Herzlich willkommen in der ausstellung: Die Stadt ist uns nicht egal



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HERZLICH WILLKOMMEN IN DER AUSSTELLUNG: Die Stadt ist uns nicht egal
GESCHÄTZTE BESUCHERINNEN UND BESUCHER,

eine pulsierende Großstadt wie Wien verändert sich schnell – aus diesem Grund braucht es Menschen, die über diese Veränderungen mitentscheiden und mitdiskutieren.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass partizipative Prozesse fixer Bestandteil in der Stadt Wien sind. Und dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits können Wienerinnen und Wiener selbst aktiv werden und den Lebensraum Stadt mitgestalten. Unsere wichtigste Anlaufstelle dafür sind die Büros der Lokalen Agenda 21. Andererseits kommt auch die Stadt Wien aktiv auf die Bürgerinnen und Bürger zu, wenn Stadtentwicklungsprojekte gestartet werden.

In der Ausstellung „Die Stadt ist uns nicht egal“ sehen Sie Portraits von Menschen, die sich für unsere Stadt engagieren. Durch ihren Einsatz ist eine positive Weiterentwicklung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes gelungen. Ich hoffe, dass auch Sie durch diese Ausstellung zur Partizipation in der Stadt motiviert werden. Fangen Sie am besten gleich damit an und hinterlassen Sie Ihre Ideen in der Ausstellung! Ich freue mich auf kritische, konstruktive und kreative Beiträge.

Ihre Maria Vassilakou

Vizebürgermeisterin 
Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung


Die Ausstellung erfolgte im Auftrag der Stadt Wien, Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung und der MA 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung, Referat Öffentlichkeitsarbeit und Wissensmanagement.
AUSSTELLUNGSTEAM:

EHMAYER, Cornelia 
(Stadtpsychologische Praxis Ehmayer)

Inhaltliches Gesamtkonzept, Organisation und Texte
KRASNY, Elke

(Stadtforscherin, Kuratorin):

Konzeption der Donnerstags- Veranstaltungsreihe
PIRIBAUER, Markus

(Multimedia-Agentur multivitamedia)

Grafisches Konzept, Webmaster
Weiters haben an der Ausstellung mitgearbeitet:

ALTRICHTER, Sonnja

Jugendliche
GERLICH, Tanja

Projektmitarbeit


KITTLER, Doris

Film
KOISSER, Anna

Fotografie
KRENN, Kerstin

Lektorat
LANG & LANG

Druck Ausstellungstafeln
SALEM, Gerhard

Ausstellungsaufbau


SNURER, Verena 
Grafik

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WAS ZEIGT DIE AUSSTELLUNG

Engagement fü̈r die eigene Stadt lohnt sich. Das will diese Ausstellung zeigen. Mit Portraits von Menschen, denen die eigene Stadt nicht egal ist und die sich auf den Weg gemacht haben, um etwas zu verändern.

„In erster Linie hat eine Bewusstseinsänderung, welche die eigene Wohnumgebung betrifft, stattgefunden. Vor allem die Personen, die teilgenommen haben, haben bemerkt, dass man durch kleine Änderungen viel bewirken kann. Man denkt nach, was noch alles geschehen könnte und nimmt das Grätzel und den Bezirk als Lebensmitte wahr.“ (Eine Bewohnerin des Alsergrunds)
In Wien gibt es viele verschiedene Formen der Beteiligung: Von kleinräumigen Informationsveranstaltungen bis hin zu großen Beteiligungsverfahren bei Planungsprozessen ist in den letzten Jahrzehnten alles praktiziert worden.

Für diese Ausstellung wurden Projekte der Lokalen Agenda 21 und deren AkteurInnen in den Mittelpunkt gestellt. Agendaprojekte ermöglichen einen großen Gestaltungsspielraum, weil im besten Fall noch keine politischen (Vor-)Entscheidungen getroffen worden sind. Neben den Agendaprojekten existieren viele andere Arten des städtischen Engagements, mit dem Ziel den öffentlichen Raum zu verändern oder zu bewahren. Hierzu finden sich in der Ausstellung ebenfalls ausgewählte Beispiele.


