei Ihne a bißle lande, Frau Olympia?

Auf dem Bauch vielleicht??? – Ey, die Starfighter-Nummer zieht heute nicht, okay?

Auf Wiedersehn, meine Herren, schönen Abend allerseits!

Wos isch mit dir? Du gehscht fei au, du Holzkaschper!

Mein Kalle bleibt, Herr Nägele! Auf Wiedersehen!

Ja, des isch a Frechheit. Uns schickts hoim, und der derf bei ihr aufm Teppich schnorchele...



(In Karatehaltung) Traust du dich?

(kleinlaut) Männle, des isch a Wort!

Trotz Unterschied von Fall zu Falle... ich fordre gleiches Recht für alle!

Drei oder keiner bleibt heut noch! - Olympia, ich lieb dich doch!

Bitte gehen Sie, meine Herren. Sie hören von mir!



(sauer) Adä! (Ab)

(Ebenfalls sauer) Desgleichen! (Ab)



24. Szene

(Kalle, Olympia)



Olympia:

Kalle:
Olympia:
Kalle:
Olympia:

Kalle:

Olympia:
Kalle:

Olympia:
Kalle:

Olympia:

Kalle:
Olympia:
Kalle:

Zwei seltene Exemplare!

Das kannst du laut sagen. - Und? Zwei Verehrer! - Ist am End dein Favorit dabei?

Geh! Die zwei sind mir gleich lieb. Der eine glaubt, er könnt mich mit seinen gestelzten Reimen ködern. Dabei hab ich was ganz anders vor, als daß ich mir so einen verkrachten Studenten antu. Und der andere? Glaubt, er hätt italienisches Temperament... (Willibald nachahmend) ... und isch a richtigs Schlaftablettle! - Der Herr Nägele ist auch nicht mein Fall. Den muß man ja bloß anschauen, dann schlafen einem schon die Füße ein!

Jede Garantie! - Ne komische Idee, das mit dem Wettbewerb. Wie bist du eigentlich da drauf gekommen?

Alles Beschäftigungstherapie! Die rücken mir immer öfter auf die Pelle, ich muß was unternehmen. Und so sind sie wenigstens beschäftigt. Kalle, mir gibt das auch die Möglichkeit, ihnen so richtig einzuheizen. Es wär ein netter Nebeneffekt, wenn der eine oder andere... abspringen und mich aufgeben würde.

Ey, cool, Mann! Das ist so heiß wie der Nägele als schwäbischer Ätna!

Na, ein bißchen heißer wirds hoffentlich. - Kalle, ich zähl auf dich. Natürlich trittst du in meiner Olympiade bloß zum Schein und außer Konkurrenz an...

Wär ja noch schöner!

... und ich würd mich freuen, wenn du mir ein bißchen... unter die Arme greifen würdest.

Logisch! Für dich schmeiß ich mich sogar in einen Anzug!

Das möchte ich erleben!

Kein Problem, du! Da zeig ich dir nen Kumpel von mir, da ist es ganz das Gleiche. Der is unlängst sogar Außenminister geworden!

Ach, Kalle, jetz bist du also ein Mitbewerber um meine Gunst. Ich liebe dich! Liebst du mich auch?

(Guckt erst seltsam, dann sagt er, vollkommen unromantisch) Klar, Mann, dich auch!

V OR HA N G



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