Sich für die Stadt zu engagieren ist ein Aufwand, keine Frage. Neben Beruf, Haushalt, Kindern und Hobbys ist Beteiligung nicht immer leicht zu organisieren. Wie unsere Beispiele zeigen, kann gemeinsames Tun jedoch viel bewirken: Das Wohnumfeld wird schöner, die Straßen werden lebendiger und grüner, die Nachbarschaft blüht auf. Aber nicht nur die unmittelbare Wohnumgebung vor der Haustür ändert sich. Gemeinsames Engagement bewirkt auch, dass in der Stadt immer mehr „Orte“ entstehen, die eine hohe Wohnqualität aufweisen. All diese „Orte“ zusammen erhöhen die gesamtstädtische Lebensqualität nachhaltig. Damit wirkt städtisches Engagement auch in die Zukunft. Eine Zukunft, in der es sich gut leben lässt.
Der Gewinn in der Gegenwart ist eine größere Verbundenheit mit der eigenen Umgebung und den Menschen, mit denen Sie nachbarschaftlich zusammenleben. Die Erfahrung, bei städtischen Entwicklungen mitgewirkt und dabei etwas zum Positiven verändert zu haben, kann durchaus als persönliche Lebensbereicherung verstanden werden.

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WER ist die LOKALE AGENDA 21 in WIEN

Die GESCHICHTE der Lokalen Agenda 21 in Wien beginnt 1992 in Rio de Janeiro beim Umweltgipfel der Vereinten Nationen.

187 Staaten der Erde, darunter auch Österreich, unterzeichnen ein 40 Kapitel umfassendes Werk, die „Agenda 21“. Sie verfolgt das Ziel eine nachhaltige, gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen. Im Kapitel 28 der „Lokalen Agenda 21“ liegt der Fokus vor allem auf der kommunalen Ebene.
1996 unterschreibt Bürgermeister Michael Häupl die Charta von Aalborg und verpflichtet sich zur Umsetzung der Lokalen Agenda 21 in Wien.

1998 startet im 9. Wiener Gemeindebezirk das „Pilotprojekt Lokale Agenda 21 Wien - Alsergrund“.

2000 wird an einer Strategie zur Erweiterung der Lokalen Agenda 21 auf ganz Wien gearbeitet.

2002 beschließt der Wiener Gemeinderat ein.Organisationsmodell für eine wienweite Lokale Agenda 21, der Verein „Lokale Agenda 21 in Wien“ wird gegründet.

2003 beginnen vier Bezirke – Margareten, Neubau, Rudolfsheim-Fünfhaus und Donaustadt mit Lokalen Agenda–21–Prozessen. Die Lokale Agenda im Alsergrund geht in ihr fünftes Jahr.

2004/05 folgen Liesing, Landstraße und Wieden mit Agendaprozessen.

2008 / 09 beenden Rudolfsheim - Fünfhaus, Margareten und Neubau ihre Lokalen Agenda–21–Prozesse.

2009 startet in Wieden, Donaustadt, Alsergrund und Liesing die „Lokale Agenda 21 Plus“. Es beginnt eine neue Phase der nachhaltigen Bezirks- und Stadtentwicklung mit vielen Neuerungen und Verbesserungen. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit der Stadt Wien, der Europäischen Union und den aktiven Bezirken.

2011 ist die Lokale Agenda 21 in den Bezirken Landstraße, Wieden, Josefstadt, Alsergrund, Donaustadt und Liesing lebendig.
In den letzten 13 Jahren wurden in Wien 120 Agendaprojekte verwirklicht.

Rund 1500 Menschen wirkten intensiv über mehrere Monate hinweg an den Agendaprojekten mit. Schätzungsweise waren rund zehnmal so viele, also rund 15.000 Personen, punktuell bei Agendaprojekten dabei. Im Zuge der Planung und Umsetzung der Projekte wurden mehr als 800 öffentliche Veranstaltungen durchgeführt.


Das Engagement bei der Lokalen Agenda 21 beginnt zu einem Zeitpunkt, zu dem politische Entscheidungen noch nicht getroffen wurden und deshalb ein „Aufeinander-Zugehen“ mehrheitlich noch möglich ist. Alle Beteiligten haben die Chance auf positive Erfahrungen in einer konstruktiven Zusammenarbeit. Oft als „Orchideenprojekte“ kritisiert, sind es doch gerade die Agendaprojekte, die das Leben im Grätzel nachhaltig verbessern und das Stadt-Wohlgefühl heben. Das – mit den Agendaprojekten einhergehende – Aufbauen von sozialen Netzwerken führt dazu, dass die Stadt Wien für die Herausforderungen der Zukunft besser gerüstet ist.
NIMM JETZT TEIL AN DEINER STADT

Wenn Sie die Lebensqualität in Ihrem Wohnumfeld nachhaltig verbessern möchten, dazu auch schon eine Idee haben, aber noch nicht genau wissen, wie es geht, dann sind die Agendabüros für Sie da. Die MitarbeiterInnen der Agendabüros unterstützen Sie dabei MitstreiterInnen zu finden, zeigen wie aus Ihrer Idee ein Projekt wird und begleiten Sie bis zur Umsetzung.

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WARUM PARTIZIPATION von BEDEUTUNG ist



Partizipation (vgl. lat.: participare = an etwas teilnehmen); kann mit „Teilhaben, Teilnehmen, Beteiligt sein“ übersetzt werden. Partizipation meint Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen an relevanten (politischen) Entscheidungsprozessen. Besonderes Augenmerk liegt auf jenen, die traditionell von diesen Prozessen ausgeschlossen sind (http://de.wikipedia.org/wiki/Partizipation).
Partizipation (Beteiligung) in der Stadtentwicklung bedeutet, dass die Bevölkerung bei der Erstellung von Zielen und Leitlinien, bei Planungsprozessen und bei der Umsetzung von städtebaulichen Projekten mitwirken kann. Je nach Aufgabenstellung sind unterschiedliche formelle oder informelle Angebote (wie Befragungen, Anhörungen, moderierte Großgruppenveranstaltungen) zielgruppengerecht aufzubereiten.

Wesentlich ist, dass nicht schon vorab sämtliche Entscheidungen getroffen wurden und dass Möglichkeiten zur Einflussnahme immer wieder aktiv angeboten werden.


Das Internet hat neue methodische und zukunftsträchtige Zugänge für die Partizipation geschaffen und spielt in vielen Beteiligungsprozessen bereits eine entscheidende Rolle. Dabei wird es nicht nur für die Informationsbereitstellung für eine breite Öffentlichkeit herangezogen, sondern dient auch als transparentes Medium für kommunale Planungsprozesse, für die Diskussion gesellschaftlich relevanter Themen bis hin zur elektronischen Mitentscheidung.

Mit E-PARTIZIPATION werden alle elektronischen bzw. internetgestützten Verfahren bezeichnet, die eine Beteiligung von BürgerInnen an gesellschaftlich relevanten Prozessen und politischen Entscheidungen unterstützen. Der Begriff der E-Partizipation kann sich sowohl auf formelle und informelle elektronische Beteiligungsprozesse beziehen, als auch auf „Bottom-up-Initiativen“ und Kampagnen, die nicht vonseiten der Verwaltung, sondern durch BürgerInnen initiiert werden (http://www.partizipation.at/e-participation.html).


Für die Stadt der Zukunft wird es von Bedeutung sein, wie viele Menschen sich für die Stadt engagieren. Wichtig ist schon früh damit zu beginnen: Je früher Beteiligungsverhalten gelernt und geübt wird, umso besser kann es in späteren Jahren zur Entfaltung kommen.
Saul Alinsky (Alinsky, Saul (1971): „Rules for Radicals – A Pragmatic Primer for Realistic Radicals“. New York: Vintage Books) der rebellische Gemeinwesenarbeiter, der in den 30er- und 40er-Jahren in Amerika aktiv war, ist davon überzeugt, dass der Kontakt und der Austausch zwischen verschiedenen Gruppen des Gemeinwesens gefördert werden muss, weil sich dadurch das Verständnis für den Stadtteil erhöht. Verständnis für den Stadtteil oder die Stadt zu erlangen, sieht er als Voraussetzung für einen gemeinschaftlichen Lernprozess.
Der gemeinschaftliche Lernprozess (Mohrlok, Marion; Neubauer, Michaela; Neubauer, Rainer & Schönfelder, Walter (2002): „Let’s organize! Gemeinwesenarbeit und Community Organization im Vergleich“. München: AG SPAK), erfolgt besonders wirksam, wenn auf das Phänomen des kontextabhängigen Lernens zurückgegriffen wird: Lerninhalte, auch neu erlernte Fähigkeiten, werden am besten in einer Umgebung wiedergegeben, die jener gleicht, in der sie erlernt wurden. Das heißt, wenn Personen direkt in ihrem Lebensumfeld neue Fähigkeiten erlernen, können sie diese auch später in dieser Umgebung gut wieder anwenden. Damit stellt sich ein gesteigerter Lerneffekt ein, und die erprobten Veränderungen werden besser in den Lebensalltag integriert. Dieses Phänomen legt nahe, dass kleinräumige Beteiligungsprojekte im unmittelbaren Wohn- und Lebensumfeld eine große Vorbild- und Lernwirkung erzielen können.
An Beteiligungsprozessen teilnehmen heißt nicht nur in der Stadt etwas zu verändern, sondern bedeutet auch, neue Menschen kennenzulernen und neue Beziehungen aufzubauen. Diese so entstandenen neuen sozialen Beziehungen können zum SOZIALKAPITAL (Holzer, Boris (2010): „Netzwerke“. Bielefeld: Transcript Verlag) eines Grätzels, eines Stadtteils oder einer ganzen Stadt werden und damit die Zukunft der Stadt entscheidend mitbestimmen. Städte, in denen Menschen leben, die bereit sind, ihr Lebensumfeld und ihre Stadt gemeinsam mit anderen zu verändern, sind robuster und besser gerüstet für Krisen und Veränderungen (Wisner, Ben; Blaikie Piers; Cannon Terry and Davis, Ian (1994): „At Risk. Natural Hazards, People’s Vulnerability and Disasters”. London: Routledge).

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WIE NETZWERKE FUNKTIONIEREN
In Amerika wurde bereits vor 50 Jahren die Bedeutung von funktionierenden sozialen Netzwerken, sowohl zwischen Einzelpersonen als auch zwischen Gruppen, für die Lebensqualität und die Zufriedenheit in einer Community erkannt (Mohrlok, Marion; Neubauer, Michaela; Neubauer, Rainer & Schönfelder, Walter (2002): „Let’s organize! Gemeinwesenarbeit und Community Organization im Vergleich“. München: AG SPAK).
Die Gemeindepsychologie betont die gesundheitsfördernde Wirkung sozialer Netzwerke, weil sie folgende Funktionen übernehmen: hohe emotionale Unterstützung, praktische Hilfe und Dienstleistungen, kognitive Unterstützung durch Informationen und Erfahrungswissen, Aufrechterhaltung sozialer Identität in Krisenzeiten, Vermittlung von Kontakten über Netzwerkgrenzen hinaus (Keupp, Heiner & Röhrle, Bernd (Hg.) (1987). „Soziale Netzwerke“. Frankfurt/Main: Campus).
Soziale Netzwerke haben in den letzten 20 Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Ein Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung des Internets.
Soziale Netzwerke sind informelle und unsichtbare Verbindungen zwischen Personen, die über Kommunikation hergestellt werden. Wer mit wem, wann und worüber kommuniziert, bleibt normalerweise im Verborgenen. Sichtbar werden diese Netzwerke erst über Aktivitäten im realen oder im virtuellen Raum.
Als SOCIAL MEDIA (auch: Soziale Medien) werden alle Medien (Plattformen) verstanden, die die NutzerInnen über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen (http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media). Kaplan und Haenlein definieren Social Media als „eine Gruppe von Internetanwendungen, die auf den technologischen und ideologischen Grundlagen des Web 2.0 aufbauen und die Herstellung und den Austausch von User Generated Content (Medieninhalte, die von NutzerInnen erstellt werden) ermöglichen“ (Kaplan, Andreas M.; Michael Haenlein (2010): „Users of the world, unite! The challenges and opportunities of Social Media“. Business Horizons 53(1): 59–68.).
REICHWEITE VON NETZWERKEN:

Mit 20 Sozialkontakten (fünf FreundInnen, fünf ArbeitskollegInnen und zehn Verwandten) ist man um zwei Ecken mit 400 Menschen verbunden. Der Einfluss endet dort noch nicht, sondern er reicht weiter zu den 20 FreundInnen und Familienmitgliedern dieser Menschen. Das heißt, es werden 20 mal 20 mal 20, also 8.000 Personen erreicht, die drei Schritte von uns entfernt sind (Christakis, Nikolas & Fowler, James (2010): „Connected. Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist“. Frankfurt/Main: Fischer Verlag GmbH).


VERTRAUEN IN NETZWERKE: Damit Netzwerke funktionieren, muss Vertrauen vorhanden sein. Vertrauen ist nicht einfach eine Folgerung aus der Vergangenheit, vielmehr werden aus den bekannten Informationen Erwartungen für eine ungewisse Zukunft aufgebaut. „Wer vertraut, riskiert etwas, indem er das Angebot einer bestimmten Zukunft macht, die sich nicht ohne weiteres aus der gemeinsamen Vergangenheit ergibt, sondern etwas Neues enthält“ (Luhmann (2000) zitiert in: Holzer, Boris (2010): „Netzwerke“. Bielefeld: Transcript Verlag).
Unter der Tätigkeit „NETZWERKEN“ (Networking) versteht man den Aufbau und die Pflege eines Beziehungsgeflechts einer mehr oder weniger großen Gruppe von einander „verbundenen“ Personen, die einander kennen, mit Informationen versorgen und sich gegenseitig fördern. Networking ist ein lernbares methodisches Vorgehen, und wer die richtigen Menschen kennt und von ihnen geschätzt wird, profitiert in allen Lebensbereichen davon (http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Networking.shtml). Agendabüros lassen sich in diesem Zusammenhang als städtische Agenturen begreifen, in denen Aufbau und Pflege eines Beziehungsgeflechts von Personen, die sich für die Stadt engagieren, passiert, in denen Beteiligung gelernt und neue urbane Netzwerke gebildet werden.
Das Bilden von NEUEN.URBANEN NETZWERKEN und damit verbunden das Knüpfen von neuen sozialen Beziehungen stellt somit einen wesentlichen Arbeitsauftrag für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung dar, derer sich auch die Stadt Wien verschrieben hat. Besonders effektiv und nachhaltig sind diese Netzwerke dann, wenn sie auf kleinräumiger Grätzel- oder Quartiersebene angesiedelt und gleichzeitig Teil eines größeren Ganzen sind (Ehmayer, C. (2010b): „Die [Aktivierende Stadtdiagnose] – Vorstellung einer stadtpsychologischen Methode zur Förderung nachhaltiger Stadtentwicklungsprozesse“. In: Schrenk, M, Popovich, V. V. & Zeile, P. (2010). REAL CORP 2010. Cities für Everyone: Liveable, Healthy, Prosperous. Tagungsband, CORP).

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ASPHALTPIRATEN
Daniel Cranach:

„Die Stadt ist mir nicht egal, weil ich hier lebe. Es ist mein Lebensraum, und ich finde es deshalb notwendig, mich hier aufzuhalten und die Qualität zu verbessern.“


Seit dem Sommer 2010 wird der Straßenraum in der Josefstadt von den Asphaltpiraten erfolgreich geentert, und die Autos werden ferngehalten:

Durch temporäre Straßensperren nutzen Piratinnen, Piraten und Bevölkerung die Straßen zum gemeinsamen Essen, Sitzen, Ausruhen, Federball und Fußball spielen, Wasser plantschen und tanzen.

Ungewöhnliche Aktionen lassen sich gemeinsam einfach leichter umsetzen.

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Die Josefstadt ist der Wiener Gemeindebezirk mit dem geringsten Freiflächenanteil und einem Grünflächenanteil von lediglich zwei Prozent.
Die Agendagruppe „Öffentlicher Raum“ hat sich 2008 bei der Auftaktveranstaltung zur Lokalen Agenda 21 im achten Wiener Gemeindebezirk gebildet. Mehr als zwei Jahre haben sich die ehrenamtlich engagierten MitarbeiterInnen der Agendagruppe – bestehend aus BewohnerInnen, ArchitektInnen, RaumplanerInnen und Eltern – mit einer Standortanalyse sowie mit konkreten Schritten und Fallbeispielen für mehr Lebensqualität in der Josefstadt beschäftigt. Die Ergebnisse flossen in einen über 60 Seiten starken Maßnahmenkatalog ein.

Dieser Katalog wurde intensiv mit den BezirkspolitikerInnen diskutiert und 2011 offiziell an die zuständige Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung, Maria Vassilakou, übergeben.


Unter dem Namen Asphaltpiraten wurde die Agendagruppe im öffentlichen Raum aktiv und sichtbar.
Oberste ZIELE der Asphaltpiraten sind die Verkehrsberuhigung und die Rückeroberung des öffentlichen Raums als Lebensraum.
Sie fordern ein generelles Tempo-30 im gesamten Bezirk, eine Fußgängerzone in der Josefstädter Straße und in Wohnstraßen, etwa in der Kupkagasse, Breitenfelder Gasse oder Schönborngasse, den Umbau der Schulvorplätze in der Pfeilgasse, Albertgasse und in der Zeltgasse. Die Straße soll den Menschen und nicht den Autos überlassen werden, ist ihre Botschaft.
Im josefstädter Sommer 2011 erlebten Jung und Alt, wie eine Straße anders als nur für Autos verwendet werden kann. Von Juni bis September sperrten die Asphaltpiraten jeden Samstag die Lange Gasse zwischen Zeltgasse und Josefstädter Straße für den Verkehr. Es gab Liegestühle, Rasenteppiche, Schach, Federball und genug Platz zum Bemalen der Straße.
Nicht nur AnrainerInnen nutzten am ersten Samstag den Raum vor ihrer Haustür, auch TouristInnen aus Berlin, London und Belgien ließen sich nieder. Auch dort gibt es ähnliche Projekte, erzählten die WienbesucherInnen. „Reclaim the Streets“, nannte es ein britischer Gast.
Die Asphaltpiraten sind vernetzt mit AnrainerInnen, ExpertInnen der TU-Wien, MA 46 – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten, Verkehrsorganisationen, Bezirkspolitik und Verwaltung.
Das Projekt Asphaltpiraten wurde in der Kategorie „Bewusstseinsbildung“ mit dem „Walk-Space-Award 2010“ für Fußgängerprojekte ausgezeichnet.
MITMACHEN

EINMISCHEN

MITWIRKEN

GEMEINSAM VERÄNDERN


Agendabüro Josefstadt

Laudongasse 40, 1080 Wien

Öffnungszeiten: DI 16–19Uhr, MI 14–17Uhr, DO 10–13Uhr

Tel.: 01 405 55 15-317

Fax: 01 405 55 19

E-Mail: info@agenda-josefstadt.at

Web: la21wien.at/die-la-21-bezirke/8-bezirk

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AUGUSTINPLATZ
Angelika Zeininger: „Ich lebe mitten in der Stadt, ich arbeite in der Stadt, und das ist meine Lebensqualität. Die Dichte der Stadt ist ein interessanter Kulturboden, und es ist spannend, wie sich dieser entwickelt.“
Die Agendagruppe Augustinplatz war Teil der Lokalen Agenda 21 in Wien-Neubau.

Von 2003 bis 2009 erhielten Menschen, denen der öffentliche Raum in der Stadt nicht egal ist, aktive Unterstützung für ihre Ideen. Die Lokale Agenda 21 in Wien-Neubau wurde im März 2011 beendet.


Von 2003–2009 gab es bei der Lokalen Agenda 21 in Wien-Neubau in Summe:

15 umgesetzte Lokale-Agenda-21-Projekte

12 umgesetzte Kooperationsprojekte

123 Projektgruppentreffen

29 Agendatreffs

10 AnrainerInnenforen

19 Frühstücke am Gehsteig

13 Feste und Events

4 Agendaforen

11 Bezirksrundgänge

21 Netzwerktreffen

35 Treffen der Steuerungsgruppe

5 Agendazeitungen

4 Jahresberichte

19 Newsletter

2 Syntheseberichte

135 Print-Medienberichte

5 TV-Berichte

5 Radiobeiträge

300 Agendaaktive NeubauerInnen, die rund 30.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet haben und 10.588 Arbeitsstunden des Agendateams.

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Der alte Augustinplatz war ein eher unattraktiver und trostloser Ort – mehr Kreuzung als Platz –, laut durch den dichten Verkehr, eng durch zu schmale Gehsteige.


Die Agendagruppe Augustinplatz hat in einem zweijährigen Prozess und mehr als zwanzig Projektgruppentreffen die Grundlagen für die Neugestaltung des Augustinplatzes erarbeitet. Vorangestellt waren Verhandlungen mit PolitikerInnen, den zuständigen Abteilungen der Stadtverwaltung und den Wiener Linien.
Der Wunsch nach mehr Lebensqualität und Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Raums war eine der zentralen Forderungen der Agendagruppe Augustinplatz.
Ziel der Agendagruppe war das Mitwirken bei der Neugestaltung des Augustinplatzes, sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung.
Die Agendagruppe Augustinplatz war mit rund 200 AnrainerInnen vernetzt . Gemeinsam erarbeiteten sie die Grundlagen für die Neugestaltung.
Vorlauf: Entwicklung eines umfassenden Vorschlags zur Neuorganisation des Augustinplatzes.
FEBRUAR/MÄRZ 2006: Die Ausstellung „Augustinplatz – Geschichten mit Geschichte“ wird zu einem Höhepunkt in der Agendaarbeit. Weiters: Planungsauftrag für das Büro KoseLicka; Grundlage der Planung ist ein Anforderungskatalog der Projektgruppe. Aktion: Frühstück am Gehsteig
SOMMER 2006: Das Planungsbüro, die Projektgruppe und VertreterInnen der Magistrate treten in einen partizipativen Planungsprozess.
HERBST 2006: Das Projekt wird bei einem AnrainerInnenforum den BewohnerInnen präsentiert.
FRÜHJAHR 2007: Bauverhandlung und Wirtschaftlichkeitsbesprechung.
HERBST 2007: Letzte Änderungen der Projektgruppe werden eingearbeitet (Wartehalle, Streifung).
DEZEMBER 2007: Eröffnung des neugestalteten Augustinplatzes.
2008: Auszeichnung mit dem „Walk-Space-Award“.
2009: Auszeichnung im Rahmen des Projekts in der Kategorie „Prozessqualität“.
Der neue Augustinplatz zwischen Neustiftgasse, Kirchengasse und Kellermanngasse ist barrierefrei, und der Bewegungsraum für FußgängerInnen hat sich verdreifacht. Alle schützenswerten Bäume sind erhalten geblieben. Eine technische Infrastruktur für öffentliche Veranstaltungen und Märkte ist nun ebenfalls vorhanden. Angenehmes Verweilen ist durch die Aufstellung von Bänken, einem Trinkbrunnen und neuen Pflanzbeeten gegeben. Durch die Schließung der Nebenfahrbahn, den neuen Bänken und Bäumen ist der Platz nun zu einem richtigen Grätzeltreffpunkt geworden.



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